Auswertung der Gastgeberbefragung in unserer Region: Die Hoffnung darauf, dass es im Sommer bergauf geht, bleibt 

Perspektivlosigkeit sorgt bei Gastgebern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen für Frust

Verschlossene Türe
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Auch die Beschlüsse des letzten Bund-Länder-Gesprächs brachten für die Gastgeber keine guten Nachrichten. Eine Öffnung ihrer Betriebe ist weiterhin nicht absehbar. Landrat Anton Speer will aber „immer wieder Druck machen“, um Perspektiven einzufordern.

Region – „Wir brauchen Perspektiven!“ Dieser Satz fiel öfter bei der Auswertung der Gastgeberbefragung der Zugspitz Region. In 19 Punkten hatte man die aktuelle Lage der Gastgeberbetriebe abgefragt. Insgesamt nahmen über 600 Betriebe aus der Region an der Befragung teil, welche im Zeitraum von Mitte Februar bis zum 1. März digital durchgeführt wurde.

Alle Talschaften haben sich beteiligt. Es gab einen gemeinsamen Fragebogen für den Naturpark Ammergauer Alpen, BlauesLand, ZugspitzLand und Grainau. Jedoch eine seperate Fragestellung für Garmisch-Partenkirchen und Alpenwelt Karwendel. Die Auswertung bezieht sich auf die Antworten der Gastgeber, wovon 663 bei der Umfrage teilgenommen haben. Der Anteil der Gastronomie liegt bei 82 Teilnehmern. Vor kurzem wurden die ausgewerteten Zahlen im Beisein von einigen Betroffenen aus der Region bekannt gegeben. Im anschließenden Gespräch merkte man, wie sehr das Thema an die Substanz und die Kräfte der Anwesenden geht. Die Stimmung ist bedrückend, auch weil es immer noch an Perspektiven fehlt.

Die prozentuale Auswertung ergab, dass die Folgen der Pandemie vor allem viele kleine Betriebe hart getroffen haben. Falls möglich, haben fast alle staatliche Unterstützung beantragt.Die Gelder sind bei 52,8% jedoch nicht in vollem Umfang angekommen. Im November waren noch nur 26,5% auf die Hilfen angewiesen. Jetzt sind es mittlerweile schon 38,6%. „2020 sind wir nochmal mit einem blauen Auge über die Ziellinie gekommen. Jeder Tag in der Pandemie macht die Situation aber schwieriger“, erklärt Michael Gerber, Geschäftsführer der GaPa Tourismus GmbH.

Besonders zu kämpfen haben zum Beispiel Vermieter von Ferienwohnungen, welche kein Recht auf Hilfen besitzen. Für sie ist es in der aktuellen Lage besser die Wohnungen dauerhaft zu vermieten, wodurch das Tourismus Angebot in der Region leiden würde.
Eine weitere Beobachtung ist, dass Arbeitnehmer zunehmend die Branche wechseln. Gerber stellt klar: „Wenn die Türen wieder geöffnet werden dürfen, darf es nicht der Fall sein, dass die Qualität von Gastronomie und Hotellerie sinkt.“

Laufende Kosten zur Unterhaltung der Betriebe müssen weiterhin getragen werden, Mitarbeiter müssen bezahlt werden und die eigene Existenz gesichert sein. Doch 6,5% stehen jetzt bereits vor dem „Aus“ und 20,4% spielen mit dem Gedanken, ihren Betrieb bzw. die touristische Beherbergung zu schließen. Auch Landrat Anton Speer ist der festen Überzeugung: „Wir brauchen jetzt Perspektiven für den Tourismus, einer der wichtigsten Standbeine unserer Region! Die ausgearbeiteten Infektionsschutzvorkehrungen haben im Sommer doch schon hervorragend funktioniert.“ Die Betriebe hoffen darauf, dass es im Sommer 2021 wieder bergauf geht. 74,7% sind für die Verlängerung der Sommersaison. Um auf die Situation zu reagieren, hat der Großteil der Gastgeber die Stornobedingungen angepasst. Betriebe wurden über Jahre hinweg mit Hingabe und Leidenschaft aufgebaut. Den Leuten, die dahinter stehen, muss eine langfristige Perspektive für ihre Existenz gegeben werden.

59,8% schätzen die aktuelle Lage ihres Betriebes nur noch mit befriedigend bis ausreichend ein – und die Situation verschlechert sich mit jedem weiteren Tag. Die Hoffnung auf den Sommer aber bleibt. Landrat Speer will sich weiterhin für die Betriebe einsetzen und meint: „Wir dürfen nicht aufgeben!“ fzi

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