Wer sind die Favoriten? – Am Sonntag wird die Wahl zum Sportler des Jahres zelebriert

Maria Höfl-Riesch (unser Bild) und auch Magdalena Neuner zählen zu den Favoriten. Foto: Thomas Sehr

 Nicht nur Tore, Zentimeter und Zehntelsekunden zählen, sondern auch Vorbildrolle, Persönlichkeit und Charakter. Zum 65. Mal werden Deutschlands Sportler des Jahres gewählt. Das ZDF ist wieder dabei, wenn am Sonntag in Baden-Baden die Sieger gekürt werden.

Wer sind im Jahr vor Olympia und der EURO 2012 die Nachfolger von Maria Höfl-Riesch, Sebastian Vettel und der Fußball-Nationalmannschaft, die im vergangenen Jahr vorne lagen? Rund 80 Sportler, Sportlerinnen und Mannschaften stehen auf den Vorschlagslisten. Die Print-, TV- und Radio-Journalisten hatten wie immer am Jahresende die Qual der Wahl. Zu den Favoriten zählen außer den drei Titelverteidigern z.B. Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner, Tennis-Ass Andrea Petkovic, NBA-Star Dirk Nowitzki, Diskus-Weltmeister Robert Harting, Borussia Dortmund als Deutscher Fußballmeister und der weltmeisterliche Deutschland-Achter. Aber auch Außenseiter wie Surf-Weltmeister Philip Köster, Eisschnelllauf-Titelsammlerin Jenny Wolf oder die Deutschen Hockey-Herren sind nach ersten Hochrechungen nicht chancenlos. Die mit Abstand meisten Sportler des Jahres in der 65-jährigen Geschichte der Wahl kommen aus der Leichtathletik (66), gefolgt von Schwimmern (41) und Wintersportlern (32). Bei den Mannschaften dominiert Fußball (29 Ehrungen) deutlich vor Rudern (9). Das ZDF überträgt die Gala der Sieger am Sonntag, 18. Dezember, um 21.45 Uhr bereits zum 14. Mal in Folge aus dem Baden-Badener Kurhaus. Es moderieren Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne. Wie in Hollywood bei der Oscar-Verleihung führt das Team kurzweilig und charmant durch die Gala. Die Sieger, aber auch die Geschlagenen werden gleichermaßen gefeiert. Dabei werden die ZDF-Moderatoren auch noch einmal die Höhepunkte des Sportjahres Revue passieren lassen. Die Wahl zum Sportler des Jahres hat ihren Ursprung im Jahre 1947. Damals fragte sich der Journalist Kurt Dobbratz: Wer war eigentlich der beste deutsche Sportler in diesem Jahr? Zur Urteilsfindung nahm er Kontakt zu den damals noch wenigen Zeitungen in den vier alliierten Besatzungszonen auf. Das war die Geburtsstunde des alljährlichen Votums. Die Mannschaftswertung kam erst 1957 dazu. Den ersten Sieger, den Tennisspieler Gottfried von Cramm, kürte der Wahl-Gründer selbst. Die meisten „Titel“ heimsten zuletzt Steffi Graf (5), Boris Becker, Michael Groß (je 4) sowie die DFB-Elf (8) ein. Auch in der DDR wurden zwischen 1953 bis 1989 die Sportler des Jahres geehrt. Am erfolgreichsten waren Radsportler Täve Schur (9), Schwimmer Roland Matthes (7) und Sprinterin Marita Koch (5). Erste gesamtdeutsche Sportlerin des Jahres war 1990 die Sprinterin Katrin Krabbe. Die Auszeichnung ist das Ergebnis einer Sportjournalistenwahl. Dieses Prinzip wird seit 1947 durchgeführt. Immer zum Jahresende erstellt die Internationale Sport-Korrespondenz (ISK) die Vorschlagslisten. Rund 3000 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten beurteilen Leistungen, Rekorde, Einstellung und Fairplay. Laut der Wahl-Präambel sollen aber nicht allein Tore, Zentimeter und Zehntelsekunden den Ausschlag geben: „Gesucht wird mehr denn je das Vorbild, eine Persönlichkeit des Sports. Ausgesprochen erfolgreich natürlich, aber auch durch Haltung und Charakter aufgefallen.“ Deshalb können sich durchaus auch Athleten aus Sportarten, die nicht so im Blickpunkt des Interesses stehen, Hoffnung auf die Auszeichnung machen.

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