Die Schaukäserei Ettal präsentiert neue Käsesorte "Der Murnau Werdenfelser"

Gelebte Nachhaltigkeit

+
V. li. Landrat Anton Speer, Abt Barnabas Bögle (Kloster Ettal) und Klement Fend (Vorstand der Schaukäserei Ettal)

Landkreis / Ettal – Dass Käse, außer einen feinen Geschmack auf den Gaumen zu zaubern, auch für aktiven Artenschutz und damit gelebte Nachhaltigkeit stehen kann, hat die Schaukäserei Ettal mit der offiziellen Vorstellung ihrer neuen Käsesorte „Der Murnau Werdenfelser“, die ausschließlich aus der Milch der Rinderrasse Murnau-Werdenfelser hergestellt wird, nachdrücklich bewiesen.

Klement Fend, Vorstand der Schaukäsereigenossenschaft, hatte in die Schaukäserei nach Ettal geladen und Vertreter des Kloster Ettals, der Politik, des Tourismus, der regionalen Landwirtschaft und des überregionalen Handels begrüßen können. Ausführlich beschrieb Klement Fend die Entstehungsgeschichte der neuen Käsesorte, die zu 100 % aus der Milch von Murnau-Werdenfelsern gekäst wird. Die Kühe gehören zu einer der ältesten Rinderrasse, die schon früh in der Murnau-Werdenfelser Region als sogenanntes Dreinutzungsrind (Zugtier, Milch- und Fleischlieferant) gehalten wurde. Diese Vielseitigkeit führte jedoch dazu, dass die Tiere in der Neuzeit im Vergleich zu anderen milchleistungsoptimierten Rassen stark an Bedeutung verloren, letztendlich sogar vom Aussterben bedroht waren. Erst nach der Wieder­entdeckung der hervorragenden Fleischqualität dieser Kühe konnte sich der Bestand langsam erholen. Die wenigen verbliebenen Landwirte mit Murnau-Werdenfelser-Rinderhaltung schlossen sich zu einem Förderverein zusammen und definierten mit einer strengen Satzung die Rasseneigenschaften der Murnau-Werdenfelser. So müssen die Kühe zum Beispiel Hörner tragen und der tierhaltende Landwirtschaftsbetrieb seinen Sitz im Landkreis Garmisch-Partenkirchen haben.

Mit der Käseherstellung und damit der Veredelung der Milch kann die Schaukäserei einen weiteren wichtigen Beitrag zur Arterhaltung der Rinder leisten. Dazu wurde logistisch wie finanziell viel investiert, gilt es doch, die Milch bei den derzeit zehn teilnehmenden Landwirten mit einem eigenen Fahrzeug einzusammeln und mittels entsprechender Überwachung die hohe Qualität der Milch dauerhaft zu gewährleisten. Darüber hinaus ist es der Schaukäserei wichtig, den Landwirten einen fairen Milchabnahmepreis zu zahlen, der aktuell mit Vermarktungs- und Zuchtprämie bei 60 Cent je Liter liegt. Laut Fend werden derzeit monatlich etwa 20.000 Liter Milch zu 2.000 Kilo Murnau-Werdenfelser-Käse verarbeitet. Landrat Anton Speer betonte, dass der Verkaufsstart des Murnau-Werdenfelsers für ihn ein wahres Fest sei, da die Regionalvermarktung eine seiner Herzensangelegenheiten sei. Sein Dank galt auch Lisa Loth von der Zugspitzregion für die Unterstützung und insbesondere Klement Fend für dessen unermüdliches Vorantreiben des Projektes. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Segnung des ersten Laibes durch den Abt des Klosters Ettal. Abt Barnabas Bögle hob dabei die große Bedeutung der Regionalvermarktung für das Kloster Ettal hervor, indem er darauf hinwies, dass die Landwirtschaft der älteste Betrieb des Klosters gewesen sei und die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Klöster auf eine lange Tradition zurückblicken könne. „Der Murnau-Werdenfelser“ ist in der Schaukäserei in Ettal ab sofort im Verkauf.

von Kreisbote

Auch interessant

Meistgelesen

Bewerbt euch jetzt für den Familien-Winterspaß
Bewerbt euch jetzt für den Familien-Winterspaß
Flocke und ihre Freunde
Flocke und ihre Freunde
Im Netz der Fahnder
Im Netz der Fahnder
Felix Neureuther und Konrad Spies geehrt
Felix Neureuther und Konrad Spies geehrt

Kommentare