Tolerant und sorgsam miteinander umgehen

"Schule ohne Rassismus"-Projekt in Mittenwald

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Stolz halten die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Mittenwald das Banner des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", mit dem sie Flagge zeigen wollen.

Besonders in Zeiten des zunehmenden Rechtspopulismus ist es wichtig, bereits an den Schulen für das Thema Ausgrenzung zu sensibilisieren. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt der Regionalkoordination für Oberbayern am Pädagogischen Institut der Landeshauptstadt München. Es bietet allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten und bürgerschaftliches Engagement zu entwickeln.

Auch die Grund- und Mittelschule hat sich als eine von 2.700 Schulen an diesem Projekt aktiv beteiligt. Dafür gab es bei einer Feierstunde in der Schulaula vor kurzem eine Titel­urkunde und ein Banner. Zur Verleihung kam Naim Balikavlayan als Regionalkoordinator Oberbayern aus München. „Die Urkunde und Plakette sind keine Auszeichnung. Sie sollen daran erinnern, dass ihr mutig gegen Ausgrenzung seid und Courage zeigen sollt“, meinte der 37-Jährige, „die Verleihung soll euch leiten, bei jeder Form von Rassismus nein zu sagen und einmal im Jahr ein entsprechendes Projekt gegen Ungleichheit und Diskriminierung umzusetzen“. An der Schule hat Sozialpäda­goge und Caritas-Mitarbeiter Franz Seimel dieses Projekt mit einem Schüler-Team begleitet. 

„Mit dem Titel verpflichten wir uns, einmal jährlich ein Projekt zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus und Zivilcourage zu organisieren. Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass an unserer Schule alle Kinder friedlich lernen können“. Rektorin Anja Zwerger („Mittenwald ist bunt“) stellte fest, dass sich die Schule seit einem Jahr intensiv mit dieser Sachlage beschäftigt. Konrektor Wolfgang Schwab bedauerte, „dass wir so einen Tag überhaupt begehen müssen“ und merkte an, „dass wir jeden akzeptieren und alle bei uns Mut beweisen, dagegen anzugehen“. Pfarrer Michael Wehrsdorf erinnerte an den Terroranschlag auf die Synagoge in Halle. „In den Schulen müssen die Weichen gestellt werden, sonst brennen bald auch die Kirchen. Ihr leistet einen hervorragenden Beitrag, Rassismus zu begrenzen“. 

Bürgermeister Adolf Hornsteiner lobte das Engagement der Schule. „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu“, zitierte der Rathauschef, „ich sehe heute strahlende Gesichter, egal wo ihr herkommt. Mein Wunsch: Keine Gewalt und ein friedliches Miteinander“. In einer Video-Botschaft sprach Schauspieler Hermann Giefer („Dahaom is dahoam“) seine Hochachtung aus. „Schüler steht auf und greift beim kleinsten Anzeichen von Rassismus ein“. Schulrätin Gisela Ehrl war erfreut. „Diese Urkunde zeigt, dass bei euch Völkerverständigung vorgelebt wird und ihr überzeugte Botschafter für eine Schule ohne Rassismus seid.“ Umrahmt wurde die Titelverleihung durch einen selbst gedrehten Film(„So nicht“) zum Thema Ausgrenzung, durch kleine Gesangs- und Tanzeinlagen und durch ein Bekenntnis von Schülersprecherin Sophie Stransky: „84 Prozent an unserer Schule haben unterschrieben, dass wir tolerant und sorgsam miteinander umgehen wollen. Für uns sind Schüler mit anderer Hautfarbe und Nationalität völlig normal.“ Ein kleiner und zugleich ein großer Schritt für eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Wolfgang Kunz

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