Neuner verteidigt Weltcupführung – Magdalena Neuner und Miriam Gössner mit tollen Ergebnissen in Antholz

Magdalena Neuner kann erneut auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken. Bei zwei von drei Rennen in Antholz kam die Wallgauerin auf’s Podest.

Den Beginn machte das Sprintrennen über 7,5 Kilometer. Dabei kristallisierte sich schnell an der Spitze ein Dreikampf zwischen Magdalena Neuner, der Slowakin Anastasiya Kuzmina und Kaisa Mäkäräinen aus Finnland heraus. Letztere lag vor Kuzmina in Führung, nachdem die ersten zehn Läuferinnen die 1,4 Kilometer passiert hatten. Alle drei absolvierten das erste Schießen fehlerfrei. Die ebenfalls hoch gehandelte Darja Domratschewa musste nach zwei Fehlern am ersten Schießstand gleich auf 300 Extrameter. Tosender Applaus war von den Rängen gekommen, als Magdalena Neuner als 17. Starterin an dem Ort auf die Strecke ging, wo sie im Jahr 2007 in ihrer ersten Weltcupsaison gleich drei Mal Gold geholt hatte. Ebenso beim ersten Schießen, das sie fehlerfrei über die Bühne brachte: Bei jedem Treffer brach begeisterter Jubel aus dem Publikum, Neuner lag danach an der Spitze. Auch nach dem zweiten Schießen führte Neuner trotz einer Strafrunde das Feld an, 5,6 Sekunden vor der fehlerfreien Mäkäräinen. Die schlecht in den Wettbewerb gestartete Domratschewa schob sich auf der Strecke ohne steile, dafür aber mit vielen kleinen Anstiegen nach vorne und wurde am Ende Dritte hinter Neuner und Mäkäräinen. Die gut gestartete Kuzmina fiel noch auf Rang acht zurück. Miriam Gössner vom SC Garmisch kam auf einen guten 15. Platz. Das zweite Rennen war die Staffel, dabei kamen die Deutschen erneut nicht auf einen Podestplatz. Das Quartett in der Besetzung Franziska Hildebrand, Magdalena Neuner, Miriam Gössner und Tina Bachmann kam auf Rang sechs. Es siegte Frankreich vor Weißrussland vor Russland. Zwei Strafrunden und zwölf Nachlader waren zu viel, um in den Kampf um die Podestplätze mit eingreifen zu können. Dabei sah es trotz der verletzungsbedingt fehlenden Andrea Henkel zwischenzeitlich sogar nach einem Sieg aus. Zur tragischen Heldin wurde jedoch Schlussläuferin Tina Bachmann. In Führung liegend zum letzten Schießen gekommen, hatte sie Probleme mit ihrem Gewehr, ließ sich verunsichern und musste schließlich in die Strafrunde. Während vorn Marie Dorin Habert Platz eins vor der heranstürmenden Weißrussin Darja Domratschewa verteidigte, hatte Bachmann mit dem Sieg nichts mehr zu tun und lief 1:15 Minuten hinter der Siegerin ins Ziel. Fast schon traditionell hatte Franziska Hildebrand die Staffel angelaufen, zeigte ein gewohnt gutes Schießen mit nur einem Nachlader im Stehendschießen, verlor aber in der Loipe 46 Sekunden und wechselte als Elfte. Neuner hingegen lief wie entfesselt über die Loipe und brachte die deutsche Staffel trotz einer Strafrunde im Liegend- und dreier Nachlader im Stehendschießen auf den zweiten Platz. Allein in der Schlussrunde machte sie 34 Sekunden auf die zu diesem Zeitpunkt führende Helena Ekholm wett. Ihre Schießfehler seien überflüssig gewesen, meinte Neuner: „Es war ein bisschen Wind. Da habe ich falsch gerastet.“ Unzufrieden war sie dennoch nicht: „Das Liegen verbuche ich unter Pech. Stehend hab ich etwas gezittert. Aber es hat schon gepasst.