Sicherheitsgespräch Garmisch-Partenkirchen

Sicherheitswache für den Ort?

+
Polizeipräsident Robert Kopp übergab den Sicherheitsbericht von Garmisch-Partenkirchen an Landrat Anton Speer.

GAP– Ob es in Garmisch-Partenkirchen eine Sicherheitswache geben wird, ist noch nicht sicher. Es folgen noch Gespräche mit der Gemeinde, das erklärte Polizeipräsident Robert Kopp beim Sicherheitsgespräch des Landkreises mit Landrat Anton Speer. Zufrieden können beide aber sein, denn insgesamt gingen die Straftaten zurück.

Ob eine ehrenamtliche Sicherheitswache wirklich nötig ist, ist eine andere Frage, denn im Vergleich mit anderen Bundesländern ist der Bereich der Innenren Sicherheit „gut bis sehr gut“, so Kopp. „Und das ist nicht selbstverständlich.“ Garmisch-Partenkirchen hatte letztes Jahr 3387 registrierte Straftaten - ausländerrechtliche Vergehen nicht einbezogen. Das ist der niedrigste Wert seit Bestehens des Präsidiums. Dieses gibt es seit acht Jahren. 

Er verschweigt aber auch nicht, dass viele Straftaten im Zusammenhang mit den Zuwanderungen zusammenhängen. „241 Mal wurde die Polizei zu Asylbewerberunterkünften im Landkreis gerufen. 150 Mal im Vorjahr“, erklärte er. Doch, wie er betonte, stecken hinter diesen keine so schweren Verstöße. Diese gingen von Ruhestörung bis Körperverletzung.

Die Anzahl der aufgeklärten Straftaten ist gestiegen: „62 Prozent von ihnen wurden aufgeklärt. Jeder Zweite wird erwischt und das ist ein vorzeigbares Ergebnis“, so Kopp. Die Bürger sollen sich sicher fühlen, allerdings ist das nicht so leicht. Denn wie sie die Sicherheitslage empfinden und wie sie sich wirklich darstellt, „da geht die Schere auseinander“. Das liegt an den Terroranschlägen und vermehrten Einbrüchen. In Garmisch-Partenkirchen gab es 32 Wohnungseinbrüche letztes Jahr, das sind drei mehr als letztes Jahr. „Das ist sicherlich nicht erfreulich.“

Sexualdelikte: Acht Fälle mit Zuwanderern 

Insgesamt gab es 39 gemeldete Sexualdelikte, 2014 waren es 64, 2015 waren es 36. „Das liegt unter dem Niveau. Und man kann sagen, es werden im Internet viele Fake-News verbreitet und Nicht-Deutsche werden angeprangert“, sagte Kopp. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gab es acht Fälle, in dem Zuwanderer eine Rolle spielten, vier davon waren in der Unterkunft.

Gefühlte Sicherheit steigt 

Kopp möchte eine Notrufoffensive starten. Jeder kann die Polizei bei der Arbeit unterstützen. „Wir denken an die Sicherheitswache.“ Hört man dieses Wort, denkt man irgendwie automatisch an Wichtigtuer, Blockwarte, Bürgerwehr oder sogar „G‘schafftlhuberei“. Kopp winkt aber ab. Er kennt die vielen Vorurteile, die es gibt. Er möchte sie abbauen. „Solche Leute brauchen wir nicht“, sagt Kopp. Die Polizei wählt aus den Bewerbern aus, „nur die Hälfte wird tatsächlich ausgebildet. Wir lassen uns dieses Instrument nicht kaputt machen.“ Kopp ist davon überzeugt. 

Ehrenamtliche erhalten eine 40-stündige Ausbildung, und sollen zum Beispiel in Parkanlagen, in Ergänzung zu polizeilichen Maßnahmen, für Sicherheit sorgen. Den Vorwurf, die Polizei wolle Stellen abbauen, kennt er auch. „Wir machen unsere Arbeit.“ Der großen Vorteil sei: „Die Ehrenamtlichen haben Zeit, hören zu.“ Er berichtet von verschiedenen Sicherheitswachen, die gut funktionieren. Wie zum Beispiel in Freilassing. Sie hält sich dort unter anderem im Bereich von Flüchtlingsunterkünften auf. „Sie sind einfach da und unterhalten sich mit Menschen, bilden eine Brücke“. Kopp meinte: „Die Menschen haben keine Angst mehr.“ Die gefühlte Sicherheit steige dadurch.

Von Alma Jazbec

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bekenntnis zu Brauchtum und Tradition
Bekenntnis zu Brauchtum und Tradition
Mit vielen Höhepunkten
Mit vielen Höhepunkten
Entwarnung folgte schnell
Entwarnung folgte schnell
Bürgerbegehren abgelehnt
Bürgerbegehren abgelehnt

Kommentare