Werdenfelser Gebirgsschützen feiern 400 Jahre "Patrona Bavariae"

Für lebendige, wehrhafte bayerische Volkskultur

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Marketenderinnen kredenzen Abt Barnabas Bögle (links) und Pater Johannes Bauer einen Marillenbrand.

Ettal – Kirchweih war‘s, und die Sonne schien. Die Blaskapelle Unterammergau vorneweg, zogen rund 250 Gebirgsschützen durch den Klosterhof zur mächtigen Basilika. Vertreter aller Kompanien des Gebirgsschützen-Bataillons ‚Werdenfels‘ waren nach Ettal gekommen, um mit Abt Barnabas Bögle und seinem Konvent einen besonderen Gedenktag zu feiern. Als Gäste waren auch Mitglieder des Bundes bayerischer Gebirgsschützen-Kompanien mit dabei; der Fähnrich trug die Landesschützenfahne. Bataillons-Kommandant Hans Jais: „Vor 400 Jahren stellte Herzog Maximilian ganz Bayern und alle Bewohner unter den Schutz der Muttergottes – der Patrona Bavariae.

Am Portal der Klosterkirche wartete Abt Barnabas. In seiner Predigt griff der Benediktiner den Anlass des Pontifikal-Gottesdienstes auf. Er erinnerte daran, dass damals – am Beginn des 17. Jahrhunderts – die ersten Anzeichen des 30-jährigen Krieges (1618 – 1648) aufblitzten: „Es war ein Krieg, bei dem sich nur Christen gegenseitig bekämpften.“ Für Herzog Maximilian – so Barnabas Bögle – sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich und die Menschen in seiner Verantwortung in die Obhut Mariens zu geben: „Damals, wie heute gibt uns die Muttergottes Halt und Orientierung auf dem Weg zu Gott.“

In zwei Bildnissen begegnet Maria den Menschen, sagt Barnabas Bögle: „Als Mutter mit dem Kind mahnt sie, dass wir Gott in den Kleinsten, Ärmsten, Ausgestoßenen finden.“ Zwei Beispiele: Der Heilige Martin erkannte Gott in dem Bettler, mit dem er seinen Mantel teilte. Mutter Theresa sah Gott in den Kranken der indischen Stadt Kalkutta. Und heute, mahnt Barnabas Bögle - „erscheint uns Gott in den Flüchtlingen, die unseren Schutz bedürfen.“

Das zweite Bild ist die ‚Mater Dolorosa‘; also die Frau, der man den toten Sohn in den Schoß gelegt hat: „Wir Menschen kennen keine Antwort auf das Leid in der Welt. Aber es kann uns trösten, zu wissen, dass sich Gott selber in dieses Leid gegeben hat. Gott hat Leid und Tod besiegt.“ Nach dem Gottesdienst und den Klängen der Bayernhymne formierten sich die Gebirgsschützen auf der Terrasse vor der Basilika. Im Mittelpunkt das Banner der Bayerischen Gebirgsschützen mit dem Bild der Patrona Bavariae auf weißblau-gerautem Tuch.

Abt Barnabas Bögle durchschritt mit Pater Johannes Bauer und Bataillons-Kommandeur Hans Jais das Ehrenspalier der Kompanien. Derweil machten sich Mitglieder der Murnauer Gebirgsschützenkompanie zum Abschießen des Salut bereit. In seinem Grußwort hob Landrat Anton Speer hervor, dass die Gebirgsschützen zu den unverzichtbaren Säulen des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis gehören: „Die Gebirgsschützen verkörpern das lebendige und wehrhafte Bayern. Sie stehen für die bayerische Volkskultur.“ Zur Mittagszeit gab Hans Jais schließlich das Kommando zum Abrücken. Zuvor allerdings ließen sich Abt Barnabas Bögle und Pater Johannes Bauer den von drei Marketenderinnen kredenzten Marillenschnaps schmecken – eine Köstlichkeit, aber leider nicht aus der Ettaler Klosterdestillerie, wie Pater Johannes sofort bemerkte.

Von Günter Bitala

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