Patchworkausstellung der Alpinen Quilter

Textile Kunst

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Vorn Edeltraud Kopp (links) und Marion Caspers, dahinter (v.l.) Margot Landgraf, Traudi Anzenberger, Sabine Joanni, Karin Malik, Monika Deibele, Maria Maier, Ljerka Schmid und Christiane Ahrens .

GAP – In der Gröbenschule an der Maximilianstraße 31 wird an diesem Wochenende die 4. Patchworkausstellung der Gruppe ‚Alpine Quilter‘ veranstaltet. Ich bin schon etwas aufgeregt“, gesteht Marion Caspers, die Leiterin.

Verständlich, es gibt noch einiges zu organisieren, aber die beiden großen Quilts, die verlost werden sollen, sind längst fertig. Für diese Gemeinschaftsarbeit haben sich die Frauen auch zwischendurch getroffen, viele Stunden Zeit investiert.

Sonst ist der erste Montag im Monat als obligatorischer Treff fest bei den circa 30 Mitgliedern reserviert. Im Garmisch-Partenkirchner Jugendzentrum in der Kankerstraße hat die Gruppe, früher im St-Irmengard-Pavillon zu Hause, ihr neues Domizil gefunden. Eine gemeinsame Leidenschaft verbindet die 35- bis 85-Jährigen: die Liebe zu Handarbeiten, zur textilen Gestaltung. Stoffe und Garne färben, sticken, nähen, patchworken, quilten – sie beherrschen die unterschiedlichsten Techniken, tauschen sich darin aus, lernen voneinander und immer Neues dazu. Caspers, die 25 Jahre in Nordamerika, der Hochburg des Quiltens, lebte und seit einigen Jahren in Garmisch-Partenkirchen zu Hause ist, hat die Gruppe ins Leben gerufen.

„Unglaublich, was sie bereits alles bewirkt hat“, lobt Traudi Anzenberger. Jede der Frauen hat sich auf etwas spezialisiert, bringt meist eine Fertigkeit mit, die andere abschauen dürfen. Ihnen macht es großen Spaß, von der Baby-Krabbeldecke über Taschen, Brillenetuis, individueller Mode bis zu großen gesteppten Bettdecken Eigenes zu kreieren und zu fertigen. Mal sind es romantisch verspielte Muster, mal klare Linien, aber auch konkrete Bilder werden eingestickt. Jede der Frauen hat dabei ihre eigenen Lieblingsfarben und wenn es die Baumwollstoffe nicht passend zu kaufen gibt, wird gefärbt.

So wie zum Beispiel Margot Landgraf. Die 76-Jährige fertigt am liebsten große Bettdecken. „An so einem Quilt sitze ich circa ein Jahr“, sagt sie. Ljerka Schmids Spezialität sind kleine Täschchen und auch Edeltraud Kopp hat sich der Fertigung wunderbarer Patchwork-Taschen verschrieben. Sabine Joanni arbeitet am liebsten an der Nähmaschine, andere setzen darauf, ausschließlich mit der Hand zu sticheln. „Wenn ich nähe oder sticke, dann geht es mir richtig gut“, sagt Monika Deibele. „Da blende ich alles andere aus“. Diesen Entspannungseffekt bestätigen viele der Gruppenmitglieder. „Das Tolle ist außerdem, dass beim Patchworken und Quilten Reste verbraucht werden“, ergänzt Maria Maier. Aus Altem entsteht so Neues.

„Ein Quilt hat immer drei Lagen, die Oberfläche entsteht meist in Patchwork-Technik, Verarbeitung und Stile sind äußerst vielfältig“, erläutert Fachfrau Caspers. Aus dem Orient brachten Kreuzritter Quilts nach Europa. Vor allem als Bettdecken, Wandbehänge und warme Bekleidung fand diese Technik Verbreitung. Siedler nahmen sie mit nach Amerika und heute ist das Kunsthandwerk weltweit zu finden und erlebt gerade wieder eine Renaissance.

Zur 4. Patchworkausstellung am 21. und 22. Oktober, jeweils 10 bis 18 Uhr, wurden auch die Partnerstädte Chamonix und Lahti eingeladen. „Acht Frauen aus Finnland und zwei aus Chamonix sind mit circa 20 Arbeiten bei uns zu Gast“, freut sich Caspers. Die Garmisch-Partenkirchner Gruppe zeigt 130 verschiedene Quilts, selbst gemachte Mode und Accessoires. Stoffe und Zubehör werden verkauft, zwei große Gemeinschaftsquilts werden verlost, es gibt Kaffee und Kuchen. Der Eintritt beträgt einen Euro.

Weitere Infos gibt es bei Marion Caspers 08821-9437251.

von Meggy Schäfer

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