Beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Marktgemeinde und Marshall Center ging es um große und kleine Politik

Die kommenden Entwicklungen abwarten

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Beim Neujahrsempfang (von links): Der Direktor des Marshall Centers, Generalleutnant Keith W. Dayton mit Gattin Carol, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und der deutsche Stellvertretende Direktor, Brigadegeneral a.D. Johann Berger mit Ehefrau Monika.

GAP – Der gemeinsame Neujahrsempfang der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und des Marshall Centers hat Tradition und so traf man sich am Mittwoch zu einem geselligen Abend, um Rückschau auf die vergangenen Monate zu halten und einen Ausblick auf das neue Jahr zu geben.

Generalleutnant (RET) Keith W. Dayton, der Direktor des Marshall Centers, nutzte das Podium, um Bedenken zu zerstreuen: „Einige sind vielleicht über die Zukunft des Marshall Centers beunruhigt, wenn in dieser Woche die Trump-Administration die Arbeit aufnimmt. Ich kann verstehen, dass Besorgnis besteht im Hinblick auf den Kurs, den Amerika bezüglich Europa einschlagen wird. Ich teile diese Besorgnis nicht und denke, es wäre klug, abzuwarten, wie sich die Europapolitik von Präsident Trump entwickelt.“ Dayton erklärte das Jahr 2016 zum erfolgreichsten seit dem Bestehen der bilateralen Einrichtung. Im Oktober hatten Deutschland und die USA einen neuen Vertrag unterzeichnet, der dem Europäischen Zentrum für Sicherheitsstudien eine solide Zukunft garantiert. Deutschland hat seinen finanziellen Beitrag deutlich erhöht und will die Einrichtung noch aktiver für die Sicherheitspolitik einsetzen. Nicht unwichtig ist sicherlich auch die Verbindung zum neuen Verteidigungsminister Jim Matties, der die Garmisch-Partenkirchner Einrichtung 2013 besucht hatte und „das, was wir hier tun, in großem Maße respektiert“, so Dayton.

Auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer kam nicht „an den ungewöhnlichen Ereignissen und Entscheidungen, die so nicht erwartet wurden“, vorbei. Die Wahl von Trump, der Brexit, die fehlende Einigkeit der Europäer im Hinblick auf die Flüchtlingswelle – all das nannte sie „keine beruhigende Situation“. Sie streifte die Rolle der Medien und die Kommunikation in sozialen Netzwerken, die das Empfinden der Bürger verändern. Das Thema Aufnahme und Umgang mit Flüchtlingen beschäftige die Marktgemeinde weiterhin. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen, die hier engagiert mithelfen und betonte, dass sich die Situation im Abrams-Hotel unter Mithilfe der Polizei inzwischen deutlich verbessert habe. An die Adresse der Staatsregierung stellte sie erneut die Frage, ob eine Erstaufnahmeeinrichtung in einer überwiegend vom Tourismus lebenden Gemeinde Sinn macht. Auf die vielfältigen Themen der Ortspolitik ging Meierhofer ebenso ein. Sie sprach über geplante Hotelprojekte, das Leifheit-Erbe („das uns intensiv beschäftigt“), die anstehenden Baumaßnahmen am Kongresszentrum und den Kulturbereich, wo wesentliche Entscheidungen zu treffen sind. Klangvoll umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Gebirgsmusikkorps. Zur Tradition gehörte auch, dass man bei kaltem und warmem Buffet ungezwungen ins Gespräch kam.

Von Ilka Trautmann

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