Schauspiel-Spaziergang gibt interessante Einblicke in das Leben des Komponisten und Privatmanns

Unterhaltsame Annäherung an Richard Strauss

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Die Führung erfreute die Teilnehmer und auch Enkel Dr. Christian Strauss (3.v.re.). Tatjana Pokorny (rechts als Köchin) plauderte aus, was im Hause Strauss gern gegessen wurde. Interessiert lauschte da auch Ortsführerin Eva Kerschl (2.v.re.). Der nächste Spaziergang findet am 19. Juli, von 15 bis 17 Uhr statt. Anmeldungen beim Kreisbildungswerk unter Tel. 08821-58501.

GAP – Die beliebte Schauspielführung „Hier lebt(e) Richard Strauss“, die bereits im vergangenen Jubiläumsjahr großen Zuspruch fand, wurde auch im Rahmen des diesjährigen Musikfestivals angeboten. Eva Kerschl führte ihre Gruppe am Dienstagnachmittag durch Garmisch – kurzentschlossen hatte sich auch der Enkel des großen Komponisten, Dr. Christian Strauss, der interessierten Schar angeschlossen.

Vom Richard-Strauss-Brunnen ging es durch den Kurpark, per Bus zur Richard-Strauss-Villa, und zurück zum Garmischer Zentrum. An markanten Punkten trafen die Teilnehmer auf berühmte Opernfiguren, auf Zeitgenossen und Bedienstete des Hauses Strauss. Schauspielerin Tatjana Pokorny (die für die erkrankte Claudia Hinterecker eingesprungen war) und Schauspielkollege Toni Weinberger schlüpften mit Bravour in die unterschiedlichen Rollen. Gästeführerin Eva Kerschl, die mit Fakten über das Leben und Wirken von Richard Strauss in seiner Wahlheimat aufwartete, zeigte sich als Kennerin der Materie. Aufgelockert durch die Schauspieleinlagen erfuhr man auf dem kleinen Spaziergang von den Vorlieben und Leidenschaften des gefeierten Komponisten und Dirigenten Richard Strauss und bekam Einblicke in das Leben des großen Künstlers und Privatmanns.

Aus frühen Anfängen in München und Meinigen war Richard Strauss rasch zu einem der bekanntesten und begehrtesten Dirigenten aufgestiegen. Spätestens seit der Uraufführung der „Salome“ gehörte er zu den großen Komponisten seiner Zeit. Der unverkrampfte Text und die sinnliche Musik der „Salome“ löste bei manchem Kritiker Irritationen aus, gar prophezeite man ihm einen Nachteil daraus. Strauss konnte später kontern: „Von diesem Schaden konnte ich mir meine Villa in Garmisch leisten.“

Die hatte in den Jahren 1907/ 1908 der angesagte Jugendstil-architekt Emanuel von Seidl auf dem großzügigen Anwesen an der Zoeppritzstraße 42 gebaut. Richard Strauss zog Garmisch, „die sonnige Seite des Tales“, dem Nachbarort Partenkirchen vor. Und die wunderbare Villa – noch heute im Familienbesitz – wurde zu seinem Refugium. Hier lebte er mit seiner Frau Pauline („Bauxerl“) und seiner Familie und fand in der großartigen Alpenlandschaft, die er so liebte, Inspiration und Ruhe gleichermaßen.

1894 hatte Strauss die Sopranistin Pauline de Ahna geheiratet; Sohn Franz wird 1897 geboren. 55 Jahre war das Ehepaar in Liebe und Zuneigung verbunden. Am 8. September 1949 schließt Richard Strauss in seiner Garmischer Villa für immer die Augen; Pauline überlebt ihren geliebten Mann nur acht Monate. Sie hatte das Haus mit Disziplin geführt und stets darauf geachtet, dass sich Richard Strauss nicht überarbeitete. So musste er täglich zwei Spaziergänge machen, egal bei welchem Wetter. Auch Touren zum Kreuzeck oder durch die Höllentalklamm unternahm Strauss gern. Geliebt hat er das Skatspielen: In der Villa Strauss kam so manche Runde zusammen. An vielen Anekdoten zeigt sich, dass Richard Strauss, der ein unschätzbar reiches und vielfältiges Werk hinterlassen hat, auch als Privatmensch zu leben wusste.

Von Ilka Trautmann

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