Die neue "First Lady"

Christine Singer, hier mit der stellvertretenden Kreisbäuerin Elisabeth Krötz, ist die neue Bezirksbäuerin. Foto: Goebel

– Für Christine Singer brach im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching wenige Tage vor Ostern eine neue Ära an: Die amtierende Kreisbäuerin für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde dort zur neuen Bezirksbäuerin für Oberbayern gewählt. Ein Amt, das sicherlich fordernd und zeitaufwendig ist, doch Christine Singer freut sich darauf, die damit verbundenen Aufgaben anzupacken.

Mit 107 von 111 gültigen Stimmen wählten die Delegierten aus 20 Kreisverbänden die Hofheimerin in ihr neues Amt. Gegenkandidatinnen wurden von der Kreisvorstandschaft nicht aufgestellt. Auf Christa Weber entfielen 110 der Stimmen als Stellvertreterin. Die 56-Jährige aus Stammham im Landkreis Eichstätt ist Mutter von drei erwachsenen Söhnen und bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb. Zehn Jahre lang war sie stellvertretende Kreisbäuerin von Eichstätt. Ins Amt der Beiräte der Bezirksvorstandschaft wählten die Delegierten Maria Dießl aus Miesbach, Gabi Waldleitner aus Fürstenfeldbruck und Silvia Schlögel aus dem Landkreis Weilheim-Schongau. Damit hat die 46-jährige Hofheimerin ein starkes, erfahrenes Team, das ihr den Rücken stärkt – und das wird sie sicherlich brauchen. Die neue Bezirksbäuerin ist gleichzeitig auch Kreisbäuerin und Ortsbäuerin von Spatzenhausen. Damit kommen viele Aufgaben auf die zweifache Mutter und Bäuerin eines Milchviehbetriebes zu. „Das ist klar, dass man das alleine nicht schaffen kann. Aber ich habe das mit meinem Mann abgesprochen. Und unsere Kinder sind auch nicht mehr klein, dann geht das schon“, sagt Singer. Eine große Hilfe sei ihr auch, dass die Zusammenarbeit mit der Kreisvorstandschaft und mit ihrer stellvertretenden Ortsbäuerin sehr gut funktioniert, betont die Hofheimerin.Für ein Amt wie das einer Bezirksbäuerin ist so ein solider Rückhalt Gold wert, denn Christine Singers Terminkalender wird sich sicher bald anders gestalten als bisher. Ihr Engagement wird sich fortan auch auf Bezirksebene abspielen. Dazu gehört es u.a. auch, viele Termine wahrzunehmen. Einer davon findet z.B. am kommenden Freitag statt, wenn ausgeschiedene Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner für ihr langjähriges Engagement geehrt werden. Das Engagements einer Bezirksbäuerin reicht aber beträchtlich weiter. Bis in die politische Ebene werden Veranstaltungen reichen, zu denen entsprechende Vertreter aus dem Ministerium eingeladen werden, berichtet Singer aus dem Alltag einer Bezirksbäuerin. Auf Gespräche und Termine dieser Art freut sie sich schon besonders, um den Anliegen der Landwirtschaft Gehör zu verschaffen. „Ich möchte mich ganz stark dafür einsetzen, dass die kleineren bäuerlichen Strukturen erhalten bleiben, denn auch kleinere Betriebe brauchen eine Perspektive“, sagt sie. Ein weiterer Bereich, für den sich Christine Singer stark machen will, ist das Thema Hauswirtschaft. Die Bezirksbäuerin will sich dafür einsetzen, dass dieses Thema auch wieder in der Schule behandelt wird. Als Hauswirtschaftsmeisterin beobachtet sie kritisch, dass in vielen Familien gar nicht mehr gekocht wird, weil es verlernt wird. Noch wichtiger ist ihr aber, ein Bewusstsein für Lebensmittel und deren Qualität zu wecken. „Das ist eine Forderung, die ich der Politik kräftig unterbreiten möchte, denn das ist auch ein gesellschaftliches Problem“, kündigt Singer an. Damit trägt sie auch einer Forderung von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner Rechnung. Demnach sollte jedes Schulkind einmal auf dem Bauernhof gewesen sein. Der Bayerische Bauernverband (BBV), sagt Singer, sei schon lange dabei, den Dialog mit den Verbrauchern über diese Schiene zu fördern. Letztes Jahr z.B. hat der Kindertag des BBV in ganz Bayern über 55000 Kindern auf Höfen spielerisch Einblicke in die Landwirtschaft und in das Leben und Arbeiten auf dem Hof ermöglicht. Dazu, sagt Singer, seien immer wieder auch Landfrauen in Schulen unterwegs, die die Kinder aufklären über Lebensmittel, die in der Landwirtschaft produziert werden, wann was wächst und was man daraus machen kann. Wichtige Aufgaben also, die die neue Bezirksbäuerin mit viel Elan anpacken will.

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