In Sachen Kramer-Tunnel 

Grünes Licht für den Weiterbau

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Grünes Licht für den Weiterbau des Kramer-Tunnels.

GAP –Die Regierung von Oberbayern hat vergangenen Freitag die Planänderung zum Weiterbau der Ortsumfahrung von Garmisch-Partenkirchen genehmigt. Die Bauarbeiten an der neuen Trasse der Bundesstraße 23, zu der die Untertunnelung des Kramer-Massivs gehört, ruhen seit 2013. Mit dem Erlass des Planänderungsbeschlusses gibt die Regierung von Oberbayern nun grünes Licht für eine Fortsetzung

Das Staatliche Bauamt Weilheim musste den Bau des Rettungsstollens für den Kramer-Tunnel im Jahr 2013 einstellen, da im Zuge der Arbeiten lokal geologische und hydrogeologische Verhältnisse auftraten, die von den gutachterlichen Prognosen abwichen. Diese führten zum Trockenfallen einzelner Quellen im Kramer-Massiv. In der Folge hat die Regierung von Oberbayern verschiedene alternative Bauverfahren, wie zum Beispiel die Anwendung einer Tunnelbohrmaschine oder von Enteisungsverfahren, untersucht und gegeneinander abgewogen. Diese Prüfung ergab u.a., dass der Tunnel nun mit einer vorübergehenden, örtlich begrenzten Grundwasserabsenkung gebaut werden kann. 

Im Rahmen des Verfahrens zur Planänderung hat die Regierung von Oberbayern gleichzeitig auch die Auswirkungen des geänderten Bauvorhabens auf das Schutzgebiet „Ammergebirge“ überprüft. Dieses ist gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie („FFH-Richtlinie“) Teil des europaweiten „Natura 2000-Netzes“.

Dafür wurden die Stellungnahmen von 13 Behörden, sonstigen Trägern öffentlicher Belange sowie von anerkannten Umwelt-Vereinigungen und private Einwendungen ausgewertet und soweit wie möglich berücksichtigt. 

Mit Fertigstellung der etwa 5,6 Kilometer langen Ortsumfahrung wird der Markt Garmisch-Partenkirchen künftig sowohl vom Durchgangsverkehr als auch vom Ziel- und Quellverkehr der überregional bedeutsamen Sport- und Wandergebiete entlastet, die sich südlich des Ortes befinden. Die unvermeidbaren Eingriffe in Natur und Landschaft werden mit einer etwa sechs Hektar großen Fläche ausgeglichen.

Der Planfeststellungsbeschluss hat „Konzentrationswirkung“, das heißt, er umfasst und ersetzt alle notwendigen öffentlich-rechtlichen Einzel-Genehmigungen, Verleihungen, Erlaubnisse und Zustimmungen für das Vorhaben. Dies vereinfacht das umfangreiche Verwaltungsverfahren für den Antragsteller sowie für die Beteiligten und macht es transparenter. Ein Planfeststellungsbeschluss wird bestandskräftig, soweit keine Klagen innerhalb der gesetzlichen Frist erhoben wurden. Wann die Bauarbeiten wieder anlaufen, hängt entscheidend davon ab, ob gegen den Planänderungsbeschluss Klage eingereicht wird. Nach vorheriger Bekanntmachung zu Zeitraum und Ort liegt der Planfeststellungsbeschluss mit den Planunterlagen im Markt Garmisch-Partenkirchen, bei der Verwaltungsgemeinschaft Unterammergau sowie bei in Bad Kohlgrub zwei Wochen lang zur Einsicht aus. 

Der Planfeststellungsbeschluss ist ab 2. August auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern abrufbar: www.regierung.oberbayern.bayern.de.

Von Kreisbote

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