Schulen arbeiten an neuen Konzepten

Offene Ganztagsschulen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Ganztagsschule
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Sie arbeiten alle gemeinsam an St. Irmengard am neuem OGTS-Konzept: (v.l.) Anna Bierbichler, Harry Helfrich, Monika Moser, Daniela Ott, Schulleiter Wolfgang Mühldorfer, Kathrin Rotter und Viktoria Meyer.

GAP / Landkreis – Zuhause allein über den Hausaufgaben brüten oder diese während der Mittagsbetreuung in der Schule erledigen, war gestern. In der Schullandschaft hat sich neben der Hortbetreuung für die Jüngsten mit dem Angebot der Offenen Ganztagsschulen (OGTS) an Grund-, Mittel-,Förder-, Wirtschafts-, Realschulen und Gymnasien Grundlegendes geändert. Neu ist dabei, dass in die ganztägige Förderung und Betreuung nach dem regulären Unterricht, einer Mittagsverpflegung und Hausaufgabenerledigung, Fördermaßnahmen und Freizeitangebote von Vereinen, Verbänden oder anderen Organisationen eingebunden sind.

Schulamtsleiterin Gisela Erl und Schulamtsdirektor Markus Köpf erläutern, wie es mit der OGTS, für die außer dem Geld fürs Mittagessen an staatlichen Schulen keine Kosten entstehen, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen für ihren Zuständigkeitsbereich steht. Sieben Grundschulen und vier Hauptschulen bieten die OGTS inzwischen an. Die Teilnehmerzahlen steigen. „Jede Schule hat dafür ein eigenes, für sie passendes Konzept erstellt, denn die Voraussetzungen und Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich“, erläutert Erl. So kooperiert zum Beispiel die Grund- und Mittelschule am Gröben mit der Caritas. Gemeinsam haben die OGTS, dass jahrgangsübergreifend und in Gruppenstrukturen gearbeitet wird. Sozialpädagogen, Lehrer und weitere Fachkräfte begleiten das Ganze.

Mit der Bürgermeister-Schütte-Mittelschule und der Christoph-Probst-Mittelschule Murnau bieten zwei Bildungseinrichtungen im Landkreis die ‚Gebundene Ganztagsschule‘ (GGTS) an. „Hier wird in einem festen Klassenverband der Schultag organisiert. Der Pflichtunterricht ist auf Vormittag und Nachmittag verteilt, Unterrichtsstunden wechseln mit Übungs-, Studierzeiten, sportlichen, musischen und künstlerischen Angeboten ab“, informiert Köpf über den Unterschied. Die OGTS bieten auch die Gymnasien und Realschulen im Landkreis an. In den Garmisch-Partenkirchner bischöflichen St. Irmengard-Schulen wurde die Zeit des Lockdowns genutzt, um an einem neuen Konzept für ihre OGTS zu arbeiten. Mit Generalsanierung und Schulneubau (wir berichteten), der Verbesserung der räumlichen Bedingungen wurde auch Lerninhalte weiterentwickelt. Die OGTS an St. Irmengard besuchen in Nicht-Lockdown-Zeiten 27 Gymnasiastinnen und 47 Realschülerinnen. Ihr eigenes Reich haben sie im hellen, freundlichen, nach oben geöffneten, durchgehenden Dachgeschoss, in dem auch Lernparzellen zur Verfügung stehen.

Das Bestreben heißt weg vom Image des Tagesheimes hin zur ‚Schule als Lebensraum‘. „Auch hier beruht das Prinzip auf drei Säulen: einer ordentlichen Mittagsversorgung, schulischer Unterstützung und Freizeitbetreuung“, erläutert Realschulleiter Wolfgang Mühldorfer. Für die Neuausrichtung der OGTS hat er die volle Unterstützung des katholischen Schulträgers in München. Zusätzliche Stellen für Fachkräfte konnten geschaffen werden. Das Team der Sozialpädagogen und Erzieher, zu dem Harry Helfrich, der aus dem JUZ hierher wechselte, und Anna Bierbichler (beide für die Realschule verantwortlich) sowie Monika Moser und Viktoria Meyer (beide zuständig fürs Gymnasium) gehören, ist dabei, ein Konzept zu erarbeiten.

Unterstützt werden sie von Schulpsychologin Daniela Ott und Diplom-Psychologin Kathrin Rotter. Vorbereitet werden verschiedene Online-Umfragen, denn dem Mitreden soll mehr Raum gegeben werden. „Die Wünsche der Schülerinnen, Antworten auf die Frage, was sie eigentlich selbst wollen, sind uns ebenso wichtig, wie die Meinungen von Eltern und Lehrern“, erläutert Harry Helfrich. Die stärkere Vernetzung zum Vormittagsunterricht und individuelleres Arbeiten gehören zu den Bestrebungen. „Die OGTS bieten ein großes Potential, Lernziele zu erreichen, jeden optimal zu fördern, Selbstbewusstsein zu stärken“, sagt Mühldorfer. „‘Ich möchte in die OGTS gehen‘ -das sollte der Wunsch unserer Schülerinnen sein“. sm

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