16 Teilnehmer besuchen das IT-Camp beim Informationstechnikbataillon 293 in Murnau

Praxis-Schnuppertage bei der Bundeswehr

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Die Teilnehmer des IT-Camps bekommen gezeigt, wie die Kommunikation im Einsatz hergestellt wird.

Murnau – Datenkabel verlegen, mit Karte und Kompass durchs Gelände, ein Netzwerk aufbauen oder Biwak errichten: 16 junge Menschen nahmen am IT-Camp der Bundeswehr in Murnau teil und erlebten die Bandbreite zwischen IT und militärischem Grundwissen.

Erneut bot das Informationstechnikbataillon 293 (ITBtl) in Murnau im Rahmen der bundesweiten „Cyber Days“ – eine Kampagne der Bundeswehr zur Gewinnung technisch interessierter junger Menschen – das IT-Camp an. Fünf Tage lang (vom 9. bis 13. April) hatten die zwölf Männer und vier Frauen die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der Soldaten in der Werdenfelser Kaserne zu bekommen. Dazu gehörten am Montag als erstes die passende Einkleidung in Uniformen und ein Marsch im Gelände. Für die Teilnehmer, alle im Alter zwischen 17 und 27 Jahre, hieß es dann ganz praktisch: Wie tarne ich mich im Gelände oder wie kann man auf unterschiedliche Arten Feuer machen. Neben den allgemein militärischen Aspekten lag der Schwerpunkt natürlich im Bereich der IT. Abschließender Höhepunkt dabei war die LAN-Party, bei der die Teilnehmer in einem Spiel gegeneinander antraten und die Funktionstüchtigkeit ihres selbst errichteten Netzwerkes testen konnten. Bevor es jedoch soweit war, wurden Kabel verlegt, das Netzwerk eingerichtet und die IT-Systeme der Bundeswehr kennengelernt. Anschaulich vermittelt wurden auch die verschiedenen mobilen und stationären Satellitenkommunikationssysteme, mit denen die Bundeswehr zum Beispiel im Auslandseinsatz die Kommunikation mit Deutschland herstellt.

Bilder vom IT-Camp in der Werdenfelser Kaserne in Murnau

 © Wießmeyer
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„Mit dem IT-Camp wollen wir Transparenz schaffen und zeigen, was wir hier eigentlich tun“, erklärte Oberstleutnant Jürgen Eckert, Kommandeur des ITBtl 293. Und natürlich geht es darum, junge Menschen über die unterschiedlichen Laufbahnen bei der Bundeswehr zu informieren. „Es ist nicht so einfach Nachwuchs zu gewinnen“, stellte der Kommandeur in einem Pressegespräch fest, „aber es geht aufwärts“.

Das Konzept des IT-Camps scheint aufzugehen, denn die Teilnehmer äußerten sich positiv über ihre neuen Erfahrungen. Ganz besonders bei einem Aspekt herrschte große Übereinstimmung: sie sind begeistert von der Kameradschaft. „Es gibt hier nichts, was mir bislang noch nicht gefallen hat“, fasst der 25-jährige, sportbegeisterte Enrico Botta, das Erlebte zusammen. Er ist Elektroniker für Betriebstechnik in der Industrie, möchte aber seinen beruflichen Weg ändern. Die Bewerbung für die Bundeswehr hat er bei Antritt zum IT-Camp quasi schon abgeschickt. Er sieht es als Gelegenheit, sich vor der letztlichen Entscheidung noch einmal ein Bild vor Ort zu verschaffen. Begeistert ist er allerdings auch von der Region: „Wenn man wie ich aus dem Rheinland kommt, ist der Bergblick schon sehr beeindruckend“.

Eine Affinität zur IT hat auch Fabian Breitenberger (18 Jahre), der aus der Nähe von Würzburg kommt. „Ich hatte an der Schule den technischen Zweig und meine Eltern haben beide IT-Berufe.“ Noch macht er ein Freiwilliges Soziales Jahr im Altenheim, aber er kann sich vorstellen, dann seinen beruflichen Weg bei der Bundeswehr zu beschreiten. „Es waren auf jeden Fall viele Eindrücke bislang. Aber sehr positiv.“

„Es ist hier alles ein bisschen anders als ‚draußen‘, da muss man sich erst daran gewöhnen“, urteilte die 19-jährige Michelle Heilmann aus Erding. Auch sie kann sich vorstellen zur Bundeswehr zu gehen. „Ich arbeite sehr gerne mit Computern und neben der IT reizen mich die Kameradschaft und der sportliche Aspekt.“ Ihr ist klar, wenn sie dient, werden Auslandseinsätze dazu gehören, „da macht man sich schon Gedanken“. Das IT-Camp bestärkt sie jedoch in ihrem Vorhaben.

Da für die Bundeswehr der (IT-)Nachwuchs weiterhin wichtig ist und sich das IT-Camp als attraktives Event präsentiert, dürfte es eine Fortsetzung geben.

von Melanie Wießmeyer

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