Mobilitätsmanagement im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Wie können wir uns nachhaltig bewegen?

Fahrradfahrer auf der Straße
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Der Weg in eine nachhaltige Mobilität führt an der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs nicht vorbei. Statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, wäre das Fahrrad eine gute Alternative, dafür muss die Politik jedoch mehr Radwege schaffen.

GAP ‒ Die Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität ist ein wichtiger Bereich des Klimaschutzes. Ein Thema, mit dem sich der Kreistag in seiner letzten Sitzung intensiv beschäftigt hat. Gleich mehrere Anträge von ÖDP, CSU, SPD und den Grünen gingen dazu ein. Mit einer großen Mehrheit wurde beschlossen, dass ab 1. Januar 2021 eine Vollzeit-Planstelle im Landrats­amt für das Mobilitätsmanagement eingerichtet wird.

Bis Anfang 2020 wurde der Bereich Mobilität in der Landkreisverwaltung eher symbolisch betreut. Der Klimaschutz ist dem Sachgebiet 42 Hochbau und Gebäudewirtschaft zugeordnet. Flo­rian­ Diepold-Erl ist seit 2016 als Vollzeitkraft mit dem Klimaschutzmanagement beauftragt. Gerade einmal neun Wochenstunden fallen für Mobilität und Verkehr ab.

Projekt InnoMobGaPa wird zu 100 Prozent vom Bund gefördert

Anfang diesen Jahres startete die erste Phase des vom Bund geförderten Projekts InnoMobGaPa, welche Ende 2020 ausläuft. ­­Dr. Elisabeth Zeitler übernahm mit 30 Wochen­stunden die Projektleitung. Mit InnoMobGaPa nimmt der Landkreis an dem Forschungswettbewerb MobilitätsWerkstadt 2025 teil, ein Projekt des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. Der dreistufige Wettbewerb sieht vor, dass Kommunen, Stadtteile, Städte und Landkreise innovative Konzepte für eine nachhaltige Mobilität entwickeln und in den folgenden Phasen auch umsetzen. Sie werden durch Forschungsinstitute unterstützt, in unserem Fall das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisa­tion. Mit dem Kreistagsbeschluss ist nun gesichert, dass die Stelle für das Mobilitätsmanagement unabhängig von diesem Projekt beibehalten wird. Denn ob der Landkreis in der Phase II des Wettbewerbs weiterhin gefördert wird, ist voraussichtlich erst im Mai 2021 bekannt.

Lösungen für eine nachhaltige Mobilität endlich angehen

Ziel des Mobilitätsmanagements ist es, kurz-, mittel- und langfristige Lösungen zu finden, um die Mobilität im Landkreis weiterzuentwickeln. Dazu gehört die Verbesserung des Öffentlichen Verkehrsangebots genauso wie der Ausbau eines Radwegenetzes. Digitale Analyseinstrumente, Besucherlenkung und Parkplatzmanagement sind weitere Beispiele. Auch die Umstellung auf CO2-neutrale Antriebe.

Verkehrsverhalten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Interessante Ergebnisse lieferten die Umfragen von InnoMobGaPa: Über 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer fahren in unserem Landkreis mit dem Pkw zur Arbeit, während mehr als die Hälfte weniger als zehn Kilometer von ihrer Arbeitsstelle entfernt wohnen. Am wenigsten wird der ÖPNV genutzt: Gerade einmal drei Prozent nehmen die Bahn. Bei den Jugendlichen sieht es anders aus: Sie bevorzugen Rad und Bahn und wünschen sich mehr Verbindungen, ein günstiges Ticketsystem und mehr Radwege. Zeit für das Mobilitätsmanagement, die Ärmel hochzukrempeln und das lang vernachlässigte Thema richtig anzugehen. (moc)

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