“ Dann kam ein Gala-Auftritt von Miriam Gössner, der Hoffnung machte. Bis zum ersten Schießen führte sie das Verfolgerfeld an die führende schwedische Staffel heran. Dort ließ sie sich auch von zwei Fehlern nicht verunsichern, traf mit ihren Reservepatronen und machte sich erneut auf die Verfolgung. Als sie im Stehendanschlag mit einem Fehler begann, war zwar kurzzeitig Schlimmes zu befürchten, doch Gössner traf danach fünf mal ins Schwarze, während ihre Konkurrentinnen um sie herum ein Fehlerfestival feierten. Beim Wechsel lag die deutsche Staffel nur noch 4,5 Sekunden hinter den führenden Französinnen. Doch dann kam Tina Bachmann. Damit fährt die deutsche Damenstaffel ohne eine Podestplatzierung zur Heim-WM nach Ruhpolding. Zum Abschluss der Wettbewerbe in Antholz fand das Massenstartrennen über 12,5 Kilometer statt. Dabei belegte Neuner Platz drei hinter der Weißrussin Darja Domratschewa und Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei. Dabei sah es lange Zeit nach dem 30. Weltcupsieg ihrer Karriere aus. 18 Mal traf die Wallgauerin ins Schwarze, dann schoss sie zwei Mal daneben und musste Domratschewa und Kuzmina an sich vorbeiziehen lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Neuner das Rennen dominiert. Bereits nach dem ersten Schießen setzte sie sich mit Kuzmina und der Russin Swetlana Slepzowa ab. Beim zweiten Liegendschießen musste Slepzowa abreißen lassen, und beim dritten Anschlag ließ sich Neuner auch nicht von einem Repetierfehler beirren. Anders als Tina Bachmann in der Staffel blieb sie ruhig, holte die klemmende Patronenhülse aus dem Gewehr, traf alle Scheiben und schloss wieder auf Kuzmina auf. Hinter den beiden lief jedoch Darja Domratschewa ein beeindruckendes Rennen. Beim ersten Schießen hatte sich der Schützling des Thüringers Klaus Siebert zwei Strafrunden eingehandelt und lag 50 Sekunden zurück. Danach aber blieb sie fehlerfrei, war in der Loipe die mit Abstand Schnellste und hatte zum letzten Schießen den Rückstand zu Kuzmina und Neuner aufgeholt. Dort patzte zunächst Kuzmina, dann setzte Neuner ihre letzten Schüsse daneben. Domratschewa traf alles, und auf der Schlussrunde ließ sie sich den Sieg nicht mehr nehmen. „Beim letzten Schießen habe ich nichts gedacht“, sagte sie. „Ich hatte einen Tunnelblick. So wie mein Trainer mir das immer sagt. Wir haben heute gemeinsam gewonnen.“ Domratschewa siegte mit 25,1 Sekunden Vorsprung vor Kuzmina, Neuner kam sieben Sekunden später. „Bei einem dritten Platz gibt es nichts zu meckern“, so Neuner , die ihre Weltcupführung verteidigte. Mit Blick auf die kommenden Rennen meinte sie: „Die 30 machen wir schon noch voll“, nachdem sie bislang 29 Weltcupsiege feiern konnte, auch mit Blick auf die WM im März: „In den letzten Jahren bin ich gegen Ende der Saison immer noch einmal stärker geworden. Ich hoffe, dass wieder so ist.“ Einen rabenschwarzen Tag erwischte Gössner. Bereits auf der ersten Runde brach ihr der Stock. Lange musste sie mit nur einem laufen, sportlich fair reichte ihr der Trainer der Russen, Wolfgang Pichler, einen Ersatz. Am Schießstand handelte sie sich dann sieben Extrarunden ein und wurde Letzte im 30er-Feld.

Meistgelesen

Übergriff auf 24-Jährige
Übergriff auf 24-Jährige
Anstieg der Straftaten
Anstieg der Straftaten
Sohn der Pflegekraft festgenommen
Sohn der Pflegekraft festgenommen
Überragende Saison für Laura Dahlmeier
Überragende Saison für Laura Dahlmeier

Kommentare