Rückgang im Landkreis Garmisch-Partenkirchen während Pandemie

Krebs-Früherkennung bleibt wichtig

Krebs
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Krebsvorsorge-Maßnahmen sollten unbedingt wahrgenommen werden.

Landkreis – Im Pandemiejahr 2020 gab es zum Teil starke Einbrüche bei den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen. Für ihre Versicherten meldet die AOK Direktion Garmisch-Partenkirchen für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen die stärksten Rückgänge beim Mammografie-Screening (minus 28 Prozent), bei der Prostata­krebs-Früherkennung (minus 10 Prozent) und bei der Früherkennung von Hautkrebs (minus 24 Prozent). Erfreulicherweise gab es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sowie bei der Früherkennungskoloskopie keinen Rückgang.

„Der Kreis der Berechtigten hierfür wurde bereits vor der Pandemie erweitert und auf das 50. Lebensjahr gesenkt“, erklärt Robert Allmann, AOK Fachbereichsleiter Prävention. Dennoch belegen aus seiner Sicht die Zahlen insgesamt, wie wichtig es sei, die Krebsvorsorge stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und die Menschen zu motivieren, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen.

Höhere Teilnahme-Zahlen wünschenswert

Eine Langzeit-Auswertung auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK Bayern für die Jahre 2009 bis 2020 macht zudem deutlich, dass die Teilnahmeraten bei allen Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung deutlich höher sein könnten. Insgesamt nutzte nur etwa die Hälfte der bayerischen Versicherten, die im vergangenen Jahr 65 Jahre alt waren, die Untersuchung zur Darmkrebs-Früherkennung. „Auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung gibt es noch viel Luft nach oben“, sagt Allmann. In der Altersgruppe zwischen 54 und 70 gehen weit mehr als zwei Drittel der Männer insgesamt zu selten oder zu spät zur Früherkennung. Besser sieht es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aus: Über 80 Prozent der Frauen zwischen 29 und 40 haben den Empfehlungen entsprechend an der Vorsorge teilgenommen. „Diese Untersuchung beweist eindrucksvoll die Wirksamkeit von Früherkennungsmaßnahmen: Vor der Einführung 1971 war der Gebärmutterhalskrebs der häufigste bösartige Tumor bei jungen Frauen; inzwischen konnte die Zahl der Neuerkrankungen auf rund ein Viertel der Fälle reduziert werden“, so Allmann.

AOK-Kampagne für Früherkennung

Dass Handlungsbedarf besteht, untermauert eine aktuelle Forsa-Befragung im Auftrag der AOK. Im Rahmen einer Online-Studie wurden vom 21. bis zum 29. September 2021 bundesweit insgesamt 3.225 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragt. Dabei gab rund ein Fünftel der Befragten an, dass es ihnen unangenehm oder peinlich sei, im Bekannten-, Freundes- oder Kollegenkreis über Früherkennung zu sprechen.

Mehr als ein Drittel der Befragten erklärten sogar, dass die Beschäftigung mit Früherkennung und Vorsorge nach ihrer Einschätzung durch Tabus beeinträchtigt wird. „Mit der bundesweiten Kampagne ‚Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden‘ will die AOK deshalb gegensteuern und die Aufmerksamkeit für das Thema Krebs-Früherkennung erhöhen“, erläutert Allmann. kb

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