Die Entscheidung steht

Passionsspiele Oberammergau auf 2022 verschoben

Viel Arbeit und Geld wurde in die Oberammergauer Passionsspiele investiert, die vom 16. Mai bis 4. Oktober hätten stattfinden sollen. 450.000 Zuschauer aus aller Welt hatte man erwartet.
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Viel Arbeit und Geld wurde in die Oberammergauer Passionsspiele investiert, die vom 16. Mai bis 4. Oktober hätten stattfinden sollen. 450.000 Zuschauer aus aller Welt hatte man erwartet.

Oberammergau – Die Entscheidung war absehbar und unvermeidlich. Die Passionsspiele werden verschoben. Jetzt müssen alle Beteiligten und Betroffenen nach vorne schauen. 

In Oberammergau wurde eine eindeutige Entscheidung getroffen, die zwar bitter ist, aber Klarheit für alle bringt. Die 42. Oberammergauer Passionsspiele werden aufgrund der aktuellen Coronakrise verschoben, und zwar auf das Jahr 2022. Grundlage für die Entscheidung des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen sowie des Gesundheitsamtes, die Aufführung der Passionsspiele Oberammergau zu untersagen, ist das Infektionsschutzgesetz: „Es ist zwar davon auszugehen, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder zurückgefahren werden können, wenn die exponentielle Zunahme an Infizierten unterbrochen werden kann. Jedoch ist zum jetzigen Zeitpunkt schon eindeutig vorherzusagen, dass eine Veranstaltung in der Größenordnung der Passionsspiele nicht durchführbar ist. Das Risiko ist zu hoch, dass neue Infektionsketten entstehen.“ 

Spielleiter Christian Stückl bei der Pressekonferenz heute Nachmittag in Oberammergau. Dort wurde bekannt gegeben, dass die Passionsspiele Oberammergau verschoben werden.

Auch für die Gemeinde Ober­ammergau und Spielleiter Christian Stückl steht die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle. Die Coronakrise habe es unmöglich gemacht, das diesjährige Spiel fertig zu stellen, ohne die Mitwirkenden und Gäste zu gefährden. Darüber hinaus ist die Perspektive für dieses Jahr unklar. Eine Verschiebung um lediglich ein paar Monate erschien allen Beteiligten als nicht tragbar. 

Oberammergauer halten an ihrem Gelübde fest

An ihrem Gelübde wollen die Oberammergauer dennoch festhalten. Daher beginnen derzeit bereits die Planungen, das Passionsspiel 2022 zur Aufführung zu bringen. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Verschiebungen oder gar Absagen. 1770 konnten die Passionsspiele aufgrund eines Generalverbotes nicht stattfinden, 1940 verhinderte der Zweite Weltkrieg eine Aufführung. Zum Passionsspiel 1920 beschloss der Gemeinderat, die Vorbereitungen angesichts der hohen Zahl an Gefallenen des 1. Weltkrieges nicht voranzutreiben, jedoch konnten die Passionsspiele 1922 nachgeholt werden. Für die Rückerstattung bereits erworbener Karten und Arrangements gilt folgende Vorgabe: Voraussichtlich ab 6. April können Reservierungen für die diesjährigen Vorstellungen in eine Reservierung für 2022 umgewandelt werden. Auch eine Stornierung der Karten und Arrangements ist möglich, dann wird der Kaufpreis zurückerstattet. Informationen und Rückerstattungsformulare findet man zeitnah auf der Internetseite der Oberammergauer Passionsspiele. tra

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