Aktionärsversammlung gegen eine Entlastung von Erhard Bender

Bilanz zur Karwendelbahn

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Im Bild (von links): Sabine Mann, Stefan Reich, Gerhard Schöner, Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Jochen Grüninger, Ludwig Lehmann.

Mittenwald – In der Bergstation der Karwendelbahn AG fand Mitte September die Aktionärsversammlung statt. Aufsichtsratsvorsitzender Hans- Jochen Grüninger, die stellvertretenden Vorsitzenden Adolf Hornsteiner, Ludwig Lehmann und Robert Wiedemann, Vorstand Wolfgang Reich und Sabine Mann sowie Rainer Stoltefaut und Stefan Sellmaier als Arbeitnehmervertreter, standen Rede und Antwort. Die Vorstände Reich und Mann gaben gleich zu Beginn einen Lagebericht zum vergangenen Geschäftsjahr 2013 ab.

Das ganze vergangene Jahr sei durch die wechselnden Witterungseinflüsse sehr beeinflußt worden. Nach Pfingsten (noch im Schnee) waren die Monate Juli und August erfolgreich, während September und Oktober durch den frühen Wintereinbruch erneut wenig Betrieb brachten. Der öffentliche Fahrbetrieb musste dazu noch im März / April wegen Überholungsarbeiten (Revision) eingestellt werden, sodass das ganze Jahr 2013 für die Karwendelbahn recht dürftig ausfiel. „Auch in diesem Sommer 2014 mussten wir wegen des sechswöchigen Dauerregens Einbußen einstecken“, prognostizierte Geschäftsführerin Sabine Mann schon einmal. Das Geschäftsjahr 2012/2013 war von Neuerungen geprägt, so hatte man die Magnettickets abgeschafft und stattdessen wiederverwendbare Keycards mit drei Euro Pfand an den Gast ausgegeben (bei Rückgabe erhält der Gast das Pfand zurück). Seit Anfang August 2013 kostet die Parkgebühr auf dem Parkplatz zwei Euro und es wurde eine Preiserhöhung von zwei Euro für die Berg- und Talfahrt eingeführt. Doch trotz einer angespannten Lage hat sich die Karwendelbahn entschlossen, in die behindertengerechte Ausstattung der Sanitäranlagen im Tal und auf dem Berg zu investieren. Auch muss das Dach der Berggaststätte renoviert werden – das kann aus den verfügbaren Mitteln durch die Kapitalerhöhung sowie aus dem Geschäftsjahr 2012/2013 gestemmt werden. „Alles in allem“, so erklärte Geschäfts- führerin Sabine Mann, „ist die gesamtwirtschaftliche Lage der Karwendelbahn aus heutiger Sicht befriedigend.“ 

Ein wichtiger Punkt für die zahlreich erschienen Aktionäre war die Beschlußfassung über die Entlastung des vorherigen Vorstandes Erhard Bender (2009 bis 2012 im Amt). Dies wurde ihm wegen der Fehleinschätzung zur geringen Kapazität der Kristallgondeln erneut verweigert. Ein komplexer und schwieriger Rechtsstreit dazu dauert an. Nach Auszählung der abgegebenen Stimmzettel stimmten die Aktionäre mit 29275 Stimmen gegen eine Entlastung Benders, das entspricht fast 80 Prozent aller möglichen Stimmen. 

Dagegen wurde der jetzige Vorstand mit anwesendem Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern einhellig entlastet. „Wir hoffen für das laufende Geschäftsjahr 2014 jetzt noch auf einen Goldenen Herbst, in dem in der Regel noch viele Wanderer und Kletterer die Karwendelbahn nutzen“, unterstrich Sabine Mann. Schwerpunkte im neuen Geschäftsjahr sollen die Akquise im Bereich Hochzeiten, Bus- und Gruppenreisen und für Betriebsausflüge sein. Dafür sollen entsprechende Marketingaktionen gestartet werden. Auch will man bei Schlechtwetterlage von Januar bis Mai den Fahrbetrieb an solchen Tagen einstellen, um Kosten zu sparen.

Von Kornelia Wehmeier

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