Die Spannung steigt

Passionsspiele Oberammergau: Leseproben beginnen

Ab Februar wird auf der großen Bühne im Passionstheater geprobt, denn für die Massenszenen braucht es Platz. Hier die Szene „ Jesus betritt Jerusalem“ aus den Passionsspielen Oberammergau 2010.
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Ab Februar wird auf der großen Bühne im Passionstheater geprobt, denn für die Massenszenen braucht es Platz. Hier die Szene „ Jesus betritt Jerusalem“ aus den Passionsspielen Oberammergau 2010.

Bis zur Premiere der Passionsspiele am 16. Mai 2020 in Oberammergau sind es noch sechs Monate. Doch hinter den Kulissen werden schon lange Kostüme genäht und Kulissen gebaut. Spielleiter Christian Stückl hat inzwischen die aktuelle Textfassung des Stücks über das Leiden und Sterben Jesu Christi fertiggestellt. Mit der Leseprobe am 7. Dezember beginnt in Oberammergau dann auch offiziell die heiße Phase.

Die Darsteller der Passionsspiele warten schon gespannt auf das Skript. Bis jetzt hatte es von ihnen noch niemand in den Händen, denn Christian Stückl wird die rund hundert Seiten Text erst zur Leseprobe mitbringen. Vorfreude und ein bisschen Lampenfieber wird sich dann wohl im Kleinen Theater in Oberammergau breit machen, in dem die 120 Dorfbewohner mit Sprechrollen am Abend zusammen kommen. „Die Leseprobe ist immer spannend und für uns der Startschuss, in die Rollen hinein zu finden “, sagt Frederik Mayet, der zum zweiten Mal den Jesus spielt. Egal ob die Darsteller einen großen Part wie Jesus, Maria und Judas, oder einen kleineren Part mit nur einem Satz übernehmen – Stückl, der bereits zum vierten Mal Spielleiter ist, legt Wert darauf, dass alle den Text gemeinsam durchgehen. Das kann dann schon mal Stunden dauern. Weil das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund steht, dürfen Journalisten auch nur in den ersten 30 Minuten dabei sein und kurze Interviews führen. Danach heißt es wieder volle Konzentration und proben, proben, proben. Für den Spielleiter und die Hauptrollen bis zu sieben Tage die Woche – und das bis zur Premiere am 16. Mai. Also Ausnahmezustand in Oberammergau, wo seit 1634 alle zehn Jahre die Passionsspiele aufgeführt werden. 

Das Gelöbnis geht auf Pestzeiten zurück: Damals schwor die Dorfbevölkerung Gott, in jedem zehnten Jahr das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr dem „schwarzen Tod“ erliegen würde. Die ersten Monate trifft man sich zur Probe im Kleinen Theater. Das Passionstheater – die größte Freiluftbühne mit überdachtem Zuschauerraum weltweit – ist unbeheizt und kalt. Doch ab Februar müssen die Laien-Schauspieler trotz eisiger Temperaturen auf die große Bühne gehen. Denn um die Massenszenen einzustudieren, braucht es Platz: insgesamt spielen rund 2400 Menschen mit, darunter über 500 Kinder. kb

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