Gefordert werden sozial faire Bedingungen und Verbesserungen

Neuvergabe Werdenfelsbahn 2025

Werdenfelsbahn
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Die Neuvergabe der Werdenfelsbahn steht an.

GAP – In diesem Jahr wird über die Neuvergabe der Werdenfelsbahn ab 2025 entschieden. Die Ausschreibung umfasst die Bahnstrecken von München über Garmisch-Partenkirchen und Seefeld nach Innsbruck sowie von München nach Kochel, von Garmisch-Partenkirchen über Reutte nach Pfronten und von Murnau nach Oberammergau.

Angesichts der drohenden Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, von Lohndumping und fehlenden Tarifverträgen, hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn mit betroffenen Bahnbeschäftigten, Vertretern:innen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und von mobifair (Verein für fairen Wettbewerb in der Mobilitätswirtschaft) getroffen.

Von Brunn war sich mit den Arbeitnehmer-Vertreter:innen einig, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bei der Vergabe unbedingt die Einhaltung von guten Arbeits- und Sozialstandards vorschreiben muss: „Die Arbeitsbedingungen und Gehälter dürfen sich auf keinen Fall verschlechtern. Da ist die BEG in der Verantwortung. Die Beschäftigten und der öffentliche Verkehr insgesamt brauchen gute Löhne, mehr Ausbildung und mehr Personal. Davon profitieren auch die Betriebssicherheit und die Zuverlässigkeit. Und das ist auch ganz klar im Interesse der Fahrgäste!“

„Wir begrüßen die durch die BEG geforderte verpflichtende Ausbildungsquote bei Neuausschreibungen, fordern jedoch, dass sie gestärkt und kontrolliert wird. Nur mit einer qualifizierten Ausbildung lassen sich neue und motivierte Fachkräfte für den SPNV im Freistaat Bayern gewinnen und ausbilden“, sagt Jugendauszubildendenvertreter Daniel Koch. „Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die dreijährige Berufsausbildung. In dieser Zeit kann alles Wichtige und Relevante für den späteren Beruf mit Gewissheit und Sicherheit erlernt werden.“

„Bei Betreiberwechsel sollten nicht nur unsere Fahrpersonale einen Anspruch auf Übernahme zum neuen Betreiber haben, sondern auch unsere qualifizierten Schienenfahrzeuginstandhalter aus der Werkstatt“, fordert Michael Scherübl, Werkstattmitarbeiter. Elisabeth Balken, Kundenbetreuerin im Nahverkehr, argumentiert ganz im Sinne der Fahrgäste: „Die BEG sollte mehr Fahrgastkomfort durch die Umrüstung von Doppelstockwagen für die Fahrradmitnahme in die Ausflugsregion Werdenfels schaffen, um so für eine höhere Reisesicherheit für Fahrgast und Fahrpersonal zu sorgen. Dies gerade in den Stoßzeiten der Ausflugszeiten.“

Von Brunn und die Arbeitnehmer-Vertreter kritisieren den zunehmenden Trend zu Outsourcing und einer massiven Verschlechterung von Löhnen und Arbeitsbedingungen im öffentlichen Verkehr. „Die Deutsche Bahn ist da noch der Einäugige unter den Blinden. Aber was bei manchen anderen Unternehmen mit den Beschäftigten passiert, ist schlichtweg eine Sauerei. Sparen beim Personal, bei der Wartung oder bei der Zugbegleitung schafft später nur neue Probleme. In der Konsequenz führt das zu Ausfällen, Verspätungen und Sicherheitsproblemen für die Fahrgäste!“, fasst von Brunn zusammen. kb

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