IOC hat sich ein Bild gemacht – Evaluierungskommission besichtigte geplante Spielorte – Olympiagegner gehen unter

Die Befürworter der Olympischen Spiele zeigten ihre Begeisterung. Foto: Glas

Nach einem gelungenen Empfang und einer ebenso gelungenen Präsentation der „Applicant City“ München besuchte die IOC Evaluierungskommission am vergangenen Mittwoch Garmisch-Partenkirchen und das Gelände auf dem Staatsgestüt Schwaiganger, wo die Langlaufwettbewerbe ausgetragen werden sollen.

Unter der Leitung von Gunilla Lindberg (Schweden), der Vorsitzenden der Evaluierungskommission, machte sich das elfköpfige Gremium vor Ort unter anderem ein Bild davon, inwieweit die im Bid Book aufgelisteten bestehenden und noch zu errichtenden Sportstätten den Angaben entsprechen. Am Hausberg und an der weltberühmten Kandahar konnten sich die Delegationsmitglieder überzeugen, dass Garmisch-Partenkirchen fit ist für Olympische Spiele. Der „Snow–Park“ präsentierte sich in seiner schönsten Form. Immerhin sollen in Garmisch-Partenkirchen und Schwaiganger sämtliche Wettbewerbe der Schneesportarten ausgetragen werden. Die für den Besuch in Schwaiganger angekündigte Demonstration der Bewerbungsgegner hielt sich allerdings in Grenzen. Den rund 40 Transparentträgern standen gut dreimal so viele Befürworter von OlympiJa gegenüber, die auch mit Transparenten wie „Yes we can“ oder „We want Olympia“ um Aufmerksamkeit warben. Der Grund, dass die Demonstration unterging, so Raphael Mankau, Mitglied der ÖDP (GAP) und Olympiagegner, waren „unglückliche Umstände“. Man habe nicht Bescheid gewusst über den genauen Verlauf des IOC-Besuches, was die Organisation erheblich erschwert hätte. Zudem, so Mankau, könne es bei solchen Veranstaltungen immer zu Verschiebungen kommen. So habe man auch nicht gewusst, dass die Journalisten noch eintreffen würden, allerdings eine ganze Stunde verspätet. „Das war schon enttäuschend, aber wir hängen eben nicht am Infofluss der IOC.“ Während die Olympiagegner eher untergingen, trafen die Köpfe der Kommission auf große Begeisterung. Im Ort und bei der Abfahrt im Skistadion fanden sie Fahnen, begeistert Fähnchen schwingende Befürworter, junge Skispringer und Skifahrer der heimischen Skiclubs, und Blasmusik sowie eine strahlende Traumkulisse von Sprungschanze und Gudiberg waren der letzte Eindruck vor der Abfahrt der IOC Inspektoren nach München. Eine gute Stunde später fand die Medienkonferenz im Riessersee Hotel Sport& Spa Resort statt. Den Printmedien und verschiedenen TV-Sendern standen mit Bürgermeister Thomas Schmid, dem früheren Rennläufer Christian Neureuther und Paralympics Goldmedaillengewinner Martin Braxenthaler, Kenner der Materie Rede und Antwort. Mit Blick auf die internationalen Pressevertreter wurden die Statements und die Interviews überwiegend auf Englisch geführt, die neben Jochen Färber, Kommunikationsdirektor der Bewerbungsgesellschaft München 2018, auch alle anderen auf der Bühne perfekt beherrschten. Schmid erinnerte an die beinahe familiäre Stimmung bei der erfolgreich verlaufenen WM und meinte, der Geist des Winters war überall spürbar. Lustig wurde es, als er den Simultanübersetzer mit dem Begriff „Weißwurst zuzeln“ in Verlegenheit brachte. Einige Delegationsmitglieder hatten sich beim Mittagessen im Gasthaus am Mohrenplatz vom Bürgermeister in die Geheimnisse des Weißwurstessens einweihen lassen. Christian Neureuther, in Partenkirchen geboren und in Garmisch lebend, brach eine Lanze für den Doppelort. In den Olympischen Spielen und im Sport sah er die weltweit beste Möglichkeit, Menschen friedlich zusammenzubringen. Nach seinem Lob für die kleinen Vereine, die den sportlichen Nachwuchs der nächsten Generation ausbilden, meinte er: „Ich habe kein Problem mit den Gegnern der Bewerbung zu reden. Was ich aber vermisse, ist das für uns Sportler selbstverständliche Fair Play.“ Schmid auf Nachfrage: „Die Grundstücke waren heute kein Thema mehr. Staatsminister Schneider wird mit den Menschen weiter sprechen, auch wenn es der Anwalt der Gegner anders sieht.“ Braxenthaler unterstrich die Wichtigkeit der Paralympics, denn Menschen, die paralympischen Sport treiben, hätten Vorbildfunktion. Ob der Gudiberg für einen Teilnehmer der Paralympics besonderes sei? „Es ist für einen behinderten Athleten wichtig, die gleichen Strecken zu fahren wie Nichtbehinderte. Der Gudiberg ist seit Jahrzehnten eine Sportstätte mit Tradition, die auch für die Paralympics einen hohen Stellenwert hat. Übrigens fährt ein behinderter Sportler nicht nur für München oder Garmisch, da hängt mehr dran.“

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