Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen verleiht Kitzretter

Rehkitze vor dem Mähtod bewahren

Rehkitze flüchten nicht vor den Mähwerken, sondern ducken sich noch mehr ins Gras, dadurch können sie oft nicht wahrgenommen werden. Die Rehkitzretter sollen das verhindern.
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Rehkitze flüchten nicht vor den Mähwerken, sondern ducken sich noch mehr ins Gras, dadurch können sie oft nicht wahrgenommen werden. Die Kitzretter sollen das verhindern.

GAP – Ein grausamer Anblick: Immer wieder werden Rehkitze bei der Mahd getötet. Der Tierschutzverein möchte das verhindern. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Landwirte, Tierschützer und Jäger gemeinsam ergreifen können, um die Rehkitze zu schützen.

Von Ende April bis Mitte Mai ist Setzzeit bei den Rehen. Viele Wiesen werden zur Kinderstube, nicht nur für Rehkitze, sondern auch für Feldhasen und Wiesenbrüter. Mit Beginn der ersten Mahd wird es gefährlich für die Jungtiere. Rehkitze und Feldhasen flüchten nicht vor den Mähwerken, sondern ducken sich tiefer ins Gras. Jedes Jahr werden in Deutschland an die 100.000 Rehkitze verstümmelt oder getötet. Ein grausamer Anblick - auch für die Landwirte. 

Tierschutzverein verleiht kostenlos Kitzretter

Nun schon im sechsten Jahr verleiht der Tierschutzverein des Landkreises Garmisch-Partenkirchen e.V. deshalb sogenannte "Kitzretter" an die Bauern. Diese sind zwar gesetzlich verpflichtet, vor dem Mähen ihre Wiesen nach Rehkitzen abzusuchen. Angesichts des Zeitdrucks und der oft großen Flächen ist dies aber eine zeitraubende Arbeit, gerade wenn eine Schönwetterperiode ausgenutzt werden muss. Aufgrund der großen Nachfrage hat der Tierschutzverein weitere 20 Kitzretter bei Martin Thoma gekauft, der sie in seinem Familienbetrieb in Penzberg baut, und verfügt nun über 60 Geräte. Ein Gerät deckt eine Fläche von ca. drei Hektar ab. Durch akustische und optische Signale, in willkürlichen Zeitabständen und mit unterschiedlicher Signaldauer, hält der Kitzretter Wild von den Flächen fern. Die Rehmutter wird dadurch aufmerksam und holt ihr abgelegtes Kitz von der Wiese. 

Die Geräte sollten schon einige Tage vor der Mahd aufgestellt werden. Daher besitzen sie einen sehr leistungsstarken Akku. Für Tessy Lödermann, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, ist der Kitzretter eine wichtige Maßnahme. "Sinnvoll und auch verpflichtend ist es, dass der Landwirt den Jagdausübungsberechtigten rechtzeitig vor der Mahd informiert, damit dieser effektive Maßnahmen, zum Beispiel das Absuchen mit einem ausgebildeten Jagdhund ergreifen kann. Landwirte, Jäger und der Tierschützer können hier gut zusammenarbeiten, um grausames Tierleid zu verhindern." Der Tierschutzverein bittet die Landwirte, von diesem kostenlosen Angebot Gebrauch zu machen und sich Kitzretter auszuleihen. Diese können im Tierheim unter ☎ 08821/55967 zur Abholung vorbestellt werden. kb

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