Starke Leistung auf der Kandahar im Speed-Rennen der Damen

Podestplatz für Kira Weidle beim Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

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Kira Weidle schaffte es am Sonntag auf das Podest.

Am Sonntag schien die Sonne in der Kandahar-Arena. Aber nicht nur am Himmel, denn nach dem schwachen Abschneiden der Deutschen vom Vortag im Super-G, kam Kira Weidle in der Abfahrt auf Rang drei. Die 22-Jährige aus Starnberg fuhr auf der anspruchsvollen Kandahar zum zweiten Mal in ihrer Karriere aufs Stockerl, zu ihrem ersten Sieg fehlten Weidle 0,54 Sekunden.

„Wahnsinn, das ist wirklich ein Traum“, sagte Weidle über ihren Coup bei schwierigen Verhältnissen und fügte mit Blick auf die Titelkämpfe in Schweden an: „Ich bin gut in Form. Wenn ich das so halten kann, glaube ich, dass wir alle viel Freude haben werden.“ Und ihre Erinnerungen an Are sind auch top: „Dort habe ich meine einzige Juniorenmedaille gewonnen. Das sind gute Gefühle, klar. Ich glaube, die Gegend liegt mir ganz gut. Ich fühle mich dort wohl und freue mich drauf. Der Schnee ist feiner und aggressiver dort oben. Ich denke, das liegt mir.“

In Garmisch-Partenkirchen hatte Weidle zahlreiche Freunde und ihre Familie dabei, die schon nach dem Aus im Super-G mit einem Plakat unverdrossen ihre „Speed Queen Kira“ feierten. Zu den Sprüngen meinte sie: „Die sind immer spannend für den Zuschauer – sind auch spannend für uns. Klar macht das auch Spaß, aber der Grat zwischen Spaß und zu viel Risiko ist schmal. Wir haben sehr wenige Sprünge und dadurch trainieren wir das sehr selten. Die FIS sollte sich überlegen hochkarätige Vorläufer einzusetzen, sodass man nach den Vorläufern schon weiß, wo Probleme sind und nicht erst nach Startnummer 3.“ Denn dann war ein Sprung abgetragen worden. Weidle fehlten am Ende 0,54 Sekunden zum ersten Weltcup-Sieg. Schneller waren nur Stephanie Venier (Österreich) und Olympiasiegerin Sofia Goggia (Italien). Für Venier war es der erste Weltcup-Sieg überhaupt: „Wir hatten die Info vom Trainer, weiter vom Tor wegzufahren, da dort der Hügel nicht so hoch war. Ich wusste, dann sollte es kein Problem sein. Darauf habe ich mich eingestellt und habe einen sehr weiten Sprung gemacht“, sagte die Siegerin, die zu den vielen Stürzen meinte: „Es war keine leichte Situation. Durch die vielen Unterbrechungen mussten wir lange warten.“ Bei ihrer Fahrt war sie sauer gewesen: „Ich war wirklich wütend auf mich selbst, weil ich weiß, dass ich das besser kann. Der Super-G ist eigentlich die Disziplin, in der ich mir mehr zutraue. Deshalb bin ich heute mit extrem viel Wut im Bauch gestartet.“

Nun kann die Weltmeisterschaft kommen: „Natürlich ist es super, mit einem Sieg zur WM zu fahren. Damit kommt auch Druck, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mir das oft hilft. Am 30. Januar fliegen wir bereits los, um dort noch zu trainieren.“ Goggia war die einzige, die an diesem Wochenende zweimal auf dem Podest stand: „Ich bin überrascht, dass ich Zweite geworden bin – aber es war heute sehr schwer für mich. Ich habe hier gemischte Gefühle. Es gab eine Menge Stürze heute – auch aus meinem Team wurde eine Fahrerin verletzt“, sagte sie. „Ich bin zum Coach gegangen und habe gefragt, was zu tun ist. Ich sollte mich auf mich selbst fokussieren. Ich habe Nicol Delago von oben gesehen mit ihren Problemen, mit dem Sprung und dem Sturz. Sie ist etwas einseitig aufgekommen. Ich habe dann überlegt, wie ich auch im Hinblick auf meinen Knöchel am besten lande. Das hat mich sehr beschäftigt. Ich habe mich mit meinem Coach besprochen. Manchmal ist es schwer, sich auf sich selbst zu fokussieren und manchmal ist es gut, die anderen anzuschauen.“ Mit dem Sprung war sie dann auch zufrieden: „Mein Sprung war so nicht geplant, aber ich hatte eine gute Landung. Ich hätte auch nicht gedacht, dass er so weit geht. Am Ende bin ich mit meinem Fortschritt zufrieden. Mission completed. Der Sieg heute ist nicht am Sprung gescheitert, sondern an der Kurve danach.“ Vierte wurde Corinne Suter aus der Schweiz: „Mein Grundspeed war heute gut. Oben am Start bin ich schnell weggekommen. Der Sprung war an sich gleich, nur das Tempo war höher. Deshalb bin ich extrem weit geflogen. So schnell wie heute war ich hier noch nie im Ziel – aber da war natürlich auch ein wenig Glück dabei.“ Sie lobte die vielen fleißigen Helfer: „In Garmisch bin ich noch nie auf so einer guten Piste gefahren. Die Helfer haben einen super Job gemacht.“ Übrigens sorgte Venier für den erst zweiten österreichischen Sieg in einer Damen-Weltcup-Abfahrt in Garmisch nach Annemarie Moser-Pröll 1977. tf

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