NOlympia-Vertreter trafen sich – Netzwerk: "Der Ort muss jetzt seine Probleme selber lösen"

Am 6. Juli – genau ein Jahr nach der Vergabe der XIII. Olympischen Winterspiele an Pyeongchang – trafen sich VertreterInnen des Netzwerks „NOlympia“ in Garmisch-Partenkirchen. „Ich kann mich gut an die große Erleichterung erinnern, die mich vor exakt einem Jahr überkam. Damit ist uns in Bayern ein ökologischer und ökonomischer Wahnsinn erspart geblieben: Die einseitige Aufbürdung aller Kosten und Risiken auf die Steuerzahler, die ökologischen Folgelasten, die Fixierung auf unsinnige Straßenbauprojekte und die mangelhafte Nachhaltigkeit tempo- rär zu errichtender Sportstätten“, so der Grüne Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann, einer der Sprecher des Bündnisses. Nicht zuletzt hätte München 2018 die Abholzung von über 1500 alten Bäumen auf dem Gelände der Bundeswehr bedeutet.

Axel Doering, der das Bürgerbegehren in Garmisch-Partenkirchen initiiert hatte, wird noch heute auf die Olympiabewerbung angesprochen: „Die Erleichterung der Menschen, dass ihnen das Spektakel mit untragbaren Eingriffen und der Missachtung der berechtigten Interessen von Grundeigentümern erspart bleibt, wird immer deutlicher. Der Ort macht sich jetzt daran seine Probleme anzugehen und nicht immer nur auf Olympia zu starren, das angeblich alle Probleme lösen sollte.“ Wie negativ die Aspekte seien, die München und Oberbayern erspart blieben, zeige auch der von der Gesellschaft für ökologische Forschung veröffentlichte Inter- netauftritt www. nolympia.de. Dazu Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl: „Insbesondere ein Blick in die Ausrichterstädte Turin (2006), Vancouver (2010) und Sotschi (2014) zeigt die ökologischen und finanziellen Auswirkungen von Olympischen Winterspielen. Je näher die Olympischen Sommerspiele London 2012 rücken, desto häufiger wird nicht nur Kritik an den ausufernden Kosten dieses Megaevents laut. Wir dokumentieren die an die Öffentlichkeit dringenden Fakten und Zahlen auf unserer Homepage www.nolympia.de. Sie hat bislang über 380.000 Besucher und wird auch ein Jahr nach der Entscheidung von hunderten Menschen täglich aufgerufen. Dies zeugt vom weiterhin ungebrochenen weltweiten Interesse an der Kehrseite der Olympischen Medaille.“ Indes scheint eine europäische, möglicherweise deutsche Olympiabewerbung wieder an Strahlkraft zu gewinnen – Thomas Bach, Vizepräsident des IOC, und auch verschiedene Politiker bringen dies wieder in die öffentliche Diskussion.

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