Riessersee verliert beide Spiele – Travnicek: "Die Einstellung hat gepasst, doch leider hat es nicht geklappt."

David Appel traf dreimal in Weißwasser. Fotos (2): Sehr

Es war eine lange und anstrengende Reise am vergangenen Freitag. Über zehn Stunden war der Tross des SC Riessersee unterwegs zum Auswärtsspiel bei den Lausitzer Füchsen. Doch die Werdenfelser mussten bei der 3:6-Niederlage alle drei Punkte in Weißwasser lassen.

Da die Riesserseer bei ihrer Anreise im Stau auf der A72 feststeckten, begann das Spiel 45 Minuten später. Die Weiß-Blauen zeigten sich aber nicht geschockt von der Reise, sondern waren hellwach und ließen das Kombinationsspiel der Lausitzer nicht zur Entfaltung kommen. Das Resultat: In der Anfangsphase waren Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Dann aber setzte die starke erste Reihe der Gäste mit David Appel, Lubor Dibelka und Greg Collins ein Ausrufezeichen. Appel traf zum 1:0. Nur knapp eine Minute die nächste gute SCR-Chance, doch Miro Hala im Lausitzer Kasten blieb Sieger. Die Riesserseer hatten in der Folgezeit eine fünf gegen drei Überzahlsituation, als Matt McKnight und Thomas Götz eine Strafe absitzen mussten, aber der zweite Treffer fiel nicht. Besser machten es die Gastgeber, als Maximilian Kastner und Benjamin Barz raus mussten. Marc Derlago traf zum Ausgleich. Die letzten Minuten des Anfangsdrittels gehörten den Füchsen. Eine Vorlage von Götz nutzte Jared Ross mit einem Blueliner zur Führung in der 19. Minute. Mit dem Ergebnis wurden auch die Seiten gewechselt. Im Mittelabschnitt stand bei den Gastgebern plötzlich ein anderer Mann als zuvor zwischen den Pfosten. Hala hatte sich ein Knie leicht lädiert und somit kam Jonathan Boutin wieder zum Einsatz. „Er ist nach dem ersten Drittel zu mir gekommen und gesagt, dass er angeschlagen ist. Da wir mit Boutin einen sehr guten Backup heute hatten, wollten wir kein Risiko eingehen und haben gewechselt.“ So kam der Kanadier zu seinem Comeback nach langer Verletzungspause. Die Riesserseer wirkten zu Beginn des Mittelabschnitts dynamischer. Doch in der 23. Minute wurde ein Gäste-Angriff gestoppt und der Puck schnell in Offensive gespielt: Chris Straube ließ Hart Wild keine Chance und netzte zum 3:1 ein. Die Riesserseer zeigten sich jedoch wenig beeindruckt. Nur 90 Sekunden später sorgte Appel für den Anschlusstreffer. Die Riesserseer kamen nun auf und brachten die Lausitzer Defensive immer wieder vor große Probleme. In der 28. Minute bekamen die Werdenfelser einen Penalty zugesprochen. Appel war gefoult worden und führte den Strafschuss aus. Doch er scheiterte an Boutin. Doch 44 Sekunden vor der zweiten Drittelsirene schoss der Stürmer aus der Tschechischen Republik seinen dritten Treffer des Tages in doppelter Überzahl, als Erwin Masek und Markus Lehnigk jeweils wegen Stock-Checks eine Strafe verbüßten. So wurde beim Spielstand von 3:3 die Seiten gewechselt. Im Schlussdrittel waren wieder die Gäste anfangs besser. Doch die Lausitzer hatten einen Turm in der Brandung: Jonathan Boutin hielt alles, was kam. Mit herausragendem Stellungsspiel, super Reflexen und dem notwendigen Quäntchen Glück hielt er seinen nicht immer konzentrierten Vorderleuten den Rücken frei. Dann lief es auch bei den Hausherren wieder besser: In der 50. Minute traf Jens Heyer nach Vorlage von Danny und Björn zum 4:3. Das Spiel wog in der Folgezeit hin und her. In der 58. Minute sorgte Thomas Götz in Überzahl als Andreas Feuerecker draußen saß für die Vorentscheidung. SCR-Coach Zdenek Travnicek reagierte und nahm Harti Wild vom Eis. Doch Chris Straube schnappte sich den Puck, doch sein Rückhandschuss ging knapp vorbei. Ervin Masek setzte nach, erlief sich die Scheibe und passte zurück - dort stand Tomas Gulda. Der junge Verteidiger traf zum 6:3-Endstand Zwei Tage später gab es gegen die Fishtown Pinguins eine 3:6-Niederlage zu Hause. Travnicek hatte die Reihen gewechselt, Tim Regan stürmte nun mit Justin Zilla und Martin Pfohmann, während Maximilian Kastner zu Florian Vollmer und Benjamin Barz rückte. Zunächst hatte alles gut für die Gastgeber begonnen. Sie waren sehr gut ins Spiel gekommen und führten nach zehn Minuten mit 2:0 durch Tyson Marsh in Überzahl, als der ehemalige Riesserseer Andrei Teljukin draußen saß, und Topskorer Lubor Dibelka. Nach dem zweiten Gegentreffer reagierte der Fishtown Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg und wechselte sofort den unsicher wirkenden Torhüter Sebastian Staudt gegen Routinier Marko Suvelo aus. Dieser Wechsel hat bei den Gästen den Schalter umgelegt und sie kamen besser in das Spiel. Vor der ersten Drittelpause konnte Bremerhaven durch Kevin Saurette noch auf 1:2 verkürzen. Das war der Weckruf für die Aufholjagd der Norddeutschen. Patrick Beck schaffte nur 80 Sekunden nach Wiederbeginn den Anschluss- treffer. Justin Zilla stellte noch einmal den alten Abstand her, doch mit drei Treffern innerhalb von nur fünf Minuten war die Partie zu Gunsten der Gäste entschieden: Philipp Gunkel, als Zilla draußen saß, Beck, als Zilla erneut die Strafbank drückte und Marks Kosrick bei fünf gegen fünf stellen auf 5:3 für die Gäste. Riessersee Coach Travnicek reagierte zu Beginn des Schlussdrittels und wechselte nun seinerseits den Torhüter. Harti Wild ging raus, Daniel Huber kam. „Harti hat uns in den vergangenen Spielen immer im Spiel gehalten. Er war müde und ich versuchte durch den Wechsel einen neuen Impuls zu geben“, begründete Travnicek. Der SCR wirkte nun wieder wacher und aggresiver. Die Chancenverwertung war jedoch das Problem. Zilla, Vollmer und Dibelka hatten erstklassige Möglichkeiten, doch sie scheiterten alle. Vier Minuten vor Ende wurde Huber von Ales Kreuzer zum 3:6-Endstand überwunden. „Die Einstellung hat gepasst, die Jungs sind gelaufen und haben gekämpft, doch leider hat es nicht geklappt“, so Travnicek.

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