Lizenzierungsunterlagen für die DEL2 eingereicht

SCR-Chef will zweigleisig fahren

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SCR-Club-Chef Udo Weisenburger will zweigleisig fahren.

Wie geht es mit dem SC Riessersee weiter? Das ist die große Frage. Am heutigen Donnerstag lief die Frist ab, sich für die kommende Saison für die DEL2 zu bewerben. Auch der SCR gab seine Unterlagen ab.

Die prekäre Lage beim SC Riessersee hat ganz Eishockey-Deutschland erschüttert. Zuletzt gab es Gerüchte, dass sich eine Gruppe gebildet habe, die sich dem Traditionsverein annehmen will, um das Zweitligaeishockey zu erhalten. Club-Boss Udo Weisenburger bestätigte dies auf Antenne Bayern. Es gebe eine Gruppe, „die Tag und Nacht an einer Lösung arbeitet“. Diese Lösung soll zu einem gegebenen Zeitpunkt präsentiert werden. Aktuell wolle er aber nicht „mehr Infos preisgeben.“ Wahrscheinlich wird sich der SCR auch für die Oberliga bewerben, berichtete Weisenburger. „Wir möchten zweigleisig fahren.“ Bis Ende des Monats muss dies für die Oberliga geschehen.

Zuvor hatte sich Weisenburger wie folgt geäußert: „Die SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH befindet sich derzeit in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten und arbeitet an den notwendigen Rahmenbedingungen, um eine Teilnahme am geregelten Spielbetrieb 2018/19 zu gewährleisten.“ Er geht davon aus, dass dieser Prozess bis Ende Mai dauern werde. „Alle Kunden und Fans von bereits bezahlten Dauerkarten der Saison 2018/19 werden anschließend informiert wie weiter verfahren wird. Der SC Riessersee bittet um Verständnis, dass in der derzeitigen Situation auf einzelne Anfragen nicht sofort eingegangen werden kann.“ Zusammen mit Stefan Endrass (der derzeit in einem lang geplanten Pfingsturlaub weilt) arbeite Weisenburger daran, das finanzielle Loch von rund 600.000 Euro unter Kontrolle zu bringen. „Wir sind mit unseren größten Gönnern im kontinuierlichen Gespräch und wir hoffen, so schnell wie möglich, einen ersten Stand herausgeben zu können. Momentan sind noch alle Möglichkeiten auf dem Tisch." Weisenburger betont weiter: „Zum jetzigen Zeitpunkt geht es in erster Linie um unseren geliebten Club, den SC Riessersee. Ich werde mit allen Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, dafür kämpfen. Wir geben nicht auf. –Blaue geben niemals auf.“

Mit einer neuen Idee kam der Verein nun heraus: Er werde zehn Lebensdauerkarten anbieten. Das Antragsformular gibt es auf der SCR-Homepage unter www.scr.de Der einmalige Betrag für die Dauerkarte auf Lebenszeit beträgt: Für den Stehplatz: 7.500 Euro, Sitzplatz Kategorie 2: 10.000 Euro und Sitzplatz Kategorie 1: 12.500 Euro. Das Angebot gilt nur bis zum 30. Mai - bis dahin muss die unterzeichnete Absichtserklärung per Email (info@scr.de) oder per Fax (08821/ 7322063) vorliegen. Die Verantwortlichen der Werdenfelser betonen, dass der Betrag nur dann fällig wird, wenn die erste Mannschaft des SC Riessersee in der kommenden Saison 2018/19 mindestens in der Oberliga Süd am Spielbetrieb teilnimmt.

Unterdessen haben einige Spieler schon den SC Riessersee verlassen: Valentin Gschmeißner und Lubor Dibelka haben bei den Tölzer Löwen unterschrieben und Felix Thomas ging zu den Eispiraten Crimmitschau. Goalie Matthias Nemec, der keinen neuen Vertrag mehr erhalten sollte, wechselte zum EHC Freiburg.

Es gibt zahlreiche Stimmen zur Lage beim SC Riessersee. Trainer Toni Söderholm sagt: „Es tut mir sehr leid für die Spieler und ihre Familien. Nun stehen sie ohne Vertrag da. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren die sportliche Seite wieder neu aufgebaut. Wir sind jedes Jahr einen großen Schritt nach vorne gekommen. Über Nacht ist nun alles vorbei. Dies ist extrem bitter. Die Sportler hatten sich große Hoffnungen gemacht, dass man sich weiter entwickeln kann – dann kommt dieser Schritt."

„Es wäre absolut wünschenswert für das deutsche Eishockey, wenn ein Traditionsverein wie der SC Riessersee der DEL2 erhalten bleibt“, meint DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.

„Es ist enttäuschend, dass ein Verein mit einer solch großen Eishockey-Historie nach einer so erfolgreichen Saison diesen Schritt macht. Ich verstehe, dass die wirtschaftliche Seite ein wichtiger Faktor für den Schritt ist und bedauerlicherweise ist und leider ist dies die Realität. Dennoch ist es extrem traurig für den Ort, seine Fans und die Spieler, nach so einer tollen Saison“, erklärt Maurizio Mansi, ehemaliger Spieler und Trainer des SC Riessersee.    Von Titus Fischer

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