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Rückblick auf die 70. Garmischer Festwoche

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Bandltanz
Beste Stimmung herrschte die ganze Zeltwoche. Auch beim Bandltanz zeigten die Buam und Madl Brauchtum wie Lebensfreude. © Klaus Munz

GAP – Die 70. Garmischer Festwoche dürfte bei Einheimischen wie Gästen in guter Erinnerung bleiben. Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause starteten die Garmischer Trachtler wieder mit einer 9-tägigen Festwoche durch. Dabei regierte das alt-überlieferte Brauchtum, aber auch viel Unterhaltung für die Vorlieben eines breit gestreuten Publikums. Mittlerweile ist der Alltag im Ortsteil Garmisch eingekehrt, Bühne wie Zelt abgebaut. Zum Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung am kommenden Sonntag, dann im Ortsteil Partenkirchen, wird der Volkstrachtenverein Garmisch dann aber noch einmal alles aufbieten, gilt dieses Fest doch als Höhepunkt im ganzen Trachtenjahr.

„Die 70. Festwoche war ein Fest mit bester Stimmung und vielen Besuchern“, freut sich der neue 1. Vorstand Hannes Karg. Beim letzten Abend im Garmischer Zelt gab es nämlich nicht nur reichlich Brauchtum zu erleben, sondern auch der vielfältige Dank für eine gelungene Woche. „Beim Tag der Betriebe hatten wir etwa 170 Reservierungen, wir konnten immer marschieren, das Wetter passte und es war eine lustige, friedliche Festwoche, die allen in guter Erinnerung bleiben dürfte,“ resümierte der Vorstand, der sich über den überaus zahlreichen Besuch an allen Zelttagen freute. Ob bei den Heimatabenden, bei DREISAM oder dem Steinheben, beim Tag der Betriebe, das Zelt war bis zur letzten Reihe besetzt. Lobend erwähnte Hannes Karg die sehr gute Zusammenarbeit mit allen aktiven Gruppen innerhalb des Vereins. Und da gibt es viele: Die zahlenmäßig sehr große Jugendgruppe mit ihren Plattllehrern, die Schuhplattler-Madl und –buam, der Trommlerzug und nicht zuletzt der historische „Alte Tanz“. „ Alle haben zum Erfolg beigetragen“, lobte Karg. Dankbar zeigte sich der Verein ebenso über die Festwirtsfamilie Adlwärth. Diese sorgte mit ihrer Belegschaft in Küche und Service auch dieses Jahr für eine erstklassige Bewirtung, auch wenn die allgemein gestiegenen Preise auch beim Bierzelt-Besuch nicht Halt machten. Für eine gelungene Festwoche ist aber noch mehr erforderlich. Dies zeigte der umfangreiche Dank. Und da war neben den eigenen Aktiven auch die Musikkapelle Garmisch angesprochen, die an sechs Zelttagen unter den Dirigenten Leszek Zebura, Oliver Höhn und Markus Stimpfle stark gefordert war.

Sein weiterer Dank galt allen Geschäftsleuten für die Inserate im KREISBOTEN und Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, allen Schaustellern und Standbetreibern am Festplatz. Weiterhin der Marktgemeinde für die große Unterstützung, sowie der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei, der Sanitätsbereitschaft, den Kassen-und Security-Kräften.

