Die Ära Schlemmer geht zu Ende – endogap-"Vater" Dr. Holm Schlemmer wurde offiziell verabschiedet

Von links: Gattin Cornelia und Dr. Holm Schlemmer, Landrat Harald Kühn und Klinikum-Geschäftsführer Wolfgang Türk. Foto: Ilka Trautmann

Zu einer Feierstunde am Klinikum Garmisch-Partenkirchen hatten sich vergangenen Donnerstag Kollegen, Weggefährten, Mit- streiter und Mitarbeiter versammelt, um Chefarzt Dr. Holm Schlemmer in den Ruhestand zu verabschieden. Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst geht eine Ära zu Ende – in dieser Feststellung waren sich alle Festredner einig.

Der Name Schlemmer bleibt untrennbar mit der Endoprothetik verbunden – hier hat er an einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte mitgewirkt. Unter seiner Führung hat sich die „endogap“-Klinik bayernweit zum Marktführer ent- wickelt, und auch deutschlandweit zählt sie zu den Top 5 der Spezialkliniken auf diesem Gebiet. 1974 hatte Schlemmer bei Prof. Lechner als Assistenzarzt in der Endoprothetik angefangen und hier später als Facharzt, Oberarzt, Leitender Oberarzt und schließlich von 1991 an als Chefarzt die Abteilung maßgeblich entwickelt und geprägt. Mit Weitblick hatte er 1998 die Endoprothetik in einer eigenen Abteilung organisiert, 2001 schließlich kam es unter seiner Führung folgerichtig zur Gründung der „endogap-Klinik“. Geschäftsführer Wolfgang Türk, der den Werdegang Schlemmers nachzeichnete, lobte das chirurgische Können, den Fleiß und die Beharrlichkeit des scheidenden Chefarztes, der selbst mit einem autoritären Führungsstil bewiesen habe, dass Erfolg eben nicht von ungefähr kommt. Auch der Ärztliche Direktor, Dr. Johann N. Meierhofer und Landrat Harald Kühn, charakterisierten Schlemmer als durchsetzungsfähigen und verlässlichen Mann, der auch Terrain abgeben konnte und stets zur Zusammenarbeit bereit war. „Die endogap-Klinik ist sein Kind, damit hat er das Klinikum der neuen Zeit geöffnet“, stellte Meierhofer fest. Mit stehendem Applaus und tiefer Dankbarkeit wurde Dr. Holm Schlemmer verabschiedet, der seinerseits sehr persönliche Worte zum Abschied fand. Die Verabschiedung von Chefarzt Dr. Holm Schlemmer war ein besonderer Tag für das Klinikum. Wenn auch die Laudatoren mit launigen Worten Charakterzüge und Werdegang des „endogap“-Vaters nachzeichneten, so wurde doch auch klar, dass das endgültige Ausscheiden Schlemmers eine Zäsur für beide Seiten bedeutet. „Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer mehr zu leiden . . .“ Dass dieses Wilhelm Busch-Zitat hier nicht zutreffe, das betonte Klinikum-Geschäftsführer Türk: „Ich glaube, beide Seiten werden in gleichem Maße leiden“. Er strich heraus, dass sich Dr. Schlemmer stets für seine Mitarbeiter eingesetzt und dass er ihm auch persönlich viel zu verdanken habe. Türk überreichte dem Vielleser Schlemmer einen Thriller, der aktuell die Spiegel-Bestseller-Liste anführt, und dem monatlich ein weiterer Bestseller folgen wird. Landrat Harald Kühn verlieh dem „begnadeten Chirurgen“ in Anerkennung seiner Verdienste die Ehrenmedaille in Gold und dankte dem „Urgestein des Hauses“, dass er rechtzeitig ein erstklassiges Nachfolge-Team mit Chefarzt Dr. Christian Fulghum an der Spitze aufgebaut hat. Mit einem Dank an seine Frau Cornelia, die ihm stets den Rücken freigehalten habe, und sehr persönlich gehaltenen Danksagungen an seine Mitarbeiter, Mitstreiter und Weggefährten, antwortete Holm Schlemmer auf die zahlreichen Würdigungen. Er machte keinen Hehl daraus, dass er sich mit dem neuen Lebensabschnitt erst noch anfreunden muss. Die vielen, lieb gemeinten Ratschläge von Freunden und Bekannten zum Ruhestand, die vom Feierabend-Operateur auf Mallorca über Schriftsteller bis hin zum Golfclub-Manager reichten, seien allerdings keine Perspektive: „Das alles werde ich nicht und so habe ich mir vorgenommen, meinen Ruhestand einfach zu genießen.“ Bei Buffet-Köstlichkeiten und einem guten Tropfen saß man dann beisammen, um Erinnerungen und Anekdoten auszutauschen.

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