Richtungsweisendes Urteil – Geldbuße wegen Try-out-Spielern

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TITUS FISCHER – GAP – Die eishockeylose Zeit ist beim SC Riesseree passé. Am vergangenen Samstag bestritt der Zweitligaaufsteier sein erstes Testspiel. Im Duell der Altmeister siegten die Weiß-Blauen beim EV Füssen mit 5:2. „Für das erste Spiel war die Leistung der Mannschaft ganz in Ordnung“, zeigte sich Trainer Marcus Bleicher angetan (inzwischen hat er seinen Rücktritt erklärt, siehe eigenen Bericht). „Besonders im zweiten Drittel hat das Team gut gespielt.“ Hier schossen die Garmisch-Partenkirchner vier Treffer. Einziges Manko waren die vielen Strafzeiten, welche die Leoparden allerdings nur einmal ausnutzen konnten. Alle Spieler kamen zum Einsatz, so auch die beiden Torhüter Harti Wild und Daniel Huber. „Beide haben das gehalten, was zu halten war“, sagte Bleicher. Die Gäste, die ohne Tim Regan (dessen Vertrag erst ab 1. September läuft) und Christian Völk, der sich im Training eine Bauchmuskelzerrung zuzog uns zehn Tage ausfällt, antraten, gingen erwischten einen Start nach Maß. Lediglich 161 Sekunden waren absolviert, da schoss Tobias Biersack das 1:0. Der Stürmer hatte auch in der vergangenen Saison den letzten Treffer geschossen, als er beim 3:2-Auswärtssieg im zweiten Finalspiel in Grafing das Siegtor 76 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit erzielte, als alles mit einer Verlängerung rechnete. Auch im zweiten Drittel erwischten die Weiß-Blauen einen super Start. Gerade einmal 13 Sekunden waren absolviert, da traf Justin Zilla zum 2:0. Zwei Minuten später erhöhte Neuzugang Lubor Dibelka auf 3:0. Als Daniel Stiefenhofer eine Überzahlsituation der Füssener in der 30. Minute zum Ehrentreffer ausnutzte, Zilla saß gerade auf der Strafbank, war der Arbeitstag für Harti Wild beendet. Doch der SCR ließ sich vom Treffer der Allgäuer nicht schocken, Zilla stellte nur 65 Sekunden später in Überzahl den alten Abstand wieder her. Lukas Jentsch musste zu diesem Zeitpunkt zuschauen. Als Florian Vollmer drei Minuten vor Drittelende auf 5:1 stellte, war die Partie entschieden. Im Schlussabschnitt gelang Yannik Baier noch der zweite Treffer für die Gastgeber zum 2:5-Endstand. Am kommenden Wochenende kommt es nun zu zwei Vergleichen mit den Tölzer Löwen: Am Freitag um 19.30 Uhr in der Kurstadt, am Samstag um 17 Uhr im Olympia-Eissportzentrum. Wie bei allen Vorbereitungsspielen zahlen Kinder auf allen Plätzen fünf, Erwachsene zehn Euro. Im Anschluss an das Derby findet das Stadionfest statt. Wie im vergangenen Jahr wird dann die Mannschaft von Anna Groß vom Bayerischen Fernsehen vorgestellt. Unterdessen fiel am vergangenen Donnerstag ein Urteil in Sachen Try-out-Spieler, welches große Auswirkungen auf andere Try-outs im Deutschen Eishockey haben könnte. Im vergangenen Sommer war Scott Bartlett beim SC Riessersee ohne Bezahlung in der Vorbereitung im „Casting“. Für diesen Zeitraum wurden von Geschäftsführer Ralph Bader auch keine Sozialversicherungsbeträge abgeführt. Bader hatte sich lediglich um eine Aufenthaltsgenehmigung für den US-Amerikaner bemüht und wurde von einem Mitarbeiter des Landsamtes Garmisch-Partenkirchen gemeldet. Nach Einlassung des Amtsgericht von Garmisch-Partenkirchen unter dem Vorsitz von Richter Stefan Lindig ist diese Vorgehensweise falsch. Das Verfahren gegen Bader wurde zwar gegen die Zahlung einer Geldbuße von 7.500 Euro eingestellt und eine Verurteilung wegen des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt gab es nicht, trotzdem könnte das Verfahren Auswirkungen auf andere Try-outs im deutschen Eishockey haben. In Garmisch-Partenkirchen gab es bereits Konsequenzen: Ab sofort darf Michael Rimbeck, der in der vergangenen Saison für die Garmisch-Partenkirchnern spielte und keinen neuen Vertrag mehr erhielt, nicht mehr am SCR-Training teilnehmen.

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