Auftakt mit vielen Ehrungen

Begonnen hatte die 70. Auflage der Fest- und Heimatwoche mit dem Eröffnungs- und Ehrenabend. Zahlreiche Mitglieder durften Urkunden und die Goldenen Hutzeichen für ihre jahrzehntelange Treue zum Verein entgegennehmen. Christian Ruf, er hatte bis zur Jahresversammlung am 29. Mai das Vorstandsamt inne, wurde mit einer herrlich von Toni Buchwieser gestalteten Ehrenmitgliedsurkunde ausgezeichnet. Umfassend dabei die Dienste, die Christian Ruf für den VTV Garmisch leistete. Vom Jugendgruppenleiter über den Pressewart, vom Schriftführer schließlich zum 1. Vorstand war der Geehrte über Jahrzehnte hinweg der Trachtensache verbunden. Eine Ehrenurkunde bekam das Ehepaar Maria und Karl Gerum, sie sind seit 35 Jahren stets zuverlässig Bestandteil vom „Alten Tanz“. Zuvor gab es erstmals eine „Anzapf-Zeremonie“. 1. Bürgermeisterin Elisabeth Koch benötigte gerade einmal 3 Schläge, dann floss das Bier aus dem Holzbanzen, der dekorativ auf der Bühne thronte. Mit dabei auch Stellvertreterin Claudia Zolk, die dann zusammen mit Vorstand Hannes Karg auf eine glückliche Festwoche ihre Krüge erhoben. Und im Übrigen gab`s heuer das süffige Märzenbier beim Anstich sogar in Steinkrügen. Nach dem Auftakt mit viel Brauchtum stand gleich am kommenden Tag der Gaujugendtag der Oberländer Trachtenvereinigung auf dem Plan. Mit über 2000 Beteiligten beim herrlichen Festzug durch die Garmischer Straßen und den anschließenden Ehrentänzen im Festzelt. Nach dem Gaufest ist der Gaujugendtag das größte Ereignis der Trachtler im ganzen Gaugebiet und ein sichtbarer Beweis für gelebtes Brauchtum. Es war wieder ein deutlicher Beweis, dass die Jugendarbeit in den Mitgliedsvereinen bestens funktioniert. Bei diesem Anlass ehrte der Trachtengau auch seinen Gau-Jugendwart Franz Mangold aus Bad Kohlgrub mit der Gaumedaille in Bronze.

Gleich am Montag stand das „Große Steinheben um den Alpenpokal“ auf dem Programm. Moderator Hans-Jörg Vierthaler führte mit Wissen und Witz durchs zweistündige Programm, stellte die einzelnen Kraftsportler mit Namen, Beruf und Hobbies vor. Der Fingerhaklerverein Garmisch-Ohlstadt hat den spannenden Wettbewerb wieder mustergültig organisiert, in den Pausen ließ sich die Musikkapelle hören und es gab zudem eine Einlage der Schuhplattler. Mit Martina Ostler (Cölle) war auch ein junges Garmischer Madl am Start. Nicht weniger als 10 cm wurde der 509-Pfund-Stein von ihr „gelupft“.

Tags darauf ließ sich die Kult-Band „DREISAM“ hören und sorgte neben einem brechend-vollem Zelt für begeisterte Partystimmung. Man hatte durchaus den Eindruck, es gab für viele nach der Pandemie riesigen Nachholbedarf beim ausgelassenen Feiern. Mit ihren Dauerbrennern und Top`s der Popgeschichte konnte die Band natürlich begeistern. Eher gemütlich war dann der Tanzabend mit der „Kranzbergblos“ aus Mittenwald mit einer Einlage der Garmischer Plattlermusi angelegt. Für den Hoagartn am Tisch war auch die Lautstärke durchaus angenehm und die Bühne bot für die Tänzer ausreichend Platz.

Ein Garant für gute Stimmung ist seit Jahren die Band „Tromposaund“, die beim Tag der Betriebe, Vereine und Stammtische hervorragend agierte. Am zweiten Samstag gab es eine besondere Ehrung für Anton Wackerle, Ehrenmitglied seit dem Jahre 2014, der nicht nur 20 Jahre dem „Alten Tanz“ vorstand, sondern auch als Beisitzer und Fähnrich viel für den Volkstrachtenverein leistete.

Ein Wechsel stand dann beim Trommlerzug des Vereins an. Nach 19 Jahren als erster Major rückt Horst Haack nunmehr ins zweite Glied, sein Vize Ludwig Bader (Diktl) räumte nach 10 Jahren ebenfalls seinen Posten, beide bleiben der Gruppe aber als Aktive erhalten. Als neuer 1. Major stellte sich Hannes Scherer gleich mit dem Defiliermarsch vor. Als Stellvertreter von Scherer wird künftig Anton Ostler (Cölle) zur Verfügung stehen.

Seit nicht weniger als 45 Jahren ist Schützenhauptmann Thomas Maurer (Hauterer) nunmehr aktives Mitglied des Trommlerzuges. Dieser wurde mit einem speziellen Hutzeichen geehrt. Seit 10 Jahren sind mittlerweile dabei: Josef Bader (Butzerer), Bernhard Berger, Anda Maurer (Lex), Bernhard Maurer (Buggale), Toni Ostler (Cölle), Toni Ostler (Mouser), Markus Rutz, Hannes Scherer und Franzi Streitel (Hafner).

Auch der Heimatabend am Sonntag war noch einmal sehr gut besucht. Und zum letzten Mal vor ihrer Hochzeit konnte man den 1. Vorstand Hannes Karg mit Sabine Neff beim Figurentanz erleben. mun

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