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Schockanrufe: Polizei kann sog. „Geldabholer“ in Oberbayern festnehmen

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Festnahme durch Polizei (Symbolbild)
Im Zusammenhang mit Schockanrufen konnte die Polizei im südlichen Oberbayern vier Tatverdächtige festnehmen. © Jürgen Mahnke/dpa

Seit Monaten reißt die Welle der „Schockanrufe“ nicht ab. Vor allem ältere Personen werden immer wieder Opfer von perfiden Trickbetrügern, die horrende Geldsummen ergaunern. In zwei Fällen aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau übergaben zwei Seniorinnen Anfang September mehrere Wertgegenstände und Bargeld im Gesamtwert von mehr als 100.000 Euro.

Der Kriminalpolizei gelang im südöstlichen Oberbayern jetzt die Festnahme von vier Personen, die im dringenden Verdacht stehen, als Geldabholer aufgetreten zu sein. Alle vier sitzen in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizeiinspektion des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd führt in zahlreichen Verfahren von Callcenterbetrügen die polizeilichen Ermittlungen. Diese gestalten sich häufig schwer. Das Callcenter, von dem aus die Anrufe getätigt werden, befindet sich in vielen Fällen im Ausland. Betroffene Opfer melden sich zudem meist verspätet bei der Polizei, so dass die Abholer samt dem übergebenen Vermögen sprichwörtlich „über alle Berge“ sind.

Bereits in der vergangenen Woche jedoch konnten nach intensiven kriminalpolizeilichen Ermittlungen zwei 24-jährige Männer mit polnischer Staatsangehörigkeit in Traunstein auf frischer Tat festgenommen werden. Die beiden Männer fungierten als Abholer von Wertgegenständen in Höhe von rund 40.000 Euro, die ihnen eine Dame nach stundenlangen Telefonaten mit dem Callcenter ausgehändigt hatte. Der arglosen Frau war mitgeteilt worden, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte und sie nun, um eine sofortige Inhaftierung zu verhindern, eine Kaution bezahlen müsse. Die beiden Tatverdächtigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Wenige Tage später gelang der Kripo ein weiterer Schlag. Eine 31-jährige Frau konnte in Ruhpolding auf frischer Tat festgenommen werden, ihr 40-jähriger Begleiter kurze Zeit später im Bereich Siegsdorf. Beide hätten als Abholer bei einer älteren Dame aus dem südlichen Landkreis Traunstein fungiert, die zuvor einen Schockanruf erhalten hatte. Die Dame hatte sich durch die Betrüger jedoch nicht beirren lassen und ihre Angehörigen verständigt. Diese informierten unverzüglich die Polizei, so dass es zur Festnahme kam. Auch für diese beiden Tatverdächtigen, die tschechische Staatsangehörige sind, wurde Untersuchungshaft anordnete. Alle vier Festgenommenen befinden sich in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten.

Die Polizei wird nicht müde, immer wieder vor diesen perfiden Betrugsmaschen zu warnen und rät eindringlich:
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertgegenstände von Ihnen!
Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren.
Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110! Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion! kb

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