Gefärbte Eier aus dem Supermarkt stammen meist aus Käfighaltung

Ostereier: Auf artgerechte Hühnerhaltung achten

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Bei der Haltung von Zweinutzungshühnern werden die männlichen Küken nicht getötet. Diese Hühnerrasse wird leider nur selten gehalten.

Ob an Ostern oder während der restlichen Zeit des Jahres: Eier, die aus nicht artgerechter Tierhaltung stammen, werden nach wie vor stark angeboten. Die bereits vorgefärbten Ostereier stammen meist aus Käfighaltung und tragen keine Kennzeichnung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz gibt Ratschläge, wie man sichergehen kann, nur Eier aus tiergerechter Haltung zu erwerben.

Auf Tierwohl und Umweltschutz sollte beim Eierkauf natürlich auch außerhalb der Osterzeit geachtet werden. „Grundsätzlich gilt: Kein Ei mit der Kennzeichnung 2 oder der 3, denn in diesen Fällen werden die Tiere unter schlechten Bedingungen gehalten. Die Zahlen sind auf das Ei gestempelt, achten Sie auf die erste Ziffer. Aber auch die Eierkartons geben Auskunft“, erklärt Katrin Wenz, Agrarexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eier mit der Kennzeichnung 3 stammen aus der nicht tiergerechten Käfighaltung, Eier mit der Kennzeichnung 2 wiederum von Hühnern aus der Bodenhaltung. Wenz erklärt: „In der Bodenhaltung sind die Hennen zwar nicht im Käfig, aber es gibt nur sehr wenig Platz für die Tiere – der Auslauf fehlt. Deshalb sind Eier mit der Kennzeichnung 2 keine Alternative für Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf eine artgerechte Haltung der Tiere Wert legen.“

Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik stammten im Jahr 2019 rund 62,5 Prozent der bayerischen Eier aus Bodenhaltung, 20,9 Prozent aus Freilandhaltung und 15,2 Prozent aus ökologischer Haltung. 1,4 Prozent der Eier wurden von Hühnern in Kleingruppen- und Käfighaltung gelegt.

Keine Tötung von männlichen Küken beim Zweinutzungshuhn

„Am besten sind Eier vom Zweinutzungshuhn, denn bei Zweinutzungshühnern werden die Brüderhähne nicht nach dem Schlüpfen getötet“, sagt Katrin Wenz. Unter dem sogenannten Zweinutzungshuhn versteht man eine Hühnerrasse, die sowohl für die Ei-Produktion, als auch zu Fleischerzeugung gehalten werden kann. Die Hennen geben die Eier und die Hähne werden für die Mast gehalten. Die Vereinigung dieser beiden Eigenschaften in einer Rasse ist heute in der Landwirtschaft leider nicht mehr üblich. „Fragen Sie in ihrem Bioladen nach Eiern vom Zweinutzungshuhn“, rät Wenz. „Nicht nur im Biobereich gibt es Zweinutzungshühner: Auch aus besonders artgerechter Haltung, wie zum Beispiel von NEULAND-Bauern, gibt es Eier von diesen Hühnerrassen.“ Mehr Informationen zum Zweinutzungshuhn sind auf der Internetseite des BUND Naturschutz verfügbar oder im folgenden Youtube-Video.  kb

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