Neue Bahn-Pläne

ICE-Verbindungen sollen verringert werden

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ICE-Verbindungen sollen verringert werden.

GAP – Das sind keine guten Nachrichten: Die Deutsche Bahn beabsichtigt, ab Dezember 2017 samstags nur noch zwei anstelle der bisher drei ICE-Verbindungen ins Werdenfelser Land anzubieten. Die fehlende Auslastung wird als Grund genannt – die über Garmisch-Partenkirchen hinausgehenden Halte ins Karwendel und nach Tirol sollen entfallen. Gleichzeitig weist man darauf hin, dass Reisende aus dem Werdenfels von den schnellen Zügen profitierten werden, die ab Dezember unterwegs sind. Dann wird die Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Berlin in Betrieb genommen.

Tourismusvertreter und Bürgermeister aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind alarmiert und wollen die Argumentation der Bahn so nicht stehen lassen. So schreibt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer an Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern: „Mit der angekündigten Reduzierung der ICE-Verbindungen und der damit zusammenhängenden eingeschränkten Erreichbarkeit unserer Region muss sich Garmisch-Partenkirchen auf Einbußen bei Reservierungen und Übernachtungszahlen einstellen. Gerade ältere Menschen, aber auch Familien mit Kindern lassen sich von den vergleichsweise langen Fußwegen am Münchner Hauptbahnhof, die beim Umsteigen von den Fern- in die Regionalzüge zu bewältigen sind, abschrecken. Auch die verbesserte Anbindung von Weilheim stellt für Garmisch-Partenkirchen-Urlauber keinen Mehrwert dar.“ Auch der Tourismusausschuss der Zugspitz Region GmbH hat beschlossen, der DB ein Protestschreiben zu schicken. 

Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner etwa betont, dass in der Alpenwelt Karwendel 20 bis 25 Prozent der Urlauber per Bahn anreisen. Die Verringerung der ICE-Verbindungen ins Werdenfelser Land sei in Zeiten des KLimawandels das falsche Signal. Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer sieht das genauso: „Das Vorhandensein von Direktverbindungen mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie der Deutschen Bahn ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Urlaubsziels und für uns als Tourismusort von größter Bedeutung. Im Zusammenhang mit unserem Prädikat als Heilklimatischer Kurort der ‚Premium Class‘ ist uns sehr daran gelegen, eine weitere Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Straßen zu verhindern“, betont sie in ihrem Schreiben.

Von Ilka Trautmann

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