Aktives Netzwerk als Erfolgskonzept

Präventiver Kinderschutz durch "Frühe Hilfen" der KoKi

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In das KoKi-Netzwerk sind neben den Trägern der freien Jugendhilfe alle Institutionen der Region eingebunden, die sich wesentlich mit Säuglingen bzw. Kleinkindern befassen. Ein guter Anlass, um auf die Erfolge zu blicken (von links): Simon Haas (Bayerisches Landesjugendamt), Stephan Märte (Leiter Amt für Kinder, Jugend und Familie), Landrat Anton Speer mit Übungsbabypuppe Timmy, Sabine Vogt (KoKi), Anca Blanga (KoKi) und Bettina Oischinger (KoKi).

2009 wurden in der Bundesrepublik erschütternde Kinderschutzfälle publik, die kritische Fragen aufwarfen: Warum sind die Behörden nicht rechtzeitig eingeschritten? Welche Behörde wäre zu welchem Zeitpunkt verantwortlich gewesen? In den vergangenen zehn Jahren wurde in Bayern mit der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit (KoKi) ein beispielhaftes Netzwerk geschaffen, um präventiven Kinderschutz zu leisten.

Dieser Tage wurde das zehnjährige Bestehen der KoKi am Landratsamt Garmisch-Partenkirchen gefeiert – ein Jubiläum, das deutlich macht, nur gemeinsam und im Netzwerk kann man viel erreichen. „Als Koordinierungsstelle können wir nur so gut sein, wie Sie als Partner am Erfolg mithelfen“, stellte Bettina Oischinger vom KoKi-Team zu Beginn der Feierstunde fest, zu der alle Netzwerkpartner eingeladen waren. 

Beeindruckend ist in der Tat, wie viele Behörden, Institutionen und Verbände im Landkreis zusammenarbeiten, um Familien zu unterstützen. Konkret erstrecken sich die „Frühen Hilfen“ von der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr. Simon Haas vom Bayerischen Landesjugendamt unterstrich, dass es die KoKi‘s in Bayern geschafft haben, „bereits bestehende Angebote und Professionen auf eine neue Ebene zu stellen und so lebendige Strukturen zum Kindeswohl zu schaffen.“ 

Es ist Tatsache, dass gerade Familien, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben, meist nicht auf die bestehenden Angebote zurückgreifen, man also aktiv auf diese zugehen muss. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehört von Anfang an zum Netz der KoKi-Stellen, die ab 2009 gegründet wurden. Das bayerische Konzept diente übrigens als Vorlage für die im Bundeskinderschutzgesetz aufgenommenen „Netzwerke Frühe Hilfen“ und wurde zum bundesweiten Standard. In unserer Region wurde in den vergangenen zehn Jahren ein funktionierendes Netzwerk aufgebaut, in dem die interdisziplinären Kooperationspartner für den präventiven Kinderschutz zusammengeführt werden. 

Landrat Anton Speer betonte, dass die Phase der frühen Kindheit entscheidende Weichen für das ganze Leben stellt. Frühe Hilfen rechnen sich also. Vieles konnte seit 2009 vorangebracht werden und auch künftig lebt das Netzwerk vom Input und der Mitarbeit der Partner. Die KoKi versteht sich als Lotse in der Angebotsvielfalt und hilft werdenden und jungen Eltern, passgenaue Angebote und Ansprechpartner vor Ort zu finden, damit eine freudvolle Elternschaft gelingt. 

Der runde Geburtstag wird nun mit einem Familienfest gefeiert. Die KoKi-Stelle lädt am Samstag, 23. November, von 11 bis 16 Uhr, Familien mit Kindern zu einem großen Familienfest in den Richard Strauss-Saal im Kongresszentrum Garmisch-Partenkirchen ein (Eingang Parkplatz). Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wird ein buntes Programm für Eltern und Kinder geboten. Neben vielen Ständen mit Spiel-, Bastel-, Geschicklichkeits- und Spaßaktionen gibt es auch Kinderschminken, Zirkuskinder, ein Bilderbuchtheater, Musikgarten und Vorlesezelt und eine Krabbelecke. Auf die Eltern warten hilfreiche Informationen der beteiligten Stellen. Um 13 Uhr wird der große Geburtstagskuchen angeschnitten und gratis verteilt.    tra

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