Ergreifende Michael-Ende-Geschichte von Angela Hundsdorfer behutsam für den Kultursommer umgesetzt

Poetisch: "Ophelias Schattentheater"

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Fräulein Ophelia (Monika Manz) ist glücklich mit ihren Freunden, den Schatten, die von Johannes Schön zum Leben erweckt werden. Mit ihrer neu gewonnen Zuversicht kann sie schließlich auch den größten und mächtigsten aller Schatten annehmen.

GAP – Die erste Premiere des diesjährigen Kultursommers wurde mit großem Applaus im Michael-Ende-Kurpark gefeiert. Im Mittelpunkt des „Schattentheaters“ – eine zu Herzen gehende Geschichte, die Michael Ende eigentlich für Kinder geschrieben hat – steht das alte Fräulein Ophelia. Sie war Souffleuse am Theater und flüsterte Schauspielern Stichworte zu, damit diese im Text nicht stecken blieben.

Als aber immer weniger Menschen ins Theater gehen, wird es geschlossen und Fräulein Ophelia gekündigt. Sie ist allein, einsam, wirkt verängstigt. Aber dann bekommt sie Besuch vom Schattenschelm, einem überzähligen Schatten, den niemand haben will. Er darf in Fräulein Ophelias Handtäschchen wohnen, denn „ich habe auch niemandem, zu dem ich gehöre“, lädt Ophelia ihn ein. Immer mehr Schatten suchen sie nun auf und das alte Fräulein beginnt, mit ihnen berühmte Theaterstücke einzustudieren. Ophelia blüht auf und schon bald können sie und ihre neuen Freunde mit großer Lebensfreude als „Ophelias Schattentheater“ auf Tournee gehen . . .

Zum Start des diesjährigen Kultursommers und somit auch zum Beginn der Michael-Ende-Woche hatte das Bühnenstück im Amphitheater des Kurparks Premiere. Regisseurin Angela Hundsdorfer hat die leise, poetische und im Grunde tief traurige Geschichte über Ein- samkeit, den Sinn des Lebens und den Tod, in ihrer Theaterfassung behutsam umgesetzt, so dass das Stück auch für Kinder geeignet ist. Insbesondere die Schatten sorgen für witzige Momente. Monika Manz, bekannt aus Filmen wie „Hanni und Nanni“, „Erkan und Stefan“ oder „ Dampfnudelblues“, verkörpert das Fräulein Ophelia meisterhaft und überzeugend. Ihr zur Seite steht Johannes Schön, der die Schattenfiguren zum Leben erweckt und gleichzeitig als Erzähler fungiert. Er ist treuen Kultursommerfans bestens bekannt und wirkte bereits mehrfach bei Produktionen mit. Jost-H. Hecker begleitet das Geschehen auf dem Cello – und sitzt als Gaukler mitten im Geschehen. Weitere Vorstellungen folgen am 6. und 21. September um 11 Uhr und am 14. und 20. September um 15 Uhr – dann jeweils auf der Bühne „U1“. Karten gibt es auch beim Kreisboten.

Von Lillian Edenhofer

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