Neujahrsspringen sicherer – Installation eines Windnetzes wirkt Thermik-Problem entgegen

Es sind nur noch zehn Tage, dann beginnt das Jahr 2012 und damit steigt auch das traditionelle Neujahrsskispringen in Partenkirchen. Dieses wird erstmals mit Windschutz ausgetragen. Im Auftrag des Deutschen Skiverbandes (DSV) errichtet der österreichische Spezialist Alpina ein insgesamt 1500 m² großes Windnetz entlang der neuen Olympiaschanze, um die Austragung des Skisprung-Highlights am 1. Januar zu sichern.

Verband und Organisationskomitee reagieren damit auf die Erfahrungen aus dem Vorjahr, als der Wettkampf nach langen windbedingten Verzögerungen nach einem Durchgang abgebrochen werden musste. „Die Vierschanzentournee ist jedes Jahr das absolute Highlight im nordischen Skiwinter. Die Ausrichtung des Events zu sichern, ist für uns selbstverständlich. Das sind wir den Sportlern, den Fans in den Stadien und dem Millionenpublikum vor dem Fernseher schuldig“, erklärt Thomas Pfüller, Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes. Die neue Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen ist die zweite Station der Tournee, die über ein Windnetz verfügen wird. Seit drei Jahren wird bereits in Innsbruck, der dritten Tourneestation, mit Windnetz gesprungen. Auch diese Anlage stammt von Alpina. „Ich bin froh, dass wir jetzt mit dem DSV und der Marktgemeinde eine Lösung gefunden haben, das motiviert unser Team ungemein“, sagt Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen und Vorsitzender der Organisationskomitees beim Neujahrsskispringen. Die neue Konstruktion wird derzeit zwischen Kampfrichterturm und der Schanze, also auf der Gudiberg-Seite, installiert. Sie ist dreiteilig, jeweils zehn Meter hoch und wird mit Hilfe von sieben Stahlmasten sowie Abspannsystemen getragen. Das neue Windnetz soll das Neujahrsskispringen vor dem thermischen Nachmittagswind am Gudiberg schützen, der sich meist ab 14 Uhr aufbaut. Dieser Nachmittagswind hatte der Jury des Skiweltverbandes FIS seit dem Neubau der Olympiaschanze im Jahr 2007/08 das Leben schwer gemacht, weil der Schanzentisch der neuen Anlage um über zehn Meter über dem der alten Schanze liegt und damit windanfälliger ist. Der erste Testlauf mit Windnetz erfolgt am 17. und 18. Dezember beim FIS-Cup in Garmisch-Partenkirchen. Für die Tourneekollegen aus Innsbruck ist ein Windnetz längst Standard. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht und werden an dieser Lösung festhalten, um unser Bergiselspringen zu sichern. Es freut mich, dass wir jetzt in Garmisch-Partenkirchen die zweite Tourneeschanze mit Windnetz belegen. Das zeigt, wie wichtig wir als Organisatoren, aber auch die beiden Skiverbände aus Deutschland und Österreich unseren Anspruch sehen, bei der Vierschanzentournee absoluten Spitzensport zu garantieren“, sagt Alfons Schranz, Präsident der Vierschanzentournee und Chef des Organisationskomitees in Innsbruck. An den beiden weiteren Schanzen in Oberstdorf und Bischofshofen sind keine Windnetze notwendig. „Dort springen wir ja abends, da gibt es weniger Thermik-Probleme, außerdem sind die Anlagen gut vor Windeinfluss geschützt“, so Tournee-Geschäftsführer Stefan Huber. Das Training beginnt am 31. Dezember um 11.45 Uhr, die Qualifikation um 14 Uhr. Am Neujahrstag startet der Probedurchgang um 12.30 Uhr, ehe der erste Wertungsdurchgang um 14 Uhr beginnt. Gegen 15 Uhr startet das Finale, es folgt die Siegerehrung.

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