Besucher und Darsteller müssen mehr Zeit für Kontrollen einplanen

Ein Restrisiko bleibt immer: Sicherheitskonzept für die Passionsspiele 2020 vorgestellt

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Stellten das Sicherheitskonzept für die Passionsspiele 2020 vor; von links: Bürgermeister Arno Nunn, Michael Zoratti (SecureLine), Eugen Huber (2. Bürgermeister) und Walter Rutz (Werkleiter Eigenbetrieb Oberammergau Kultur)

„Die nationale und internationale Sicherheitslage hat sich während der vergangenen zehn Jahre wesentlich geändert. Dem müssen wir mit einem umfangreichen Risikomanagement Rechnung tragen", erklärte der Bürgermeister von Oberammergau, Arno Nunn, bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes für die Passionsspiele 2020. Sicherheit wird in Oberammergau groß geschrieben. Und gerade, wenn so viele Menschen vor Ort sind, wird sie zu einer richtig großen Herausforderung.

Die Planungen zu dem Sicherheitskonzept laufen seit 2016. Beteiligt sind alle sogenannten Blaulicht-Organisationen, die Verantwortlichen im Landrats­amt Garmisch-Partenkirchen sowie im Rathaus von Oberammergau. Weil es sich bei den Passionsspielen um 109 Einzelveranstaltungen mit jeweils weniger als 5000 Zusehern handelt – die 2900 Mitwirkenden werden nicht mitgezählt – trägt die Gemeinde Oberammergau die Verantwortung für die Sicherheit der Menschen, und übernimmt dafür die Kosten. Es wird mit rund einer Million Euro kalkuliert, 600.000 Euro für zusätzliches Personal und 400.000 Euro für bauliche Maßnahmen im Bereich des Passionstheaters. Versenkbare Poller an den Zufahrtsstraßen sind bereits seit Juli installiert. Den Betrag muss Oberammergau alleine schultern, staatliche Unterstützung gibt es nicht.

Für die Planung hat die Gemeinde Oberammergau die Wiener Firma "SecureLine Sicherheits-GmbH" an ihrer Seite – die zum Beispiel 2017 an der Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes für die Salzburger Festspiele beteiligt war. SecureLine-Geschäftsführer Michael Zoratti ist zur Präsentation nach Oberammergau gekommen: „Wir haben zuerst das Risiko für die Passionsspiele ermittelt. Es wurden 150 Störungs- und Gefährdungsfaktoren für die Berechnungen herangezogen.“ Das Spektrum reicht vom Hagelunwetter, über medizinische Notfälle bis hin zum Bombenanschlag. Das Ergebnis der Analyse zeigt: Das Sicherheitsrisiko für die Passionsspiele 2020 ist nach aktuellem Stand äußerst gering.

Was kommt auf die Besucher der Passionsspiele und auf die Mitwirkenden zu? Michael Zoratti: „Im Normalfall kann jeder, nach dem er die Zugangsschleusen passiert hat, vor das Passionshaus gehen. Die Ticketkontrolle erfolgt erst an den Eingängen zum Theater. Bürgermeister Arno Nunn: „Läuft alles normal ab, bemerkt der Besucher keinen großen Unterschied zur Passion 2010.“ An den Schleusen gibt es allerdings stichprobenartige Gepäckkontrollen. Große Taschen, Rucksäcke, Schirme, Koffer, Schlafsäcke und ähnlich Sperriges dürfen nicht ins Theater mitgenommen werden.

Vizebürgermeister Eugen Huber rät allen Leuten, die ins Theater wollen, einen Zeitpuffer von mindestens einer Stunde einzuplanen. Bei den Zuschauern wird das kein Problem sein, es gibt eine Gastronomie im Sicherheitsbereich. Umdenken müssen die Einheimischen, die bei den großen Volksszenen mitmachen. Da sind früher viele Nachzügler erst kurz vor den Auftritten ins Theater geschlüpft. Weil die Kontrollen aber auch für die Mitwirkenden gelten, ist das dieses Mal nicht möglich – auch sie müssen eine Stunde früher vor Ort sein, sonst schaffen sie es nicht mehr rechtzeitig auf die Bühne.   kb

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