Die Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten im gewohnten Umfeld ermöglichen

Palliativteam koordiniert Zusammenspiel

+
Das Team in Garmisch-Partenkirchen (v. li.): Gertrud Geuther, Andrea Belgutay (beide Pflege), Oberarzt Christian Beer (Teamleiter), Dr. Gabriele Fritsch (Ärztliche Leitung), Benjamin Bartholdt (Geschäftsführer OPAL) und Tatjana Schmidt (Pflege).

Landkreis / GAP – Seit Jahresbeginn ist die spezialisierte ambulante Palliativversorgung – kurz SAPV – auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen vertreten. Dieser Tage hatte man niedergelassene Ärzte des Landkreises, Vertreter von Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, Seelsorger sowie politische Amtsträger zu einer offiziellen Eröffnungsfeier in die Räumlichkeiten des OPAL-Palliativteams an der Brauhausstraße eingeladen.

Die letzten Wochen, Tage und Stunden im vertrauten häuslichen Umfeld verbringen zu können, ist für viele Menschen ein Herzenswunsch. Oft ist dies nicht möglich. Vor allem, wenn Patienten unter starken Schmerzen oder Angstzuständen leiden, sind Angehörige häufig überfordert – eine Einweisung in eine Klinik oder ein Pflegeheim ist dann unumgänglich. Um mehr Menschen ein Sterben zu Hause zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber schon vor zehn Jahren die Versorgungsform der sogenannten SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung) geschaffen. „Neben der Unterstützung bei der medizinischen Versorgung in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt sind wir auch Ansprechpartner für psychosoziale oder spirituelle Fragen“, erklärt Dr. Gabriele Fritsch, Ärztliche Leiterin von OPAL, die Tätigkeit ihres Teams. Eine 24-Stunden-Rufbereitschaft gibt eine enorme Sicherheit für die häusliche Versorgung und ergänzt damit die Betreuung durch Haus- und Fachärzte sowie ambulante Pflegedienste.

Das OPAL Palliativteam koordiniert das Zusammenspiel der Hausärzte, Fachärzte, Pflegekräfte und Seelsorger – und das in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt umfasst das Versorgungsgebiet rd. 3.000 Quadratkilometer. Um trotz der großen Fläche eine möglichst gute Erreichbarkeit der Patienten sicherzustellen, betreibt das Team bereits seit Januar 2018 neben Bad Tölz einen zweiten Standort in Garmisch-Partenkirchen, der nun offiziell eröffnet wurde. Bei dem „offenen Nachmittag“ ging es vor allem um das persönliche Kennenlernen und das Netzwerken. Über 100 Gäste zeigten reges Interesse an dem neuen Versorgungsangebot – unter ihnen Landrat Anton Speer, der stellvertretende Landrat Dr. Michael Rapp und Dominik Leder vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Für eine musikalische Begleitung sorgte die Musikschule Garmisch Partenkirchen. Der Geschäftsführer des OPAL Palliativteams, Benjamin Bartholdt, betonte in seiner Begrüßungsrede, dass die SAPV „nur eine Zutat für eine gute Palliativversorgung“ sei. Es komme zudem auf eine gute Zusammenarbeit aller beteiligter Ärzte und Dienste an, „um für Patienten und Angehörige das richtige Rezept für eine bestmögliche Versorgungsqualität zu gewährleisten.“

Landrat Anton Speer und sein Stellvertreter Dr. Michael Rapp gratulierten dem OPAL Palliativteam zur Eröffnung und betonten beide, wie wichtig es für viele schwerstkranke Menschen sei, die letzte Lebensphase bei möglichst guter Lebensqualität in der gewohnten Umgebung verbringen zu können. „Wir sind glücklich, dass es die spezialisierte Palliativversorgung nun auch für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises gibt“, so Speer und Rapp.

Der Ausbau der SAPV sei für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen sehr wichtig. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist im Vergleich zum restlichen Bayern stark überhöht, der Bedarf an SAPV dadurch hoch. Im Verbund von OPAL, Hospizverein Werdenfels und Klinikum Garmisch-Partenkirchen, ist eine wirtschaftliche und vor allem auch zeitgerechte Versorgung der schwerstkranken Patienten in der Region nun möglich.

Christian Beer, der über viele Jahre als Oberarzt die Palliativstation des Klinikums Garmisch-Partenkirchen aufgebaut und wesentlich mitgestaltet hat, ist seit Januar nun in neuer Funktion als Teamleiter für den Standort Garmisch-Partenkirchen tätig. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und vor allem auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen“, rief Christian Beer seinen niedergelassenen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen und den Vertretern des Klinikums, der Pflegedienste und Pflegeheime zu.

von Ilka Trautmann

Auch interessant

Meistgelesen

Oberländer Trachtler in Farchant
Oberländer Trachtler in Farchant
Groß angelegte Bergeübung an der Kreuzeckbahn
Groß angelegte Bergeübung an der Kreuzeckbahn
Scheiben eines Radladers eingeschlagen
Scheiben eines Radladers eingeschlagen
Knapp 80 Gramm Kokain sichergestellt
Knapp 80 Gramm Kokain sichergestellt

Kommentare