Privatstiftung Schlossmuseum Murnau stellt neue Exponate zur Verfügung

Bauernkinder und Zirkusreiterin

Zirkusreiterin
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Gabriele Münter malte das Hinterglasbild ‚Die Zirkusreiterin‘ 1917 in Skandinavien, kurz nach ihrer Trennung von Wassily Kandinsky. Es ist im Schlossmuseum Murnau zu sehen.
  • vonFranziska Pawel
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Murnau – Bürgermeister Rolf Beuting strahlt über das ganze Gesicht, als er kurz vor Ostern zwei Neuzugänge für das Schlossmuseum in Empfang nehmen konnte. Die Privatstiftung Schlossmuseum Murnau (PSM) erwarb nämlich Werke von Gabriele Münter sowie Maria Marc, und stellt sie dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. Zwei Frauen aus dem innersten Kreis der Künstlergruppe ‚Der blaue Reiter‘.

Rolf Beuting: „Ohne Sponsoren, Mäzene und Unterstützer könnte unser Schlossmuseum nicht mit solchen hochkarätigen Exponaten aufwarten.“ Mit einem jährlichen Ankaufsbudget von bescheidenen 5000 Euro – das übrigens seit 30 Jahren gleich geblieben ist – könnte der Markt Murnau auf dem Kunstmarkt nicht bestehen. Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig ergänzt: „Dazu kommt, dass wir als Kommune nicht so kurzfristig auf angebotene Werke reagieren können. Wir müssten erst die Genehmigungen der kommunalen Gremien einholen und dann Sponsoren akquirieren. Da ist die Privatstiftung ist viel flexibler und kann in vielen Fällen unkompliziert zugreifen.“ Das zeigt sich an dem Hinterglasbild ‚Die Zirkusreiterin‘. Gabriele Münter hatte es 1917 nach ihrer Trennung von Wassily Kandinsky in Skandinavien gemacht. Die kleine Tafel stammt aus einer privaten Sammlung, dessen Begründer immer wider direkt bei Gabriele Münter gekauft hatte. Im Juli 2020 wurde das Bild anlässlich einer Auktion angeboten.

Als aufgerufener Katalogpreis war ein mittleren fünfstelligen Betrag angegeben. Dr. Brigitte Salmen von der Privatstiftung bekam den Zuschlag: „Das Interesse war groß, der Preis kletterte schnell in die Höhe. Aber es wäre schade gewesen, wenn dieser liebenswerte Bild wieder hinter verschlossenen Türen verschwunden wäre. Es ist wichtig, dass ein solcher Kunstschatz zukünftig öffentlich zu sehen ist. Unter Fachleuten gilt Maria Marc lange schon nicht mehr nur als Ehefrau ihres weltberühmten Gatten, Franz Marc, sondern als eigenständige Künstlerpersönlichkeit. Das großformatige, farbenfrohe Ölgemälde ‚Bauernkinder in Sindelsdorf‘ malte sie im Jahr 1912. Das Bild stammt direkt aus dem Marc-Nachlass und war während der vergangenen 110 Jahre noch nie öffentlich ausgestellt. gb

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