Vierschanzentournee ohne Zuschauer - Karl Geiger gewinnt in Oberstdorf

Neujahrsspringen in Partenkirchen

Tribüne
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Auch das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen findet ohne Zuschauer statt.

GAP – Die Vierschanzentournee ist gestartet. Auch wenn die Traditionsveranstaltung an allen vier Austragungsorten ohne Zuschauer stattfinden muss - das Interesse der Sportwelt ist ungebrochen hoch. Zumal ein Deutscher das Auftaktspringen in Oberstdorf dominierte: Karl Geiger konnte auf seiner Heimatschanze gewinnen!

Am 1. Januar ist es in Garmisch-Partenkirchen wieder soweit. Dann werden Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt live dabei sein, wenn der Sieger des Neujahrsspringens in Partenkirchen ermittelt wird. Der letzte Vierschanzentournee-Gesamtsieg für einen Deutschen liegt inzwischen 19 Jahre zurück – Sven Hannawald schrieb damals Sportgeschichte und schaffte es als erster Athlet, alle vier Springen für sich zu entscheiden. Dies war 2002 auch der letzte Sieg eines Deutschen in Partenkirchen. Inzwischen haben es zwei Springer Hannawald gleich getan und ebenfalls den Grand Slam geholt: 2017/18 schaffte es Kamil Stoch aus Polen, das Kunststück mit vier Tagessiegen zu wiederholen. 2018/19 gelang das gleiche dem Japaner Ryoyu Kobayashi. Als Topfavorit aber geht der Norweger Halvor Egner Granerud an den Start. Er gewann die vergangenen fünf Springen vor der Tournee.

Auch die deutschen Adler haben sich viel vorgenommen und wollen für Furore sorgen. Die Hoffnungen ruhen insbesondere auf Markus Eisenbichler. Er ist momentan der konstanteste DSV-Adler in der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher. In dieser Saison konnte er schon im polnischen Wisla und im finnischen Ruka gewinnen. Bei der Tournee-Generalprobe im schweizerischen Engelberg kam Eisenbichler am vierten Adventswochenende auf Rang zwei. In Oberstdorf schaffte es Eisenbichler auf Rang 5. Am meisten freute er sich aber mit seinem Teamkollegen Karl Geiger.

Denn richtig gut in Form ist auch der Oberstdorfer Geiger, der am zweiten Dezemberwochenende Skiflug-Weltmeister wurde. Er siegte im slowenischen Planica vor Granerud und Eisenbichler. Doch da er kurz danach bei einem Routinetest positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, war sein Start beim Auftakt der Vierschanzentournee fraglich. Der Weg zum Tourneestart wurde für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit. Dann das große Aufatmen für ihn und die deutsche Mannschaft: Ein in Oberstdorf durchgeführter PCR-Test fiel negativ aus – damit hatte Geiger grünes Licht für die Teilnahme an der Tournee. Was für ein Comeback nach seiner Corona-Infektion: Karl Geiger hat am Dienstag das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in seiner Heimat Oberstdorf gewinnen können - und das nur zwei Tage nach dem Ende seiner Quarantäne.

Große Verunsicherung gab es bei der polnischen Mannschaft. Das Gesundheitsamt Oberstdorf hatte am Montag den Start der polnischen Mannschaft untersagt. Nach einem positiven Test von Klemens Muranka wurden alle übrigen Teammitglieder in Quarantäne geschickt. Doch nur einen Tag später folgte die Entwarnung. Alle sieben polnischen Skispringer sowie der Trainer- und Betreuerstab hatten am Dienstagmorgen erneut - und damit dann zum zweiten Mal - durchweg negative Testergebnisse erhalten und sind damit zurück bei der Vierschanzentournee. Und Kamil Stoch, einer der Favoriten, setzte auch gleich ein Ausrufezeichen: Er wurde beim Auftaktspringen von Oberstdorf Zweiter und musste sich nur Karl Geiger geschlagen geben. Rang drei ging übrigens an den Norweger Marius Lindvik.

Jetzt aber gilt der Blick dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. An Silvester beginnt das Training um 11.45 Uhr und die Qualifikation um 14 Uhr. Der Probedurchgang startet am Neujahrstag um 12.30 Uhr. Der erste Wertungsdurchgang in Partenkirchen beginnt dann am Neujahrstag, 1. Januar 2021, um 14 Uhr. Anschließend findet das Finale und die Siegerehrung statt. Es wird auch in diesem Jahr wieder ein ganz spannender Wettbewerb werden. Gespannt schauen die deutschen Fans auf Karl Geiger und Markus Eisenbichler. tf

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