Unter realen Bedingungen

Realbrandausbildung: Feuerwehrler bereiten sich für den Ernstfall vor

Realbrandausbildung Brandübungscontainer Atemschutzgeräteträger Feuerwehr
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Die speziell ausgebildeten Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren üben unter realen Bedingungen.
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Im Brandübungscontainer können Temperaturen bis zu 600 Grad Celsius entstehen.
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Die Schutzausrüstung muss bei einem Einsatz unter extremen Bedingungen perfekt sitzen.
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Die speziell ausgebildeten Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren üben unter realen Bedingungen.

Landkreis GAP – 150 Grad Celsius und außer Rauch nichts zu sehen – so oder noch schlimmer ergeht es den Angriffs­trupps der Feuerwehr bei einem Brandeinsatz. Ende Juli durchliefen 64 Atemschutzgeräteträger der Feuer­wehren unseres Landkreises ein Spezialtraining zur Brandbekämpfung – unter möglichst realen Bedingungen.

Bei der Realbrandausbildung wird ein Brandübungscontainer eingesetzt, der mit Holz befeuert wird. Dort können ähnliche Bedingungen geschaffen werden wie bei einem Zimmerbrand – mit entsprechender Hitze- und Rauchentwicklung. Solche realistischen Übungen sind für die speziell ausgebildeten Mitglieder der Feuerwehr sehr wichtig. Die Brandeinsätze sind in den letzten Jahren stark gesunken – die Möglichkeiten in der Praxis Erfahrung zu sammeln entsprechend selten. Dennoch müssen die Einsatzkräfte gut vorbereitet sein. Dazu gehört, dass sie Brandverläufe erkennen und Gefahrensituationen gut einschätzen können. Theorie alleine reicht nicht aus, um das zu lernen. 

Aus diesem Grund wurde im Jahr 2015 die Realbrandausbildung vom Freistaat Bayern in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern ins Leben gerufen. Auf Bundesebene ein einmaliges Projekt. Der Brandübungscontainer fährt durch alle bayerischen Landkreise und ermöglicht den Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehren, unter realistischen Bedingungen zu üben. 600 Grad Celsius entwickeln sich an der Decke des Containers, die Sicht ist durch die Rauchentwicklung extrem eingeschränkt. Selbst auf Kopfhöhe der Retter sind es noch 150 Grad. Bei realen Einsätzen können Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius an der Decke vorkommen. Ohne Schutzkleidung und Ausrüstung kann kein Mensch das überleben. Die Kleidung muss perfekt sitzen, kein Flecken Haut darf unbedeckt bleiben. Auch müssen die Retter wissen, wie sie sich unter solchen Extrembedingungen am Besten fortbewegen. Bodennah, um etwas besser sehen zu können und der Hitze nicht ganz ausgeliefert zu sein. 

Die Feuerwehrler übten außerdem noch verschiedene Löschtechniken mit dem Hohlstahlrohr. Auch die Wahl der richtigen Maßnahmen bei unterschiedlichen Brandphänomenen wurde behandelt. Neben den praktischen Übungen erhielten die Teilnehmer zuvor theoretischen Input. Am Wichtigsten waren jedoch die Erfahrungen unter Realbedingungen, die keine Theorie ersetzen kann. Die Retter setzen im Ernstfall ihr eigenes Leben aufs Spiel – eine gute Vorbereitung ist das Mindeste, das sie erwarten können. moc

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