"Ohne euch wär’s zappenduster" BBV-Kreisobmann Nikolaus Onnich lobt "Frauenpower" auf Landfrauentag – Landesbäuerin Biechl macht Mut, Neuheiten po ...

V.li.: Kreisbäuerin Christine Singer, ihre Stellvertreterin Elisabeth Krötz und Landesbäuerin und Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl mit den neuen und wiedergewählten Ortsbäuerinnen des Landkreises. Fotos (2): Goebel

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ELISABETH GOEBEL, Farchant – „Es is scho immer a b’sonderer Tag, aber es is ned der oanzige, an dem mia Landfrauen nix machen“, stellte Kreisbäuerin Christine Singer mit einem Augenzwinkern klar, als sie den Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) am vergangenen Freitag in Farchant eröffnete. Der Alltag der Landfrauen und Bäuerinnen sei nicht nur von Arbeit geprägt, „mia lassen’s uns auch zwischendurch gut gehen“, versicherte sie. Doch besonders an diesem Tag freuen sich immer alle auf ein gemütliches Zusammenhocken, darauf, Erfahrungen in der Arbeit über die Ortsgrenzen hinaus auszutauschen und auch darauf, wichtige Themen anzuschneiden. Neben den vielen Frauen aus dem ganzen Landkreis folgten dem Ruf der Kreisbäuerin auch viele Ehrengäste, darunter Landrat Harald Kühn, BBV-Kreisobmann Nikolaus Onnich oder auch Bürgermeister Martin Wohlketzetter. Für Christine Singer und Landesbäuerin Annemarie Biechl bot dieser Tag einen idealen Rahmen, um zum neuen Jahr Neues vorzustellen bzw. aus einer besonderen Sicht heraus zu betrachten. Bis auf den letzten Platz ausgebuchte Internetkurse für Bäuerinnen, verschiedenste Aktionen im Milchfrühling, Ausflüge, die die Jugend miteinbinden und gut ankommen. Das sind nur ein paar der Aktionen und Projekte von den Landfrauen, die Kreisbäuerin Christine Singer in ihrem Jahresrückblick Revue passieren ließ. Um so etwas auf die Beine zu stellen, braucht es die Einsatzbereitschaft engagierter Frauen. Deshalb war es ihr ein besonderes Anliegen, die 55 neu gewählten Ortsbäuerinnen vorzustellen und zu ehren, die diese Engagement leisten. Genauso sah das auch Kreisobmann Nikolaus Onnich. „Ohne euch Frauen wär’s zappenduster“, lobte er das Engagement der Landfrauen und rollte damit wieder die Debatte auf, dass auch Frauen aufgrund guter Leistung in der Kreisentwicklungsgesellschaft vertreten sein sollten. „Wenn wir schon so viel Frauenpower haben, dann geht’s ned, dass da keine Frauen drin sind.“ Dieses Engagement, so Singer, werde auch weiterhin nötig sein für ein Thema, das immer mehr Raum einnimmt. Lebensmittelskandale seien fast schon an der Tagesordnung, auf die die landwirtschaftlichen Erzeuger jedoch keinen Einfluss haben. Dennoch würden v.a. für die Landwirtschaft die Anforderungen immer größer, denen v.a. kleinere Betriebe nur schwer gerecht werden könnten. „Gerade deshalb müssen wir bäuerlichen Familien als glaubwürdige Gesprächspartner uns immer um den Kontakt mit den Verbrauchern bemühen und zeigen, dass unsere Produkte hochwertig sind.“ Herausforderungen und Neuerungen waren auch das Thema der Festrede von Landesbäuerin Annemarie Biechl, die humorvoll und mit vielen guten Ratschlägen dem neuen Jahr entgegenblickte. Neuerungen fordern laufend Entscheidungen ab. Am meisten mache dabei das schnellere Tempo der Veränderungen zu schaffen. Veränderungen bringen aber auch viel Positives mit sich, sagte sie ganz klar. Sie führte u.a. den Fortschritt der Medizin und der Technik in der Landwirtschaft als Beispiele an, die das Leben erleichtert und die Arbeit verbessert. Man müsse aber nicht jedem Trend nachjagen, nur weil etwas neu ist. „Ohne Neuerungen geht’s ned, die Hauptsach is aber, dass mia wissen, was wichtig is“, lautete ihr Rat, um Neuem zu begegnen und Neues als Chance zu begreifen. V.a. innere Stabilität sei dafür nötig, die besonders in ländlich geprägten Familien mit ihrem intakten Umfeld vorhanden sei. Der christliche Glaube spielt für sie eine besonders große Rolle dabei. „Wenn des stimmt, dann schmeißt mi ned glei wos um“, schloss Biechl ihre Rede und wünschte allen den Mut, Neuem positiv zu begegnen. Auch Martina Schmerald wird viel Neues erleben. Dagmar Kranich, zuständig für die Vermittlung für Betriebshilfe beim Maschinenring, stellte die 22-jährige Steingadenerin als neue Dorfhelferin neben Antonie Ried vor. Bevor’s wieder für alle an die Arbeit ging, verbrachten die Landfrauen noch ein paar schöne Stunden. Das Trachtenhaus Grasegger inspirierte die Damen zur Musik einer Mittenwalder Tanzlmusi mit einer Modenschau und Hannes Porer begeisterte mit einem amüsanten Bühnenstück.

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