Gründliche Recherche vor Reiseantritt nötig

Wie sieht es mit der Freizügigkeit in Europa aus?

Reisefreiheit
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Die coronabedingten Grenzkontrollen (wie hier bei Mittenwald / Scharnitz) gehören der Vergangenheit an.

Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung aufgrund der Corona-Lockerungen. Viele europäische Länder dürfen wieder bereist werden. Was im Sommerurlaub 2020 erlaubt ist und was nicht, verlangt dennoch eine gründliche Recherche. Die Behörden geben Auskünfte, eine Entscheidung muss jeder selbst treffen.

Region – In enger Abstimmung mit der EU und den Bundesländern hat das Bundesinnenministerium (BMI) seit dem 15. Juni die coronabedingten Grenzkontrollen beendet. Die Reisewarnungen für die meisten EU- und Schengen-Staaten wurden aufgehoben – unter Vorbehalt. Wenn in einem Land die Sieben-Tage-Inzidenz bei einem Wert über 50 liegt, kann die Reisewarnung wieder ausgesprochen oder verlängert werden. 

Diese Inzidenz beschreibt die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Sie ist eine wichtige Kennzahl für die Politik, um die Notwendigkeit von Corona-Maßnahmen zu beurteilen. In Schweden beispielsweise wird dieser Wert momentan überschritten. Daher gilt hier seitens der Bundesregierung nach wie vor eine Reisewarnung (ebenso für das beliebte Urlaubsziel Türkei – Stand Redaktionsschluss). 

Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend, sich vor Reiseantritt über die Bestimmungen des Ziellandes zu informieren. Einzelne Länder beschränken weiterhin die Einreise oder schreiben eine Quarantäne vor. Zuverlässige Auskünfte erteilen die Auslandsvertretungen der Reiseländer, wie zum Beispiel die Schweizerische Botschaft in Berlin. Die Grenzkontrollen im Flugverkehr für Einreisende aus Spanien sollen am 21. Juni beendet werden. Damit sei die volle Freizügigkeit innerhalb der EU wieder hergestellt, gab das Bundesinnenministerium bekannt.

Doch Finnland und Norwegen haben ihrerseits die Einreisebeschränkungen verlängert. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird angesichts der Quarantänebestimmungen abgeraten. „Die Pandemie ist in Europa deutlich eingedämmt, aber noch nicht vorüber. Es ist weiterhin verantwortliches Verhalten und Vorsicht geboten“, betont Bundesinnenminister Seehofer. Auch das Auswärtige Amt mahnt zur Eigenverantwortung. Die Behörden könnten nur Auskünfte geben, eine Entscheidung müsse jeder selbst treffen. Auf unerwartete Veränderungen, wie einen verlängerten Aufenthalt im Reiseland, sollte man vorbereitet sein. Rückholaktionen wird es nicht geben. Ratschläge zur Reiseplanung und weitere wichtige Informationen bietet das Auswärtige Amt unter: auswaertiges-amt.de.   moc

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