Österreich erhält den Zuschlag

Ski-WM 2025 geht nicht an Garmisch-Partenkirchen

Peter Fischer vom SC Garmisch steht in Menschenmenge und blickt in die Kamera.
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Peter Fischer hofft nun auf 2027.

GAP – Es hat nicht geklappt. Die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025 finden nicht in Garmisch-Partenkirchen, sondern in Saalbach-Hinterglemm statt. Das entschied der FIS Vorstand am Samstagnachmittag per Videokonferenz, und zwar deutlich.

Damit konnte der Österreichische Skiverband – nach 1991 – die Ski- WM zum zweiten Mal nach Salzburg holen. Der Zuschlag war eine deutliche Angelegenheit und wurde mit zwölf von 14 abgegebenen Stimmen erteilt. Garmisch-Partenkirchen und der dritte Kandidat Crans Montana aus der Schweiz erhielten jeweils nur eine Stimme.

In einem knapp 10-minütigen Bewerbungsclip hatten der Deutsche Skiverband und der Markt Garmisch-Partenkirchen auf starke, emotionale Bilder gesetzt. Lokalmatadorin Maria Höfl-Riesch führte als Moderatorin sympathisch durch die virtuelle Bewerbung und erinnerte sich gemeinsam mit vielen nationalen und internationalen Athleten an die legendären Momente auf der berühmten Kandahar. Höfl-Riesch meinte nach der Entscheidung: „Schade. Auch wenn das Abstimmungsergebnis nicht ganz überraschend kam, nachdem sich Saalbach ja bereits schon einmal beworben hatte.“

Wir müssen jetzt weitermachen

Peter Fischer, Skiclub Garmisch

Garmisch-Partenkirchen will sich nun für die WM 2027 bewerben. „Wir müssen jetzt weitermachen“, so hat Peter Fischer, der Kopf des Bewerbungskomitees vom Skiclub Garmisch, auf die Niederlage reagiert. Zustimmung kommt auch von Garmisch-Partenkirchens Erster Bürgermeisterin Elisabeth Koch: „Ich denke, wir haben eine tolle, emotionale und absolut schlüssige Bewerbung abgeliefert. Darauf können wir wirklich stolz sein! Unser Konzept stimmt - das zeigt die große Wertschätzung, die uns von allen Seiten entgegengebracht wird. Aber vermutlich ist seit den letzten Weltmeisterschaften noch zu wenig Zeit verstrichen. Garmisch-Partenkirchen und der Alpine Skisport gehören einfach zusammen“, unterstreicht sie eine erneute Bewerbung. 

Für Saalbach war es ein langer, intensiver Weg von der Bewerbung bis zum Zuschlag. „Wir haben viel Energie und Herzblut in die Kandidatur gesteckt“, sagte Bartl Gensbichler, Präsident des Salzburger Landesskiverbandes und Präsident des Skiclubs Saalbach Hinterglemm. „Die Zeit zwischen dem ursprünglich geplanten Vergabetermin und heute hatten wir effizient genutzt und unser Konzept verfeinert. Dennoch fehlt uns jetzt natürlich wertvolle Vorbereitungszeit. Unsere Maschinerie läuft aber wie ein Uhrwerk und wir haben schon oft bewiesen, dass wir unter Druck gut arbeiten.“ Bei der Wahl für die WM 2023 waren die Österreicher noch an Méribel/Courchevel mit 6:9 Stimmen gescheitert. 

Nach vorn schauen auch die Schweizer. Crans-Montana will wieder antreten. Sicher 2027, notfalls auch 2029 – spätestens dann mit gestiegenen Chancen. Das geplante Zielstadion dort mit zwei Sporthotels wird auf jeden Fall gebaut, dank mobiler Tribünen könnten 15 000 Zuschauer Platz darin finden. Es soll eine auch im Sommer nutzbare multifunktionale Arena werden. An der Qualität der Kandidatur habe es auf jeden Fall nicht gelegen, sondern vielmehr an der „politischen Komponente“, wie Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann meint. Titus Fischer

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