Nunn beendet Spekulationen – Kolbensesselbahn: Gemeinde hat keine Grundstücke am Kolben verkauft

Seit Anfang November im Besitz der Kolben GmbH: Die Talstation der Kolbensesselbahn mit den zwölf Schneekanonen, die auf ihren Einsatz warten. Foto: Zinner

Den Kaufvertrag hat der Gemeinderat im April dieses Jahres verabschiedet, der entscheidende Tag war dann der 1. November 2011, als die Kolbensesselbahn in den Besitz der Kolben Aktiv Arena GmbH & Co.KG überging.

Im März 2008 hatte der Werkausschuss der Gemeinde Oberammergau den Verkauf und damit die Privatisierung der Kolbensesselbahn beschlossen, aus einer Vielzahl von Bewerbern heraus erhielt eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus Oberammergau und Unterammergau sowie die Ettaler Klosterbetriebe GmbH den Zuschlag. Mit einer vierseitigen Bürgerinformation hatte sich die Gruppe im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin wurde im Ammergau reichlich spekuliert, mit Namen und Zahlen gehandelt, aber auch nach der Präsentation war damit noch nicht Schluss. Erster Bürgermeister Arno Nunn hat deshalb vor kurzem in einer Bürgerinformation nochmals zur Sache Kolbensesselbahn Stellung genommen und so manchem Gerücht den Boden entzogen. Der Verkauf der Anlage wurde in der Bevölkerung immer wieder kritisch kommentiert: „Unter Wert verkauft“ oder „Grundstücke verschleudert“ waren Kommentare, die zu hören waren. Bürgermeister Nunn stellt in dieser Bürgerinfo klar, dass die Gemeinde keine Grundstücke am Kolben verkauft hat. Verkaufsgegenstand sind die Bahn, Beschneiungsanlage und die Kolbensattelhütte samt Inventar. Der Kaufpreis, so Nunn, entspreche dem maximal erzielbaren Marktpreis bzw. dem erzielbaren Ertragswert für die Anlage, es wurde das beste Kaufpreisangebot wahrgenommen. Die genaue Summe hat keine der beiden Seiten genannt, in Oberammergau wird ein Betrag um die 500000 Euro gehandelt. Übernommen hat die Kolben GmbH die Überfahrtsrechte für Bahn, Lifte und die Leitungen der Beschneiung, dafür ist ein Erbbauzins an die Gemeinde sowie die privaten Grundeigentümer zu zahlen. Erbbaurechte und Grunddienstbarkeiten laufen bis 31. Dezember 2040. Verpachtet wurde an die Kolben GmbH der Stufenparkplatz im Bereich der nördlichen Einfahrt der Umgehungsstraße. Bürgermeister Arno Nunn schloss seine Ausführungen mit den Worten: „Die Gemeinde wünscht der Kolben GmbH und ihren ortsansässigen Gesellschaftern eine glückliche Hand und viel Erfolg, der letztendlich uns allen zu Gute kommen wird.“ Der Winter steht vor der Tür, die GmbH kann also bald zeigen, wie ein Betrieb in privater Hand wirtschaftlich geführt werden kann. Für die Gemeinde Oberammergau war der Lift stets ein defizitärer Betrieb, daran hat sich auch mit der Bildung von Oberammergau Tourismus (OT) zum 1. Januar 2000 nichts geändert. OT blieb über zwölf Jahre lediglich ein selbständiger Verwaltungsbetrieb, auch die vielgepriesene Leistungs-Kostenrechnung konnte aus roten keine schwarzen Zahlen machen. In Kürze ist das Schicksal von OT besiegelt, am Jahresende wird der Eigenbetrieb aufgelöst. Zur Erinnerung bleibt dann nur das Nummernschild „GAP-OT“ am Gärtnerauto.

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