Parallelslalom in München war eine tolle Werbung für den alpinen Skisport

Die Atmosphäre war bestens. Foto: Titus Fischer

Die Fans feierten und sorgten am Rande der 200 Meter langen Piste für eine beeindruckende Atmosphäre, als es im Münchner Olympiapark erstmals um Ski-Weltcuppunkte ging. Einziger Schönheitsfehler: Die deutschen Ski-Damen geizten bei diesem Parallelslalom mit Topresultaten.

Alle drei schieden bereits in der ersten Runde komplett aus: Susanne Riesch, die erst kurzfristig für ihre erkrankte Teamkollegin Kathrin Hölzl einsprang, hatte sich im ersten Lauf noch ein „totes Rennen“ mit Weltcup-Gesamtsiegerin Lindsey Vonn geliefert. Beiden waren zeitgleich über die Ziellinie auf dem Grund des ausgelassenen Olympiasees gefahren. Im zweiten Lauf musste sich die Partenkirchnerin dann der US-Amerikanerin, mit der sie gemeinsam Weihnachten gefeiert hatte, um 0,54 Sekunden geschlagen geben. „Ich habe leider das Piepen der Startanlage nicht richtig gehört“, meinte Riesch. Doch für Vonn kam das Aus in Runde zwei gegen die spätere Siegerin Maria Pietilae-Holmner. Auch Viktoria Rebensburg musste sich der Schweden in beiden Duellen geschlagen geben – in Runde eins. Maria Riesch fuhr gegen die Italienerin Daniela Merighetti an einem Tor vorbei. Trotzdem war der Parallelslalom auf einem vergleichsweise kurzen Hang mit dem Kampf gegen einen direkten Konkurrenten eine tolle Werbung für den alpinen Skisport. Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zeigte sich begeistert: „Das war ein deutliches Signal: Unsere Stadt ist ein Wintersport-Mekka.“ Weiter meinte er: „25000 Zuschauer, das ist sagenhaft“, als er am Mikrofon an der Piste zu den Zuschauern sprach und fragte diese höchst rhetorisch: „Wollen wir das wiederholen?“ Die Antwort des Publikums war laut, intensiv und klar: „Jaaa!“ Auch Katarina Witt, Präsentations-Chefin der Olympia-Bewerbung, tat sich nicht schwer, den Abend im Olympiapark einzuordnen: „Das sind die Bilder, die in die Welt gehen: Die Stimmung ist toll, die Athleten sind gerne gekommen, haben Spaß und der Wettbewerb ist gut organisiert.“ Nicht nur Hölzl musste absagen, auch die Schwedin Anja Pärson und Sarka Zahrobska aus der Tschechischen Republik waren nicht dabei, dafür rückten die Schweizerin Dominique Gisin und die Italienerin Daniela Merighetti ins Startfeld nach. Auch sportlich war es eine Herausforderung, schließlich mussten die besten achtmal innerhalb von zwei Stunden an den Start. „Das war ein hundertprozentiges Rennen, das einem Rennfahrer alles abforderte! Vor allem für die Psyche war es extrem hart, schließlich musste man zu jedem Augenblick voll konzentriert sein. Schon der kleinste Fehler wurde hier gnadenlos bestraft“, meinte Elisabeth Görgl, die nach einem Sieg gegen Merighetti Dritte wurde. Der Ausflug nach München hat sich für sie genauso gelohnt, wie für die zweitplatzierte Slowenin Tina Maze, die alle Rennen bis auf das zweite im Finale gegen Maria Pietilae- Holmner gewinnen konnte. Die Schwedin meinte: „Ich bin einfach nur zufrieden. Ich erwischte stets hervorragende Starts und fand dann von Lauf zu Lauf immer besser zu meinem Rhythmus. Das war wohl entscheidend.“ Das Rennen auf dem Olympiaberg war nicht das erste in einer Stadt: Berlin, München, Calgary, Wien und Moskau in den beiden vergangenen Wintern hatten in der Vergangenheit bereits Parellelslaloms veranstaltet - diesmal aber ging es erstmals um Punkte für den Gesamtweltcup. Dies unterstreiche, welche Bedeutung das Rennen in München auf für den Internationalen Ski-Verband FIS habe, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV). München steht bis mindestens 2014 im Weltcup-Kalender, ein bis zwei weitere Parallel-Rennen pro Saison sollen in Städten wie Toronto oder gar New York hinzukommen.

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