Beliebte Traditionsveranstaltungen werden abgesagt

Das Risiko für "Hotspots" ist zu groß

Traditionsveranstaltung abgesagt
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Beinand hocken, Brauchtum und Geselligkeit pflegen – in diesem Sommer wird auch die traditionsreiche Garmischer Festwoche nicht stattfinden können.

Keine Garmischer Festwoche, kein Murnauer Volksfest – beliebte Traditionsveranstaltungen werden abgesagt, denn die Angst vor einem Corona-Ausbruch ist nach wie vor groß.

GAP / Murnau – Schade, aber aus der Garmischer Festwoche und dem Murnauer Volksfest wird heuer nichts – die Traditionsveranstaltungen wurden abgesagt. Eine bittere, aber verständliche Entscheidung, denn die Angst vor einem Corona-Ausbruch und einem daraus entstehenden Hot­spot ist groß. Die Partenkirchner – die noch etwas Zeit haben – wollen in den nächsten Tagen ihren Beschluss mitteilen. 

Die Absage des Volkstrachtenvereins Garmisch hat 1. Vorsitzender Christian Ruf „schweren Herzens“ bekannt gegeben. Eine Absage die schmerzt, nicht nur, weil die Garmischer Festwoche ihre 70. Auflage gefeiert hätte. Bayerisches Brauchtum mit Festumzug, Trachtengruppen, Schuhplattlern, mit viel Musik und den beliebten Heimat­abenden, darauf freut man sich Jahr für Jahr. „Bei uns wird das Vereinsleben großgeschrieben, aber die Proben und all die Vorbereitungen sind dieses Jahr ins Wasser gefallen.“

Im Corona-Jahr 2020 gibt es ein striktes Verbot für Großveranstaltungen bis mindestens 31. August. Die strengen Hygienevorschriften und vor allem die Abstandsregeln machen eine Durchführung schlichtweg unmöglich. „Man kann ned bei­nand‘ hock‘n und ned tanz‘n, damit ist der ganze Sinn der Festwoch‘ in Frage gestellt“, sagt Ruf. Das Garmischer Festzelt wurde im Einvernehmen mit der Familie Adlwärth storniert. Ob man ein Fest als Ersatz irgendwann nachholt, wenn das Feiern wieder erlaubt ist? 1. Vorsitzender Christian Ruf lässt diese Möglichkeit mal offen: „Wir werden uns im Vorstand unterhalten, dann wird man sehen.“ 

Gedanken für ein alternatives Fest in Murnau hatte sich Festwirt Christian Fahrenschon bereits im Vorfeld des Murnauer Volksfestes gemacht. Er brachte eine abgespeckte Version mit Biergarten-Betrieb in die Diskussion ein, doch die Verantwortlichen in der Staffelseegemeinde wollten sich darauf nicht einlassen. Im Hauptausschuss wurden die Pläne des Festwirts, der die Murnauer Wiesn schon seit Jahrzehnten ausrichtet, diskutiert und mehrheitlich verworfen. Das Risiko, dass sich Besucher mit Corona infizieren und der gesamte Tourismusort Murnau unter den Folgen eines Ausbruchs leiden könnte, wurde von den meisten Ausschussmitgliedern als zu hoch eingeschätzt. Die Gemeinderäte jedenfalls – das wurde deutlich – wollen diese Verantwortung nicht tragen.   tra

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