Vier historische Dokumentationen

ARD-alpha zeigt: Oberammergau und die Passion

Passionsspiele Oberammergau alpha retro
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Jesus zieht in Jerusalem ein - eine Szene aus den Oberammergauer Passionsspielen 1960.

Oberammergau – Die Passionsspiele 2020 sind infolge der Corona-Krise verschoben auf das Jahr 2022. Am heutigen Karfreitag, 10. April, ab 20.15 Uhr, ermöglicht ARD-alpha dennoch eine Begegnung mit den Passionsspielen und mit der Zeitgeschichte der Jahre zwischen 1959 und 1990 unter dem Titel „alpha-retro: Oberammergau und die Passion".

1633 wütete die Pest im Dorf. Sollte Oberammergau fortan von ihr verschont bleiben, so versprachen die Einwohner, würden sie regelmäßig ein Spiel von Jesu Leiden aufführen. Wie es heißt, blieben sie verschont. Doch in diesem Jahr sehen sich die Bewohner des Ortes gezwungen, ihr jahrhundertealtes Gelübde zu verschieben. Vier historische Dokumentationen befassen sich mit der Geschichte der Passionsspiele und blicken zurück auf vergangene Aufführungen.  

Die Sendungen im Einzelnen

„Spielerwahl in Oberammergau" (1959): Wer wird im nächsten Jahr, bei der 35. Passion seit 1634, den Christus spielen, wer die Maria, wer Petrus und wer den Judas? Der Film lässt die Anspannung unter den Oberammergauern spüren, schließlich zogen die Passionsspiele auch vor 60 Jahren bereits Hunderttausende Besucher an. Die Dokumentation um 20.15 Uhr fängt die Stimmung unter den Dorfbewohnern ein, von denen die meisten Protagonisten der Passion sein werden – mit Ausnahme verheirateter Frauen und Frauen über 35 Jahre. Das galt bis 1990.

Oberammergauer Passionsspiele (1960): Wie die Spiele im Jahr 1960 das Leben im Dorf bestimmen, ist das Thema der Dokumentation  „Oberammergauer Passionsspiele" um 20.35 Uhr. Und es ist wirklich das ganze Dorf – Jung und Alt, Arm und Reich –, das bei diesen Spielen zusammenwirkt; schließlich ist das Ganze auch ein Tourismusmagnet und damit ein weltliches Geschäft. Ein Plakat wirbt für einen  „Hausfrauenabend" zum Thema: „Was koche ich für meine Passionsspielgäste?" Es gibt Gymnastik in der Turnhalle, denn die langen Aufführungen können nur mit einer guten Physis durchgestanden werden. Der Film wirft auch einen Blick auf die damalige Aufführung mit der Szene, in der Jesus die Händler aus dem Tempel vertreibt.

Die ewige Passion (1970): In der Dokumentation  „Die ewige Passion" um 20.55 Uhr zu den Passionsspielen 1970 kommt zur Sprache, was schon länger diskutiert wurde: Der Jüdische Weltkongress erhebt Einspruch wegen der antisemitischen Inhalte von Teilen des Passionstextes. Der Vatikan fordert die Oberammergauer auf, das Spiel grundlegend zu überarbeiten. Doch das geschieht nicht. Rom entzieht den Passionsspielen daraufhin seine Zustimmung, die Missio Canonica. Der Passionstext muss geändert werden, aber: Würden dann weniger Zuschauer kommen?

Jesus oder Jeschua? (1990): Für die Passionsspiele 1990 ist man in Oberammergau bereit, den 100 Jahre lang unveränderten Text zu ändern. In der Dokumentation „Jesus oder Jeschua?" um 21.45 Uhr diskutieren die Religionswissenschaftler Ruth und Pinchas Lapide mit dem seinerzeit neuen Spielleiter Christian Stückl und dessen Dramaturgen Otto Huber. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen für die Passagen des Passionstextes, die den Vorwurf einer negativen Darstellung von Juden auf sich zogen. Der Film zeigt in Beispielen, wie der damals erst 28-jährige Regisseur Stückl das Ergebnis dieser Suche in seiner ersten Inszenierung umsetzt.   kb

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