Volles Programm für die Skirennläufer

Felix Neureuther gut in Form

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Felix Neureuther ist zufrieden.

GAP – Der Januar ist traditionell der Monat der Slalomläufer. So auch im Jahr 2017. In den vergangenen Tagen fangen gleich zwei Torläufe und ein Riesenslalom statt. Hier zeigte Felix Neureuther, dass mit ihm in einem Monat bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz zu rechnen ist.

Es war ein Traumstart ins neue Jahr für Felix Neureuther. Beim Slalom-Weltcup in Zagreb fuhr der Deutsche im zweiten Durchgang von Platz acht noch auf das Podium. Bei starkem Wind und Schneefall patzten einige Top-Fahrer. Auch der Weltcup-Spitzenreiter Marcel Hirscher kam bei diesen Bedingungen nicht zurecht. Lediglich Routinier Manfred Mölgg aus Italien war an diesem Tag besser als der Partenkirchner. Slalom-Ass Henrik Kristoffersen aus Norwegen beendete den Wettbewerb als Dritter. „Ich hab nicht alle Schwünge unten perfekt getroffen. Der Rest war nicht so schlecht. Man hat nicht viel gesehen. Die Bedingungen waren schwierig, da hat sich die Erfahrung bezahlt gemacht“, witzelte der 32-Jährige. Das Feld lag nach dem ersten Durchgang extrem dicht beisammen. Als Achter hatte Neureuther nur 0,52 Sekunden Rückstand auf den Überraschungs-Führenden Manuel Feller aus Österreich. „Ich wusste, dass ich voll auf Angriff fahren muss. Es hat zum Glück geklappt“, freute sich Neureuther, der im Ziel nach 75 Toren eine neue Bestzeit aufstellte, an der sich mit Ausnahme von Mölgg alle anderen sechs folgenden Starter die Zähne ausbissen. Slalom-Ass Kristoffersen verfehlte die Neureuther-Zeit um 0,05 Sekunden. Österreichs Superstar Marcel Hirscher, der die letzten drei Torläufe in der kroatischen Hauptstadt gewonnen hatte, musste sich mit dem sechsten Rang begnügen. Dramatisch endete das Rennen für die drei Schnellsten des ersten Durchgangs. Feller fädelte schon am zweiten Tor ein und musste alle Hoffnungen auf eine dicke Slalom-Überraschung früh begraben. Der Franzose Julien Lizeroux - Zweiter nach dem ersten Lauf - kam mit deutlichem Gegenwind auf dem Flachstück nicht klar und fiel auf Rang neun zurück. Mark Engel aus den USA hatte das Kunststück vollbracht, im ersten Durchgang vom 45 auf den dritten Rang zu wedeln. Im Finale wollte er zu viel. Nach einer aggressiven Fahrt kam kurz vor dem Ziel das Aus.

In Adelboden gab es am vergangenen Wochenende zwei Technik-Bewerbe. Im einem packenden zweiten Lauf setzte sich dabei der Franzose Alexis Pinturault beim Riesenslalom im gegen den Österreicher Marcel Hirscher durch, der zum 100. Mal auf einem Podium stand. Am Chuenisbärgl, wo Hirscher nach dem ersten Durchgang Dritter war, kurvte der Österreicher eine unglaubliche Kampflinie im zweiten Lauf nach unten: Knappe zwei Sekunden Vorsprung fuhr er heraus. Doch für den ersten Platz sollte es dennoch nicht reichen: Der Führende des ersten Laufs war 0,04 Sekunden schneller als der Österreicher: Alexis Pinturault ist damit der erfolgreichste französische Skifahrer. Dritter wurde Hirschers Teamkollege Philipp Schörghofer (+1,94 Sek.) Felix Neureuther verspielte im ersten Durchgang nach einer verkorksten Fahrt einen vorderen Platz. Über die gesamte Strecke leistete er sich dicke Patzer. „Das war von oben bis unten ein fehlerhafter Lauf. Mich hat eine Stange am Oberschenkel getroffen - der ist jetzt ziemlich blau“, sagte der Partenkirchner. In der Pause wurde der Oberschenkel behandelt – und Neureuther zeigte im 2. Lauf, was er kann: Der 32-Jährige kam viel besser mit der Piste zurecht; den schwierigen Zielhang fuhr er sehr gefühlvoll: Nach dem eher enttäuschenden zehnten Platz im ersten Durchgang reichte es am Ende für den achten Rang (+2,27 Sek.). „Der zweite Lauf ist mir super gelungen“, resümierte Neureuther nach dem Rennen. Beim Slalom lief es besser für den Partenkirchner, der Vierter wurde. Es gewann der Norweger Henrik Kristoffersen, der in beiden Läufen eine Welt für sich war. Er führte bereits nach dem ersten Lauf mit großem Vorsprung, profitierte dabei aber von seiner niedrigen Startnummer und den zunächst guten Sichtverhältnissen. Aber im zweiten Durchgang herrschten für alle 30 Starter die gleichen Bedingungen, und der Norweger demonstrierte erneut sein ganzes Können: 1,83 Sekunden betrug der Vorsprung auf den zweitplatzierten Manfred Mölgg aus Italien. Dritter wurde der Österreicher Marcel Hirscher (+ 2,19 Sek.), der im ersten Lauf noch ein Opfer des Nebels war. „Das sind zwei verschiedene Rennen. Es ist irregulär. Eigentlich müsste man abbrechen“, sagte der Gesamtweltcup-Führende. Mit entsprechender Wut im Bauch zeigte Hirscher im zweiten Lauf, was er kann - sehr zum Leidwesen von Felix Neureuther. Er präsentierte einen guten zweiten Lauf, letztlich fehlten auf den dritten Platz nur 0,05 Sekunden. „Das ärgert mich schon“, so Neureuther, der nach dem ersten Durchgang noch Dritter gewesen war: „Aber ich hatte im ersten Lauf wahnsinniges Glück mit den Bedingungen und brauche mich nicht zu beschweren.“ Nun steht am Sonntag der Slalom in Wengen auf dem Programm. Der erste Durchgang beginnt um 10.30 Uhr, der zweite um 13.30 Uhr. Neureuther freut sich: „Wengen mit seinem charakteristischen Slalomhang ist ein echter Klassiker im Weltcup. Mir liegen die Hänge in Wengen, Kitzbühel und Schladming, die eine ganz eigene Topographie aufweisen. Ich bin also hochmotiviert, diese Slalomklassiker erfolgreich zu gestalten. In Wengen soll es damit losgehen.“ Es folgt dann der Torlauf in Kitzbühel. Den Abschluss bildet das Flutlichtrennen in Schladming. Nach Neureuthers Heimrennen, einem Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen, und dem City Event in Stockholm beginnt am 6. Februar die WM in St. Moritz.

Von Titus Fischer

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