Schweden gewinnt gegen Deutschland mit 2:5 im Viertelfinale bei Eishockey-WM in BratislavaAus für Deutsche Mannschaft –

Abschlussgespräch: Marcus Kink im Interview mit dem ARD-Hörfunk. Foto: Titus Fischer

Die Eishockey-Weltmeiterschaft in der Slowakei ist für die Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zu Ende. Am Mittwoch unterlag das Team von Bundestrainer Uwe Krupp Schweden, das damit zum elften Mal in Folge den Einzug unter die besten vier Mannschaften der Welt schaffte, mit 2:5.

Der Traum der Deutschen von der ersten WM-Medaille seit 58 Jahren ist damit passé, trotzdem bleibt ein tolles Turnier in Erinnerung. „Sicherlich sind wir nach der Viertelfinalniederlage enttäuscht, aber insgesamt kann man stolz sein. Wir haben in den letzten zwei Jahren alle Erwartungen übertroffen“, sagte Krupp. Wie auch in den letzten 19 Jahren bei Weltmeisterschaften gab sich der große Favorit Schweden gegen die Deutschen keine Blöße und schlug in den entscheidenden Momenten eiskalt zu. Seit dem letzten WM-Sieg 1992 in Prag kassierte Deutschland die 13. Niederlage im 14. Duell mit den Tre Kronors und konnte erneut nicht mehr als zwei Tore erzielen. Alexander Bartas (3. Minute) und Michael Wolfs (39.) Tore waren zu wenig für die DEB-Mannschaft, die dieses Mal vor dem Finalwochenende die Heimreise antreten muss. Martin Thörnberg (1./49.), Patrick Berglund (16.), Niklas Persson (25.) und Loui Eriksson (29.) besiegelten den 34. schwedischen Sieg im 38. WM-Duell. „Es ist bitter, dass wir ausgeschieden sind. Es ging wieder schlecht für uns los, als wir erneut so ein unglückliches Gegentor nach wenigen Sekunden bekommen haben. Aber wir sind dann nicht auseinandergebrochen, sondern zurückgekommen. Im Abschluss haben wir Pech gehabt. Die Schweden haben vorne Leute, die ihre Chancen eiskalt ausnutzen“, sagte der Ex-Riesserseer Marcus Kink. „Ich bin mir sicher, wenn wir in Führung gegangen wären, dann wäre es ein ganz anderes Spiel geworden.“ Nach den drei Niederlagen in der Zwischenrunde gegen Finnland, Dänemark und Tschechien konnten die Deutschen im ersten Drittel an die Form aus der furiosen Vorrunde anknüpfen. Die Hoffnungen auf eine noch erfolgreichere WM als im letzten Jahr, die Deutschland mit dem besten WM-Start seit 81 Jahren und den Siegen gegen die Mitfavoriten Russland und Gastgeber Slowakei geschürt hatte, machten die Spieler jedoch am Mittwoch durch Unkonzentriertheiten und unnötige Strafen zunichte. Die Partie begann fast schon traditionell schlecht. Im dritten der vergangenen vier Spiele kassierte das Krupp-Team bereits in der ersten Minute einen Gegentreffer. Robert Dietrich fälschte wie beim 4:5 gegen Finnland einen Schuss unglücklich ins eigene Netz ab. Erst durch das Gegentor fand Deutschland ins Spiel. Ausgerechnet Hamburgs Barta, an dem schwedische Clubs interessiert sein sollen, beantwortete den Rückstand mit einem Kontertor. An diesem Treffer war auch Kink, der beim SC Riessersee das Eishockeyspielen erlernt hatte, beteiligt. Er war von Krupp neben Barta und Frank Mauer in den vierten Sturm beordert worden, dafür mussten Daniel Kreutzer und Thomas Greilinger pausieren. „Franky und ich waren nach der Pause gegen die Tschechische Republik ausgeruht. Wir wollten marschieren und für Unruhe vor dem gegnerischen Tor sorgen“, berichtet Kink über die Aufgabe seiner Sturmreihe. Seine Reihe war es auch, die das Gehäuse des schwedischen Goalies Viktor Fast im ersten Drittel am meisten unter Druck setzte. Keine andere deutsche Sturmreihe schoss sechsmal auf den Kasten, zweimal davon der 26-Jährige. In einer Phase, als Deutschland auf die Führung drängte, schlug Schweden durch WM-Toptorschütze Berglund zu. Bei den Deutschen rächte sich die schlechte Chancenverwertung bitterlich. Persson und Eriksson machten es gegen DEB-Keeper Dennis Endras besser und entschieden die Partie bereits zu Beginn des zweiten Drittels. Der Anschlusstreffer von Kapitän Wolf war am Ende zu wenig. Deutschland erhöhte am Ende des Mittelabschnitts noch einmal den Druck, doch der Anschlusstreffer fiel nicht. „Wenn wir da noch das Tor gemacht hätten, wären die Schweden mit einem negativeren Gefühl in die Kabine gegangen, dann hätten wir vielleicht das Spiel noch drehen können“, ärgert sich Kink. Thörnberg erhöhte gar noch für die besseren Schweden. „Es war das erwartet harte Spiel. Trotz der Niederlage bin ich stolz darauf, wie meine Mannschaft gespielt hat. Wir haben hart gearbeitet und uns gute Chancen geschaffen, aber in den kritischen Momenten hat Schweden seine Chancen besser genutzt. Es war wirklich ein sehr gutes Turnier für uns“, so die Analyse von Krupp, dessen Mannschaft die Revanche für die 1:3-Niederlage im Spiel um Platz drei vor einem Jahr bei der Heim-WM nicht gelang. „Ich bin sehr glücklich. Wir haben uns gegen eine Mannschaft durchgesetzt, die schwer zu spielen ist. Offensiv waren wir heute sehr gut. Aber die vielen Scheibenverluste haben mir nicht gefallen. Da müssen wir uns verbessern“, sagte Schwedens Trainer Par Marts. „Wir haben eine super Truppe hier gehabt, eine total verschworene Gemeinschaft“, sagt Kink nach seiner ersten Weltmeisterschaft. Er war die ganze Zeit mit dem Team in Bratislava gewesen und wurde für die Zwischenrunde nachnominiert. Insgesamt bestritt er drei Begegnungen gegen Finnland (4:5 nach Penaltyschießen), Dänemark (3:4 nach Penaltyschießen) und Schweden. Das Turnier beendete er wie auch das Spiel gegen Schweden mit einer Plus-/Minusbilanz von +1. Einen besseren Wert im gesamten Turnier können von den Teamkollegen nur Verteidiger Korbinian Holzer und Stürmer Alexander Barta (beide +2) aufweisen. „Es war ein unglaubliches Turnier, wenn man überlegt, was wir alles erlebt haben. Der erste Sieg in der Geschichte gegen Russland bei einer WM, dann der Erfolg gegen Gastgeber Slowakei, die unglückliche Niederlage gegen Finnland“, sagt Kink, der insgesamt zwei Skorerpunkte sammelte. „Dennoch sollten wir nicht denken, dass wir nun automatisch jedes Jahr das Viertelfinale erreichen. Dazu reicht die Normalform der Spieler nicht aus. Aber die Mannschaft ist jung und wird sich weiter verbessern“, so Krupp. In einer Neuauflage des WM-Halbfinales von 2010 treffen die „Tre Kronors“ am Freitag (ab 16.15 Uhr live auf Sport 1) auf Tschechien, das sich mit 4:0 gegen die USA durchsetzte. Finale ist am Sonntag, 20.30 Uhr.

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