St. Nikolaus bekommt neue Sakristei – Sanierung der Murnauer Pfarrkirche: Angedachter Zeitplan nicht einzuhalten

Die Pfarrkirche St. Nikolaus thront hoch über Murnau. In den kommenden zwei Jahren wird sie gründlich saniert. Foto: Bitala

St. Nikolaus gehört zu den beeindruckendsten Sakralbauten rund um den Staffelsee. Diese katholische Pfarrkirche prägt das Ortsbild von Murnau und wurde nicht nur von den Künstlern Wassily Kandinsky und Gabriele Münter für die Ewigkeit auf Leinwand gebannt. Jetzt steht eine gründliche Sanierung des Gotteshauses an, die erste seit Ende der 60er Jahre.

Die Instandsetzung des Gebäudes von außen wird keine großen Probleme bereiten, glaubt Pfarrer Siegbert Schindele. Da seien nur relativ kleine Maßnahmen im Bereich der Fenster, des Daches und des Turmes zu machen. Allerdings, schränkt der Pfarrer ein, könne man den genauen Umfang erst dann seriös prognostizieren, wenn die Voruntersuchungen abgeschlossen sind. Das soll in den nächsten Wochen geschehen: „Wir stehen in enger Verbindung mit unserem Architekten, der Bauverwaltung in der Diözese Augsburg und dem Landesamt für Denkmalschutz. Erste Gespräche dieser Gremien haben bereits stattgefunden.“ Am auffälligsten im Außenbereich soll eine neue Sakristei werden. Siegbert Schindele: „Die alte Sakristei kann man guten Gewissens gar nicht als solche bezeichnen. Sie ist viel zu eng.“ Angedacht ist eine neue Sakristei im Nordosten von St. Nikolaus. Dort befindet sich bereits ein kleiner Anbau, der ersetzt werden könnte; „Uns ist klar, dass das kein barockisiertes Nebengebäude werden darf. Es muss klar erkennbar sein, dass es sich um einen Neubau des 21. Jahrhunderts handelt“, so Schindele. „Der Standort wird so gewählt, dass weder aus der Blickrichtung Osten noch vom Münterhaus her das gewohnte Bild gestört wird.“ Anders sieht es im Inneren aus. Da weiß noch niemand, was auf die Planer und die Handwerker zukommt. Das Ziel ist jedoch, die Deckengemälde und Wände vom Ruß und Staub der vergangenen 40 Jahre zu befreien. Der Münchner Architekt Clemens Pollok spricht deswegen nicht von Sanierung, sondern von einer Konservierung – die Kirche soll in einen Zustand gebracht werden, der den Gläubigen die nächsten Jahrzehnte Freude bereitet. Den größten Arbeitsaufwand wird wohl die Reinigung des riesigen Kuppelgemäldes beanspruchen. Eines steht heute schon fest: Der angedachte Zeitplan kann nicht eingehalten werden. „Die Außensanierung wollen wir heuer noch anpacken. Das klappt wohl auch. Mit den Innenarbeiten wollten wir am Dienstag nach Ostern 2013 beginnen. Diese Vorstellung war zu blauäugig. Wir müssen die Kirche wohl schon ab dem 7. Januar 2013 sperren und hoffen bis zum Nikolaustag 2013 fertig zu sein“, sagt Schindele. Warum dieser vorgezogene Baubeginn? Wie der Pfarrer sagt, wird es alleine sechs bis acht Wochen dauern, das gewaltige Gerüst in der Kirche aufzustellen. Zwar werden die Altäre nicht von den Wänden abgerückt, aber sie müssen komplett abgeräumt werden. Alle Figuren, Bilder und Kunstgegenstände werden säuberlich in Kisten verpackt und während der Bauzeit auf den Kirchenbänken gelagert. Aus konservatorischen Gründen dürfen die Statuen und Gemälde das geschützte Klima im Gotteshaus nicht verlassen. Wie viel die Sanierung kostet, wird bis Ostern feststehen. Der Architekt bereitet derzeit die Ausschreibungen vor und holt Kostenvoranschläge ein. Bis dahin ist auch abzuschätzen, ob der Zeitplan bis Ende 2013 eingehalten werden kann. Schindele: „Die Ausschreibungen werden zeigen, ob alle Handwerker im kommenden Jahr ihre Aufträge erfüllen können. Finden wir zum Beispiel keinen Kirchenmaler, müssten wir eventuell auf 2014 ausweichen.“ Zur Finanzierung sagt Schindele, dass es voraussichtlich Zuschüsse von der Diözese und vom Denkmalschutz geben kann. Und eines ist ihm wichtig zu betonen: „Mein Vorgänger Pfarrer Helmut Enemoser hatte in den vergangenen Jahren gut vorgesorgt. Er hat das von den Gläubigen gezahlte Kirchgeld für die Kirchensanierung reserviert.“ Spenden sind aber immer willkommen, wer helfen mag, kann sich an das katholische Pfarramt wenden. Schindele denkt mit seinen Mitarbeitern auch darüber nach, wohin die Gottesdienste aus der geschlossenen Pfarrkirche verlagert können: „Da müssen wir in den Pfarrsaal und in unsere Filialkirchen ausweichen. Die großen Messen an Ostern und Pfingsten könnten wir vielleicht im Kultur- und Tagungszentrum feiern, wenn uns die Marktgemeinde dabei behilflich ist.“ Mehr Infos: www.st-nikolaus-murnau.de.

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